Nordex Aktie: Halbjahresbericht am 29. Juli
Veröffentlicht am: 26.07.2026 um 08:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nordex meldet Rekordaufträge – und trotzdem gibt der Kurs nach. Am Mittwoch, den 29. Juli 2026, legt der Windanlagenbauer seinen Halbjahresbericht vor. Der Termin entscheidet, ob die Aktie den Rückstand zur eigenen operativen Stärke aufholt.
Sektorschwäche trifft auf Rekordzahlen
Am Freitag schloss die Aktie bei 39,98 Euro, mit leichten Verlusten zum Vortag. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von 37,29 Prozent zu Buche.
Der Kursdruck kommt von außen. Berichte über Produktionsprobleme bei Siemens Energy und Gewinnmitnahmen nach den Zahlen von GE Vernova belasteten zuletzt die gesamte Branche. Nordex selbst meldete ausschließlich positive operative Nachrichten – die Sippenhaft traf das Unternehmen trotzdem.
Auftragsbücher voll, Marge im Fokus
Für das zweite Quartal erwarten Analysten im Konsens einen Umsatz von rund 2,11 Milliarden Euro. Entscheidender dürften aber die operative Marge und der Cashflow werden.
Die Basis dafür liefern bereits veröffentlichte Auftragszahlen. Nordex sicherte sich im zweiten Quartal Bestellungen über 3,054 Gigawatt, ein Plus von 32,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der durchschnittliche Verkaufspreis pro Megawatt blieb mit 0,97 Millionen Euro stabil. Das Unternehmen erkauft sein Wachstum also nicht über Preiszugeständnisse.
Deutschland, die USA und die Türkei trieben die Nachfrage an. Allein Projektentwickler UKA orderte 100 Turbinen der Delta4000-Serie.
Analysten sehen Potenzial, Kritiker warnen
Mehrere Analysehäuser halten die Aktie für deutlich unterbewertet:
- Deutsche Bank Research: Kursziel 61,00 Euro
- Jefferies: Kursziel 58,00 Euro
- Berenberg: Kursziel 57,00 Euro
Vorsichtiger bewertet mwb research die Lage. Das Institut beließ sein Rating bei "Halten", mit einem Kursziel von 44 Euro.
Kritiker verweisen außerdem auf eine Warnung des Bundesverbands WindEnergie. Der Verband befürchtet einen Ausbaustopp in Deutschland, sollte die geplante EEG-Novelle regulatorische Unsicherheit schaffen.
Charttechnik vor der Berichtswoche
Der 200-Tage-Durchschnitt bei 37,07 Euro bleibt die wichtigste Unterstützung im Chart. Fällt der Kurs darunter, wäre der langfristige Aufwärtstrend infrage gestellt.
Nach oben müsste die Aktie eine wichtige Widerstandszone zurückerobern, um wieder Schwung aufzunehmen. Der Relative-Stärke-Index signalisiert derzeit keine überkaufte Lage. Das lässt Spielraum für eine positive Reaktion auf den Bericht.
Am Mittwoch zeigt sich, ob Nordex den Rekord-Auftragseingang auch in Marge und Cashflow umsetzt. Bestätigt sich das operative Momentum, könnte die Aktie den Rückstand zur eigenen Bilanz aufholen.
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