Notion, KI-Agenten

Notion verwandelt KI-Agenten in autonome digitale Mitarbeiter

25.01.2026 - 09:39:12

Notion macht seine KI-Assistenten zu vollautonomen Workflow-Managern. Ein Update vom 20. Januar stattet die Agenten mit der Fähigkeit aus, komplexe Aufgaben über App-Grenzen hinweg zu steuern. Experten sehen darin einen Wendepunkt für die persönliche Produktivität.

Die Plattform rollt damit wenige Monate nach Notion 3.0 die nächste große Evolution aus. Die neuen KI-Agenten agieren nicht mehr nur auf direkte Befehle, sondern arbeiten bis zu 20 Minuten lang völlig selbstständig. Sie können mehrschrittige Pläne erstellen und ausführen – ein Quantensprung gegenüber den simplen Textgeneratoren von früher.

Der entscheidende Unterschied liegt in der Autonomie. Ein Agent kann nun einen Auftrag wie „Synthetisiere Kundenfeedback aus drei Quellen und erstelle einen Projektplan“ erhalten. Die KI führt alle Schritte nacheinander aus, greift auf nötige Daten zu und liefert ein fertiges Ergebnis. Der Nutzer muss nicht mehr eingreifen.

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Diese asynchrone Arbeit im Hintergrund war bisher nicht möglich. Während der Mensch sich anderen Dingen widmet, erledigt der digitale Mitarbeiter die administrative Fleißarbeit. Branchenbeobachter sprechen von einem Paradigmenwechsel: vom „Human-in-the-loop“ zum „Human-on-the-loop“, wo der Mensch nur noch Ergebnisse überwacht.

MCP: Der Schlüssel zur App-Kontrolle

Technisch möglich wird dies durch die Unterstützung des Model Context Protocol (MCP). Dieser Standard erlaubt den Notion-Agenten eine sichere und strukturierte Kommunikation mit externer Software. Konkret bedeutet das:

  • Die Agenten können nun aktiv Änderungen in Tools wie Linear (Projektmanagement) oder Ramp (Finanzen) vornehmen, etwa Tickets erstellen.
  • Neue Trigger für Notion Mail und Notion Calendar lassen die KI proaktiv werden. Sie überwacht etwa Terminkonflikte und schlägt Lösungen vor.

Strategie gegen Microsoft und Google

Das Update ist Teil einer aggressiven Marktstrategie. Notion positioniert sich damit klar gegen Konkurrenten wie Microsoft Copilot und Google Gemini. Das Ziel: aus der Dokumenten-Plattform ein „Betriebssystem für Arbeit“ zu machen.

Die Nachfrage scheint da zu sein. Berichten zufolge ist das Interesse von Unternehmen an solchen autonomen Agenten im letzten Quartal auf 65 Prozent gestiegen. Organisationen wollen nicht nur Inhalte generieren lassen, sondern ganze Workflows delegieren.

Flexibilität für Power-User

Ein weiteres Detail des Updates kommt bei erfahrenen Nutzern gut an: die Wahlfreiheit beim KI-Modell. Nutzer können je nach Aufgabe zwischen GPT-5.2, Claude Opus 4.5 oder Gemini 3 wählen. Diese Agnostizität verhindert eine Abhängigkeit von einem einzelnen Anbieter und hält die Agenten technisch up-to-date.

Doch die neue Macht wirft auch Fragen auf. Was bedeutet die Autonomie für die Datensicherheit? Wie kontrolliert man Fehler, wenn ein Agent eigenständig E-Mails versendet oder Datenbanken manipuliert? Trotz dieser Bedenken ist die Richtung klar. Die Grenzen zwischen Planen und Ausführen verschwimmen. Notion will nicht mehr nur der Ort sein, wo Arbeit dokumentiert wird, sondern wo sie erledigt wird – zunehmend von der KI selbst.

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