Nowaste Logistics setzt auf zweite Roboter-Zelle von Cognibotics
25.01.2026 - 10:32:12Der europäische Logistiksektor beschleunigt die Automatisierung. Der schwedische Dienstleister Nowaste Logistics integriert eine zweite robotische Pick-Zelle des Herstellers Cognibotics. Damit wechselt das Unternehmen von der Pilotphase in den vollständigen Betrieb.
Vom Testlauf zur strategischen Erweiterung
Nach erfolgreichem Abschluss der Pilotphase bestätigte Nowaste Logistics am Wochenende die Order für eine zweite Picking-Zelle. Das System soll nahtlos in die bestehende AutoStore-Infrastruktur des Unternehmens integriert werden, die von Swisslog geliefert wurde.
Für den in Helsingborg ansässigen Drittlogistik-Dienstleister (3PL) markiert dies einen strategischen Wendepunkt. Die erste Zelle diente als Machbarkeitsnachweis. Die zweite Einheit bedeutet nun den dauerhaften Einstieg in die automatisierte Auftragsbearbeitung für ein diverses Warensortiment.
„Die erste Zelle hat bewiesen, dass sie eine große Bandbreite an Gütern verarbeiten kann“, erklärt Patrik Johnfors, Leiter Implementierung bei Nowaste Logistics. Die Erweiterung sei ein strategischer Schritt, um die Lager widerstandsfähiger gegen saisonale Spitzen zu machen und besser auf Kundenanforderungen reagieren zu können.
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KI-Sehkraft und softwaredefinierte Bewegung
Die technischen Details der Erweiterung unterstreichen einen Trend des Jahres 2026: die Verschmelzung von Hardware und fortschrittlicher KI-Software. Die Lösung von Cognibotics unterscheidet sich durch ein einzigartiges kinematisches Design von traditionellen Industrierobotern. Es ermöglicht eine größere Reichweite und höhere Geschwindigkeit – ideal für die Intralogistik.
Zu den Schlüsselelementen gehören:
* Integration mit AutoStore: Der Roboter entnimmt Waren direkt aus AutoStore-Ports und legt sie in Behälter auf Förderbändern ab.
* KI-Visionssystem: Eine Kameralösung von Sics.AI erkennt und handhabt eine komplexe Mischung aus Produkten, etwa aus dem Bereich „Home & Living“.
* Juliet & Romeo Software: „Diese Bestellung ist ein Meilenstein“, sagt Fredrik Malmgren, CEO von Cognibotics. Zum ersten Mal laufe ihre Software-Automatisierungsplattform „Juliet & Romeo“ im Vollbetrieb auf einer Materialhandling-Zelle.
Dieser softwarezentrierte Ansatz ermöglicht es dem Roboter, Bewegungen, Greifvorgänge und Übergaben an Förderbänder in Echtzeit zu steuern. Die Anpassungsfähigkeit übertrifft dabei herkömmliche, fest programmierte Roboter. Diese „softwaredefinierte Bewegung“ sei nun bereit für den Einsatz in realen Logistikumgebungen, so Malmgren.
Wettbewerbsvorteil durch flexible Automatisierung
Die Expansion bei Nowaste spiegelt einen breiteren Trend wider. Marktanalysen von Mitte Januar 2026 deuten darauf hin, dass dieses Jahr zu einem „Jahr der Balance“ für die Lagerautomatisierung wird. Unternehmen setzen zunehmend auf praktische, skalierbare Lösungen für konkrete Personal- und Effizienzprobleme.
Die Investition adressiert für Nowaste mehrere kritische Betriebskennzahlen:
1. Resilienz: Geringere Abhängigkeit von manueller Arbeit in Stoßzeiten.
2. Durchsatz: Hochgeschwindigkeits-Kommissionierung, die die menschliche Ausdauer in Langschichten übertrifft.
3. Flexibilität: Die Fähigkeit, verschiedene Artikelvarianten (SKUs) zu handhaben, ohne die Hardware umkonfigurieren zu müssen.
Für 3PL-Anbieter wird die schnelle Skalierbarkeit der Kapazität ohne massive Infrastrukturänderungen zu einem zentralen Wettbewerbsvorteil. Die Fähigkeit des Cognibotics-Systems, sich in das bestehende AutoStore-System „einzustöpseln“, verkörpert diesen modularen Ansatz.
Ausblick: Daten für die „dunkle Schicht“
Der europäische Markt für Lagerautomatisierung wird bis Ende 2026 voraussichtlich auf über 6,7 Milliarden Euro wachsen. Die Verbindung von KI-Vision und Roboterhardware, wie sie die Nowaste-Cognibotics-Partnerschaft zeigt, wird diesen Wachstum maßgeblich antreiben.
Experten gehen davon aus, dass Nowaste mit der zweiten Zelle Daten zur Orchestrierung mehrerer Roboter sammeln wird. Ein Erfolg könnte den Weg für sogenannte „Dark Warehouse“-Schichten ebnen – vollautomatische Betriebsphasen, in denen Roboter die Kommissionierung autonom übernehmen.
Für den Gesamtmarkt dient dieser Einsatz als Fallstudie für die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Robotertechnologie. Während Nowaste die neue Kapazität im ersten Quartal 2026 integriert, wird die Branche genau beobachten, ob die versprochenen Gewinne an Geschwindigkeit und Flexibilität auch in messbare Verbesserungen der Gewinnmarge umschlagen.
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