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Novo Nordisk Aktie: Klage gegen Lilly

Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 16:55 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Novo Nordisk wirft Eli Lilly irreführende Werbung vor und fordert Schadenersatz. Parallel wächst der Druck durch Generika-Konkurrenz in Kanada.

Novo Nordisk verklagt Eli Lilly: Streit um Werbung für Abnehmspritzen
Abstrakte Darstellung der Pharmaindustrie mit Fokus auf rechtliche Auseinandersetzungen und Wettbewerb. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Novo Nordisk geht in die Offensive. Der dänische Konzern hat Eli Lilly vor dem US-Bundesgericht in New Jersey verklagt und wirft dem Rivalen irreführende Werbung vor. Der Vorwurf: Lilly vergleiche in seinen Kampagnen veraltete Studiendaten, um die eigenen Präparate systematisch besser aussehen zu lassen als sie tatsächlich sind.

Streit um Werbespots und Studiendaten

Im Zentrum steht ein TV-Spot, der Lillys Zepbound und Novos Wegovy direkt gegenüberstellt — mit einem Vorsprung von 50 zu 33 Pfund Gewichtsverlust zugunsten von Lilly. Novo argumentiert, diese Zahl stamme aus einer älteren Studie, die nur niedrigere Wegovy-Dosen berücksichtigt. Die im März gestartete hochdosierte Version von Wegovy mit 7,2 Milligramm habe in neueren Daten einen Gewichtsverlust von rund 47 Pfund gezeigt — nach Novos Einschätzung praktisch gleichauf mit Zepbound. Lilly erwähne die neue Dosis zwar in einer Fußnote, diese sei aber "mehrdeutig und kaum lesbar", so der Vorwurf.

Novo beruft sich auf den Lanham Act, ein US-Gesetz gegen irreführende Werbung, und fordert neben einem dauerhaften Werbestopp auch Schadenersatz in noch unbezifferter Höhe. Sollte Lilly die Spots nicht freiwillig zurückziehen, will Novo in den kommenden Tagen eine einstweilige Verfügung beantragen. Vorausgegangen war bereits im April eine Unterlassungsaufforderung, der Lilly nicht nachkam.

Die Klage fügt sich in einen breiteren Konkurrenzkampf ein: Novo versucht derzeit mit einer Abnehmpille, gezielten Preissenkungen und der neuen Wegovy-Hochdosis, verlorenen Boden gegenüber Lillys Zepbound und Mounjaro gutzumachen.

Generika-Konkurrenz und Rückkaufprogramm

Parallel zum Rechtsstreit wächst der Druck auf Novos Kerngeschäft von anderer Seite. Aspen Pharmacare hat in Kanada die Zulassung für ein Ozempic-Generikum erhalten, nachdem der Patentschutz für den Wirkstoff Semaglutid ausgelaufen ist. Der tatsächliche Marktstart verzögert sich allerdings bis mindestens Ende Oktober — Zulieferer Dr. Reddy's kämpft wegen eines Verunreinigungsproblems in der Produktion mit Lieferengpässen.

Novo Nordisk lässt sich davon bislang nicht beirren und setzt sein Aktienrückkaufprogramm fort. Unter dem im Mai gestarteten Teilprogramm kaufte der Konzern bis Mitte Juli rund 10,2 Millionen eigene B-Aktien im Wert von etwa 3,05 Milliarden dänischen Kronen zurück. Über das gesamte, seit Februar laufende Programm hinweg hält Novo inzwischen rund 42,1 Millionen eigene B-Aktien — das entspricht 0,9 Prozent des Grundkapitals.

Das Rückkaufprogramm läuft noch bis Anfang Februar 2027. Ob der kanadische Generika-Wettbewerb bis dahin spürbar wird, hängt maßgeblich davon ab, wie schnell Dr. Reddy's die Lieferprobleme in den Griff bekommt.

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