Nokia Aktie: Solider Gewinnzuwachs
26.01.2026 - 14:27:33Nokia startet in eine wichtige Woche: Am Donnerstag legt der Netzwerkausrüster seine Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025 vor. Nach einem Kursanstieg von mehr als 45 % in den vergangenen zwölf Monaten richten sich die Erwartungen hoch – nicht zuletzt wegen der KI-Kooperation mit Nvidia und neuer Fantasie im Bereich AI-gestützter Netzinfrastruktur.
Wie gut sind die Voraussetzungen vor dem Zahlenbericht?
Erwartungen an Q4 2025
Analysten rechnen für das Dezember-Quartal mit einem Gewinn je Aktie von 0,17 US‑Dollar. Der Umsatz soll bei rund 6,10 bis 6,95 Milliarden US‑Dollar liegen. Damit würde der Erlös im Jahresvergleich leicht über den 6,38 Milliarden US‑Dollar aus Q4 2024 liegen, während der Gewinn je Aktie von damals 0,19 US‑Dollar zurückgehen würde.
Im jüngsten Quartal hatte Nokia die Markterwartungen leicht übertroffen: 0,07 US‑Dollar je Aktie gegenüber 0,06 US‑Dollar Konsens. Der Umsatz kletterte auf 5,61 Milliarden US‑Dollar, ein Plus von 11,6 % im Jahresvergleich. Bemerkenswert ist das vor allem, weil der Umsatz in den ersten neun Monaten 2025 insgesamt nur um 4 % gewachsen war.
Zentrale Kennzahlen im Vorfeld der Zahlen:
- Marktkapitalisierung: rund 37–38 Mrd. US‑Dollar
- 52‑Wochen-Spanne: 4,00 bis 8,19 US‑Dollar
- KGV: 35,8 (Trailing), 18 (Forward)
- Dividendenrendite: 2,32 %
- Analystenkonsens: „Moderates Kaufen“ mit durchschnittlichem Kursziel von 6,77 US‑Dollar
Neue Aufträge stützen den Auftragsbestand
Im Januar hat Nokia mehrere größere Verträge gemeldet, die den Auftragsbestand stärken.
So hat Altafiber den Konzern für den Ausbau seines Glasfasernetzes in Ohio und Hawaii ausgewählt. Der Auftrag umfasst Multi-Gigabit-25G-PON-Lösungen, optische Technik und IP-Routing. Damit sichert sich Nokia potenzielle Hardware-Lieferungen und laufende Serviceumsätze im Zuge des Netzausbaus.
Der belgische Telekomkonzern Proximus beauftragte Nokia zudem mit der Modernisierung seines Abrechnungssystems und des Sprachkernnetzes. Zum Einsatz kommt cloud-native Converged-Charging-Technologie. Solche Software- und Serviceprojekte bieten in der Regel höhere Margen und wiederkehrende Erlöse.
Zusätzlich wurde eine Partnerschaft mit der Hypertec Group bekanntgegeben: Nokia-Technologie soll den SHARCNET Nibi Supercomputer der University of Waterloo unterstützen. Der Rechner ist für Forschungsprojekte in den Bereichen Gesundheit, Klima und KI vorgesehen.
Nvidia-Deal treibt KI-Strategie
Besonders aufmerksam verfolgen Anleger die strategische Kooperation mit Nvidia. Der US‑Chipkonzern investierte 1 Milliarde US‑Dollar in Nokia-Aktien zu 6,01 US‑Dollar je Anteilsschein. Auf Basis dieser Partnerschaft entwickelt Nokia AI-RAN-Lösungen (Radio Access Network) mit Nvidia-Technologie. Ziel ist es, 5G‑Netze effizienter zu steuern und gleichzeitig die Basis für künftige 6G‑Infrastrukturen zu legen.
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Nach Berechnungen der Marktforscher von Omdia könnte der RAN‑Markt bis 2030 auf rund 200 Milliarden US‑Dollar anwachsen. Mit Nettoumsätzen der vergangenen zwölf Monate von etwa 19,7 Milliarden Euro (rund 23 Milliarden US‑Dollar) verfügt Nokia über eine solide Ausgangsgröße, um an diesem Wachstum teilzuhaben.
Neue Struktur, neue Ziele
Zum Jahresbeginn hat Nokia seine Konzernstruktur neu geordnet. Seit 1. Januar 2026 arbeitet das Unternehmen mit zwei zentralen Segmenten:
- Network Infrastructure (Wachstumssegment) mit Optical Networks, IP Networks, Fixed Networks
- Mobile Infrastructure mit Core Software, Radio Networks, Technology Standards
Für 2028 peilt der Konzern eine vergleichbare operative Gewinnspanne an, die einem operativen Ergebnis von 2,7 bis 3,2 Milliarden Euro entsprechen soll. Zum Vergleich: In den zwölf Monaten bis Ende Q3 2025 lag dieser Wert bei rund 2,0 Milliarden Euro.
Hebel-ETF sorgt für zusätzliches Handelsinteresse
Am 21. Januar 2026 wurde der erste gehebelte Single-Stock-ETF auf Nokia aufgelegt. Der LNOK‑ETF von Defiance bietet einen täglichen 2x Long‑Hebel auf die Aktie. Solche Produkte können das Handelsvolumen erhöhen und kurzfristige Kursbewegungen verstärken, da sie vor allem von aktiven Tradern genutzt werden.
Rückenwind und Gegenwind
Trotz des positiven Nachrichtenflusses bleiben Risiken sichtbar. Das Mobilfunkgeschäft kämpft weiterhin mit verzögerten Netzausbauten bei Kunden und intensivem Wettbewerb in einzelnen Regionen. Hinzu kommen höhere Komponentenpreise, komplexe Lieferketten und laufende F&E‑Investitionen, die auf den Margen lasten.
Am 15. Januar stufte Morgan Stanley die Aktie von „Equal Weight“ auf „Overweight“ hoch und verwies auf die Wachstumschancen durch KI- und Cloud-Anwendungen. Gleichzeitig verweisen andere Analysten auf gestiegene Bewertungskennziffern nach der Kursrally und sehen begrenzten zusätzlichen Spielraum nach oben, solange die fundamentalen Ergebnisse nicht deutlicher nachziehen.
Für die nächsten Tage rückt damit vor allem der 29. Januar in den Mittelpunkt: Liefert Nokia mit den Q4‑Zahlen und dem Ausblick Signale, die die hohe Erwartungshaltung untermauern, könnte das die aktuelle Bewertung rechtfertigen – schwächere Daten oder ein vorsichtiger Ausblick würden dagegen den jüngsten Kursanstieg auf den Prüfstand stellen.
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