Novartis, Aktie

Novartis Aktie: Wachstum trotz Entresto-Einbruch

Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 11:28 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Novartis verzeichnet Umsatzplus trotz massiver Einbußen beim Blockbuster Entresto. Neue Präparate wie Scemblix und Leqvio treiben das Wachstum an.

Novartis Aktie: Neue Medikamente gleichen Entresto-Einbruch aus
Abstrakte Darstellung des Pharmasektors, die Wachstum und Widerstandsfähigkeit durch komplexe, wissenschaftlich anmutende Elemente symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Novartis kehrt zum Umsatzwachstum zurück – und das, obwohl der einstige Kassenschlager Entresto durch Generikakonkurrenz regelrecht einbricht. Der Konzern meldete für das zweite Quartal 2026 einen Nettoumsatz von 14,4 Milliarden Dollar, ein Plus von drei Prozent in US-Dollar. Unter dem Strich blieb davon allerdings deutlich weniger übrig: Der Reingewinn sackte um 19 Prozent auf 3,3 Milliarden Dollar ab, belastet durch höhere Steuern und Zinsaufwendungen.

Neue Medikamente füllen die Lücke

Der Rückgang bei Entresto — minus 51 Prozent in konstanten Währungen nach Patentablauf — wird durch eine ganze Reihe neuerer Präparate mehr als kompensiert. Scemblix legte um 89 Prozent zu, Leqvio um 59 Prozent, Pluvicto und Kisqali jeweils um 43 Prozent. Kesimpta wuchs um 32 Prozent, angetrieben von starker Nachfrage in allen Regionen.

Auf der Pipeline-Seite kamen im Quartal gleich mehrere Fortschritte hinzu. Die EU-Kommission und Japans Gesundheitsbehörde ließen Rhapsido bei chronischer spontaner Urtikaria zu, Itvisma erhielt als erste Genersatztherapie für eine breite Patientengruppe mit spinaler Muskelatrophie grünes Licht in Europa. Für Del-Zota bei Duchenne-Muskeldystrophie reichte Novartis bei der FDA einen Antrag auf beschleunigte Zulassung ein, nachdem der Wirkstoff bereits den Breakthrough-Therapy-Status trug.

Schulden steigen durch Zukäufe

Die operative Kernmarge gab im Quartal um 70 Basispunkte auf 41,2 Prozent nach – Novartis begründet das vor allem mit einem niedrigeren Bruttogewinn. Der freie Cashflow fiel um 12 Prozent auf 5,6 Milliarden Dollar.

Deutlich sichtbarer wird der Investitionsdruck bei der Nettoverschuldung: Sie stieg von 21,9 Milliarden Dollar Ende 2025 auf 39,4 Milliarden Dollar zum 30. Juni 2026. Grund dafür sind Ausgaben für Übernahmen und Lizenzgeschäfte von 15,3 Milliarden Dollar sowie eine Dividendenausschüttung von 9,1 Milliarden Dollar. Im Juli unterzeichnete der Konzern zudem eine Vereinbarung zur Übernahme des Biotech-Unternehmens Myricx Bio, das an Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten gegen solide Tumoren arbeitet – der Abschluss wird für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet.

Die Jahresprognose bleibt trotz der schwächeren Gewinnentwicklung unverändert: Novartis rechnet weiterhin mit einem Umsatzwachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich, während das operative Kernergebnis im niedrigen einstelligen Bereich zurückgehen soll. Die nächsten Geschäftszahlen – für das dritte Quartal und die ersten neun Monate 2026 – legt der Konzern am 27. Oktober vor.

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