Nokia Aktie: Telefónica wählt 17 Edge-Rechenzentren
23.05.2026 - 23:41:36 | boerse-global.deEin Kurssprung von fast 140 Prozent seit Jahresbeginn spricht Bände. Nokia streift sein angestaubtes Telekom-Image ab und drängt aggressiv in das Geschäft mit KI-Rechenzentren. Der Markt belohnt diesen rasanten Umbau. Am Freitag schoss das Papier um über neun Prozent auf 13,30 Euro nach oben — exakt auf das neue Jahreshoch.
Angriff im Rechenzentrum
Der finnische Konzern zementiert seine Ambitionen im Silicon Valley. Im kalifornischen Sunnyvale eröffnete das Unternehmen am Wochenende ein spezialisiertes Innovationslabor für KI-Netzwerke. Dort entwickelt Nokia gemeinsam mit Partnern wie AMD und Keysight neue Hochleistungslösungen für gewaltige Datenmengen.
Parallel dazu gewinnt der Ausbau in Europa an Tempo. Telefónica wählte die Finnen als exklusiven Partner für 17 neue Edge-Rechenzentren in Spanien aus. Ein Großteil dieser Knotenpunkte ist bereits am Netz und liefert die Infrastruktur für KI-gestützte Dienste.
Dieser operative Schub spiegelt sich in der Bilanz wider. Im Auftaktquartal stieg der Gesamtumsatz auf 4,5 Milliarden Euro. Die Erlöse im Bereich Cloud und KI sprangen um satte 49 Prozent nach oben. Das beschert dem Konzern neue Aufträge im Milliardenwert.
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Margensprung und Analystenlob
Auch die Profitabilität zieht an. Die operative Marge verbesserte sich um 200 Basispunkte auf 6,2 Prozent. Aufgrund der starken Nachfrage nach optischen Netzwerken hob der Vorstand die Wachstumsprognose für die Netzwerkinfrastruktur auf bis zu 14 Prozent an.
Analysten ziehen entsprechend mit. Morgan Stanley erhöhte das Kursziel von 11 auf 14 Euro und bestätigte die Kaufempfehlung. Die Experten verweisen explizit auf den erfolgreichen Wandel zum primären Profiteur der globalen KI-Infrastruktur-Ausgaben.
Globale Expansion abseits der Cloud
Abseits der kommerziellen Rechenzentren sichert sich Nokia strategisch wichtige Regierungsprojekte. In Estland baut das Unternehmen eine 5G-Erweiterung für die nationale Cyber Range des Verteidigungsministeriums. Hier simuliert die Software künftige Cyberangriffe und erforscht Sicherheitslücken.
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In Indien liefert Nokia derweil die Kerntechnologie für die Premium-Dienste von Bharti Airtel. Das sogenannte Network Slicing reserviert dedizierte Kapazitäten für Vertragskunden. Regionale Regulierungsbehörden prüfen das Modell allerdings noch auf seine Vereinbarkeit mit der Netzneutralität.
Die rasante Transformation vom traditionellen Ausrüster zum KI-Infrastruktur-Player ist in vollem Gange. Mit einem Auftragsbestand auf Rekordniveau und der klaren Fokussierung auf margenstarke Rechenzentren hat sich Nokia eine starke Ausgangsposition erarbeitet. Hält das Momentum bei den Cloud-Investitionen an, dürfte das frische Kursziel von 14 Euro bald auf dem Prüfstand stehen.
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