Novavax Aktie: Shah Capital fordert 30% Personalabbau
26.05.2026 - 16:22:49 | boerse-global.deDer Konflikt zwischen Novavax und einem seiner größten Aktionäre eskaliert. Der aktivistische Investor Shah Capital Management forderte Mitte Mai öffentlich eine grundlegende Neuaufstellung des Biotechnologieunternehmens. Die Aktie reagierte am Dienstag mit einem deutlichen Plus von 7,44 Prozent auf 8,66 Euro – und setzt damit ihre jüngste Erholung fort.
Seit Jahresbeginn steht ein Plus von über 42 Prozent zu Buche. Der RSI von 49 signalisiert indes eine neutrale Verfassung, die annualisierte Volatilität liegt bei hohen 67 Prozent. Kein Wunder, dass Anleger nervös reagieren.
Gemischte Signale aus dem Geschäft
Die Q1-Zahlen für 2026 schickten widersprüchliche Signale. Novavax übertraf die Erwartungen deutlich: Der Verlust je Aktie fiel mit minus 6 Cent besser aus als die Konsensschätzung von minus 25 Cent. Auch der Quartalsumsatz von 118,9 Millionen Dollar lag über den prognostizierten 79,81 Millionen.
Doch der Schein trügt. Im Vergleich zum Vorjahresquartal brach der Umsatz um 79 Prozent ein. Für das Gesamtjahr 2026 erwarten Analysten einen Verlust von 0,20 Dollar je Aktie. Zacks Research senkte seine Schätzung für das dritte Quartal von 9 auf 8 Cent je Aktie.
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Für 2028 rechnet Novavax mit Erlösen von 348,5 Millionen Dollar und einem Gewinn von 55,9 Millionen. Pessimistischere Analysten sehen erst 2029 schwarze Zahlen – bei nur 245,1 Millionen Umsatz und 31,4 Millionen Gewinn.
Shah Capital fordert radikalen Umbau
Shah Capital hält rund 9 Prozent an Novavax und geht nun in die Offensive. Der Investor kritisiert die Marketingstrategie seit 2023, die Zusammenarbeit mit Sanofi, Entscheidungen an den Kapitalmärkten und die Vorstandsvergütung. Die Forderungen sind deutlich:
- Personalabbau: 30 Prozent weniger in der Führungsebene
- Verkleinerung des Aufsichtsrats von acht auf fünf Mitglieder
- Einführung eines Aktienrückkaufprogramms
- Einstieg eines strategischen Investors mit einem Anteil von 10 bis 20 Prozent
Bei der diesjährigen Hauptversammlung will Shah Capital gegen die Wiederwahl der Verwaltungsratskandidaten und die Vergütungsvorschläge stimmen.
Partnerschaft mit Sanofi als Rettungsanker
Die im Mai 2024 geschlossene Allianz mit Sanofi brachte Novavax eine Milliardenzahlung: 500 Millionen Dollar sofort, bis zu 1,2 Milliarden Dollar an Meilensteinen plus gestaffelte Lizenzgebühren. Der Deal gilt als finanzielles Fundament für die kommenden Jahre.
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Dennoch bleiben die Fundamentaldaten angespannt. Über fünf Jahre schrumpften die Erlöse im Schnitt um 8,3 Prozent pro Jahr. Analysten erwarten für die nächsten zwölf Monate einen weiteren Rückgang um 50,7 Prozent. Der freie Cashflow lag in den vergangenen fünf Jahren im Schnitt bei minus 36,6 Prozent. Auch die Leerverkäufer bleiben aktiv: 30,4 Prozent des Free Float waren Ende April short – ein Anstieg um fast 7 Prozent zum Vormonat.
Die Analystenmeinungen zum Wertpapier sind gespalten: fünf Kaufempfehlungen stehen vier Verkaufsvoten gegenüber, ein Analyst hält die Aktie. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 12,13 Dollar – umgerechnet etwa 11,20 Euro. Ob Shah Capital mit seinen Forderungen bei der Hauptversammlung durchdringt, dürfte im weiteren Jahresverlauf zum entscheidenden Kurstreiber werden.
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