Nordex Aktie: Auftragsbestand bei 10,5 Milliarden
28.05.2026 - 21:43:33 | boerse-global.deTeresa Ribera kam nicht zur Höflichkeitsvisite. Die Exekutiv-Vizepräsidentin der Europäischen Kommission besuchte Nordex in Hamburg — und machte damit deutlich, welche Rolle Onshore-Wind in der europäischen Industriepolitik künftig spielen soll. Für das Unternehmen ist der Termin mehr als Symbolik. Er unterstreicht die strategische Bedeutung der Branche in Zeiten, in denen Energiesouveränität und Wettbewerbsfähigkeit wieder auf derselben Agenda stehen.
Brüssel setzt auf Wind als Schlüsseltechnologie
CEO José Luis Blanco und CFO Dr. Ilya Hartmann empfingen Ribera am Hamburger Standort. Im Zentrum der Gespräche: die Rolle von Nordex als führender europäischer Hersteller von Onshore-Windanlagen. Die Botschaft aus Brüssel war eindeutig. Erneuerbare Energien — insbesondere Windkraft — sind zentral für Europas wirtschaftliche Resilienz und Unabhängigkeit.
Nordex beschäftigt weltweit rund 11.100 Mitarbeitende, davon 8.200 in Europa. Seit der Gründung 1985 hat das Unternehmen über 64 Gigawatt Windenergieleistung in mehr als 40 Märkten installiert. Der Konzernumsatz 2025 lag bei rund 7,6 Milliarden Euro.
Operative Stärke nimmt zu
Der politische Rückenwind trifft auf solide Zahlen. Im ersten Quartal 2026 sprang das EBITDA um 64 Prozent auf 131 Millionen Euro. Die Marge kletterte von 5,5 auf 8,2 Prozent. Der Gewinn je Aktie stieg auf 0,23 Euro, nach 0,034 Euro im Vorjahreszeitraum.
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Der Umsatz legte um elf Prozent auf 1,59 Milliarden Euro zu. Der Nettogewinn erreichte 53,8 Millionen Euro. Der Auftragsbestand im Projektgeschäft liegt mittlerweile bei 10,5 Milliarden Euro — ein Plus von 27 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Das Management hält an den Jahreszielen fest. Für 2026 peilt Nordex einen Umsatz zwischen 8,2 und 9,0 Milliarden Euro an, bei einer EBITDA-Marge von 8,0 bis 11,0 Prozent.
Neue Fabrik in der Türkei geht in Betrieb
Parallel dazu baut Nordex seine Fertigungskapazitäten aus. Im Mai 2026 nahm das Unternehmen die neue Rotorblattfertigung in Menemen bei Izmir in Betrieb. Das Werk umfasst rund 130.000 Quadratmeter Gesamtfläche, davon 90.000 Quadratmeter Produktionsfläche.
Bei voller Auslastung kann die Fabrik bis zu 1.200 Rotorblätter pro Jahr im Vier-Schicht-Betrieb fertigen. Rund 1.200 Mitarbeitende sind in Produktion und Verwaltung beschäftigt. Produziert werden Rotorblätter für die Turbinenmodelle N163 und N175, ausgelegt für mittlere bis starke Windverhältnisse.
Zunächst beliefert das Werk Projekte aus den türkischen YEKA-Ausschreibungen, darunter YEKA-4 und YEKA-5. Perspektivisch plant Nordex auch den Export nach Europa. Das Unternehmen ist seit 2009 in der Türkei aktiv und hält seit 2017 einen Marktanteil von rund 34 Prozent.
Aktie konsolidiert trotz positiver Signale
An der Börse spiegelt sich die operative Stärke bislang nur bedingt wider. Die Nordex-Aktie notiert aktuell bei 41,50 Euro, ein Plus von 0,88 Prozent gegenüber dem Vortag. Auf Wochensicht steht ein Minus von 5,77 Prozent, auf Monatssicht von 13,29 Prozent.
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Das 52-Wochen-Hoch liegt bei 49,42 Euro und wurde am 5. Mai 2026 erreicht. Der aktuelle Kurs liegt damit 16 Prozent darunter. Seit Jahresbeginn hat die Aktie 38 Prozent zugelegt, über zwölf Monate beträgt das Plus 132 Prozent.
Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 45,33 Euro, der 200-Tage-Durchschnitt bei 32,91 Euro. Der RSI notiert bei 37,6 und signalisiert kurzfristig überverkaufte Niveaus. Die annualisierte Volatilität über 30 Tage beträgt 42,31 Prozent.
Am 29. Juli folgt der Bericht zum zweiten Quartal 2026. Dann zeigt sich, ob Nordex den starken Jahresauftakt in weiteres Margenwachstum ummünzen kann.
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