Novel-Food-Verordnung bremst Europas Lebensmittel-Innovationen
24.01.2026 - 01:46:12Die EU-Verordnung für neuartige Lebensmittel entwickelt sich zum Innovations-Killer. Während weltweit Start-ups mit zellbasiertem Fleisch oder Insektenproteinen durchstarten, kämpfen sie in Europa mit einem bürokratischen Marathon. Die langwierigen und teuren Zulassungsverfahren gefährden die Wettbewerbsfähigkeit des Kontinents.
Drei bis fünf Jahre Wartezeit für neue Lebensmittel
Das Kernproblem ist die Dauer. Die Novel-Food-Verordnung verlangt umfangreiche Sicherheitsprüfungen durch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). In der Praxis dauert ein Zulassungsverfahren laut Branchenschätzungen drei bis fünf Jahre.
Die Kosten für toxikologische Studien und Gutachten belasten vor allem Start-ups. Sie können schnell mehrere hunderttausend Euro erreichen – eine existenzielle Hürde für junge Unternehmen ohne Markteinnahmen.
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- Durchschnittliche Verfahrensdauer: 3-5 Jahre
- Kosten für Antragsteller: bis zu mehreren Millionen Euro
- EFSA-Bewertungsfrist: 9 Monate (oft mit Unterbrechungen)
Zellfleisch und Insekten im EU-Wartestand
Besonders betroffen sind zwei Zukunftsbranchen: kultiviertes Fleisch und essbare Insekten. Für jeden neuen Insektentyp ist ein separates Zulassungsverfahren nötig. Bisher zugelassen sind nur Mehlwürmer, Wanderheuschrecken und Hausgrillen.
Noch komplexer ist die Lage bei zellbasiertem Fleisch. In der EU ist bis heute kein einziges solches Produkt für den Verzehr freigegeben. Das niederländische Unternehmen Mosa Meat reichte Anfang 2025 einen Antrag für kultiviertes Rinderfett ein. Experten rechnen allein mit einer 18-monatigen EFSA-Prüfung, bevor die EU-Kommission entscheidet.
EFSA zwischen Schutz und Bremse
Die EFSA steht im Zentrum der Kritik. Ihre Aufgabe ist der wissenschaftliche Verbraucherschutz – doch das System gilt als unflexibel. Schon kleine Datenlücken im Antrag stoppen die neunmonatige Bewertungsuhr. Erst nach Nachlieferung aller Unterlagen läuft die Frist weiter.
Branchenvertreter fordern ein agileres Modell. Sie verweisen auf Singapur, wo Anträge in neun bis zwölf Monaten bearbeitet werden. Dieser Geschwindigkeitsvorteil macht den Stadtstaat zum globalen Hotspot für Food-Tech-Investitionen.
Europa droht den Anschluss zu verlieren
Die regulatorische Kluft zu anderen Märkten wird immer größer. Singapur genehmigte bereits Ende 2020 als erstes Land kultiviertes Hühnerfleisch für den Verkauf. Auch die USA bieten schnellere Wege zur Markteinführung.
Die Folge: Europäische Start-ups weichen für ihre Marktpremieren auf Übersee aus. Europa verliert so wirtschaftliches Potenzial und Arbeitsplätze. Gleichzeitig verzögern sich die ökologischen Vorteile nachhaltigerer Lebensmittel – ein doppelter Verlust.
Der Reformdruck auf Brüssel wächst. Gefordert werden effizientere Prozesse und bessere Unterstützung für kleine Unternehmen. Die anstehenden Entscheidungen zu zellbasiertem Fleisch werden zeigen, ob Europas Regulierung mit der Innovationsgeschwindigkeit Schritt halten kann.
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