Nokia Aktie: KI-Fantasie nimmt Form an
19.01.2026 - 15:54:34Nokia versucht seit Jahren, sich vom Image des klassischen Netzwerkausrüsters zu lösen. Jetzt bekommt dieser Strategiewechsel Rückenwind von Morgan Stanley – inklusive deutlich angehobenem Kursziel. Im Zentrum steht nicht mehr 5G allein, sondern das wachsende Geschäft mit KI- und Cloud-Infrastruktur. Kann diese Neuausrichtung den nächsten Ergebnisschub bringen?
Deutliches Upgrading durch Morgan Stanley
Morgan Stanley hat die Einstufung für Nokia auf „Overweight“ hochgestuft und das Kursziel kräftig von 4,20 auf 6,50 Euro angehoben. Die Analysten sehen damit ein deutlich höheres Bewertungspotenzial, gestützt auf belastbare Wachstumsdaten statt bloßer Zukunftsversprechen.
Kern der Argumentation: Der Markt habe Nokias Stellung im boomenden Rechenzentrums- und KI-Sektor bislang unterschätzt. Die Aktie habe sich bisher eher entlang klassischer Telekom-Zyklen bewegt, während der Aufbau globaler KI-Infrastruktur inzwischen eine deutlich höhere Bewertungsmultiplikation rechtfertige.
Im Handel macht sich die veränderte Wahrnehmung bereits bemerkbar: Trotz eines leichten Rückgangs auf 5,51 Euro heute liegt die Aktie weiterhin spürbar über ihrem 200-Tage-Durchschnitt von 4,72 Euro – ein Zeichen für den begonnenen Stimmungsumschwung.
Wachstumstreiber KI und Cloud
Die Neubewertung stützt sich auf konkrete Kennzahlen, die zeigen, dass Nokia sich schrittweise von der reinen „Telekom-Story“ löst:
- Der Bereich AI und Cloud steht inzwischen für rund 6 % des Konzernumsatzes.
- Dieser Anteil wächst aktuell um etwa 1 Prozentpunkt pro Quartal.
- In der Sparte optische Netze sind die Auftragseingänge binnen eines Jahres um mehr als 40 % gestiegen.
- Bestellungen für Switching-Technik in Rechenzentren haben sogar um über 150 % zugelegt.
Diese Dynamik deutet darauf hin, dass der Ausbau von Datenzentren und KI-Infrastruktur zunehmend zur zweiten Säule neben dem klassischen Carrier-Geschäft wird. Morgan Stanley leitet daraus ab, dass Nokia ein höheres Bewertungsniveau verdient als ein reiner Telekom-Zulieferer.
Weg von klassischen Telcos, hin zu Hyperscalern
Strategisch treibt Nokia den Abschied von der starken Abhängigkeit von Telekom-Betreibern voran. Deren Investitionsbudgets sind seit einiger Zeit eher stabil oder diszipliniert. Ganz anders sieht es bei den großen Cloud- und KI-Anbietern, den sogenannten Hyperscalern, aus.
Die Analysten betonen einen bemerkenswerten Unterschied: Die größten Hyperscaler investieren mittlerweile in einem Quartal mehr in Infrastruktur als die größten Telekomkonzerne in einem ganzen Jahr. Genau in diesen Geldstrom will sich Nokia stärker einklinken.
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Ein zentraler Baustein ist dabei die Übernahme von Infinera, die Anfang 2025 abgeschlossen wurde. Sie stärkt Nokia insbesondere in der optischen Konnektivität zwischen Rechenzentren – also genau dort, wo der Kapitalfluss der Hyperscaler besonders stark ist.
Neue Transparenz ab 2026
Um die Fortschritte in diesen Wachstumsfeldern besser sichtbar zu machen, stellt Nokia sein Berichtswesen um. Seit dem 1. Januar 2026 gilt eine neue Finanzstruktur, die die relevanten Segmente klarer ausweist.
Wichtige Termine dabei:
- Am 29. Januar 2026 präsentiert Nokia die Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025.
- Im ersten Quartal 2026 erfolgt dann die erste Berichterstattung unter der neuen Segmentstruktur. Dabei soll „Network Infrastructure“ gesondert ausgewiesen werden, um den Beitrag von KI- und Cloud-Geschäft deutlicher zu machen.
Für Investoren werden diese Daten zum Prüfstein, ob die aktuelle Bewertungsstory durch harte Zahlen untermauert wird.
Technisches Bild hellt sich auf
Parallel zur fundamentalen Neubewertung zeigt auch die Charttechnik eine Verbesserung. Die Aktie hat jüngst die 200-Tage-Linie nach oben durchbrochen – ein klassisches Signal für eine mögliche Trendwende nach oben. Nach einem Rückgang seit Jahresbeginn von rund 15 % hat sich der Kurs damit wieder spürbar von seinem 52-Wochen-Tief entfernt, liegt aktuell aber noch knapp 20 % unter dem Hoch vom Oktober 2025.
Ein RSI von 19,3 signalisiert kurzfristig einen stark überverkauften Zustand, was zusammen mit der fundamentalen Story zusätzlichen Spielraum für eine technische Gegenbewegung eröffnet. Entscheidend wird nun, ob die kommenden Quartalszahlen und die neue Segmentberichterstattung das von Morgan Stanley skizzierte Wachstum im KI- und Cloud-Bereich bestätigen.
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