Nirvana-Hype, Nirvana

Nirvana-Hype 2026: Warum alle wieder ausrasten

22.02.2026 - 21:46:04 | ad-hoc-news.de

Nirvana erlebt 2026 ein krasses Revival. Warum jetzt überall wieder über die Band gesprochen wird – und was das für Fans in Deutschland heißt.

So hart wie 2026 wurde Nirvana lange nicht mehr im Netz diskutiert. Zwischen neuen Dokus, Jahrestagen, unveröffentlichtem Material und einem massiven 90s-Revival fühlt sich der Feed plötzlich wieder nach Flanellhemd, zerrissenen Jeans und Smells Like Teen Spirit an. Auf TikTok kleben Gen-Z-Kids Kurt-Poster an die Wand, während ihre Eltern sich daran erinnern, wie sie damals die ersten Bootlegs gehört haben. Und die Klickzahlen schießen durch die Decke – auf Streaming-Plattformen genauso wie auf YouTube.

Offizielle Nirvana-Seite: News, Releases & Archiv

Der Name Nirvana fällt gerade wieder überall: in Serien-Soundtracks, in Insta-Reels, in Vintage-Stores, wenn irgendein Teenie ein altes Bandshirt von Papa klaut. Dass die Band seit Kurts Tod 1994 nicht mehr aktiv ist, bremst den Hype null. Im Gegenteil: Die Faszination wird eher größer. Und genau da wird es für deutsche Fans spannend: neue Releases aus dem Archiv, große Jubiläen und immer wieder Spekulationen, ob Dave Grohl und Krist Novoselic noch einmal in irgendeiner Form gemeinsam Nirvana-Songs auf eine europäische Bühne bringen.

Was davon realistisch ist, was gerade wirklich passiert und welche Entwicklungen du als Fan aus Deutschland im Auge behalten solltest, fassen wir hier für dich zusammen – mit viel Kontext, Nostalgie und einem klaren Blick auf die Fakten.

Hintergründe: Die aktuellen News im Detail

Im Zentrum des aktuellen Nirvana-Buzz steht vor allem eins: die ungebrochene Faszination für Kurt Cobain und diese kurze, extrem intensive Phase Anfang der 90er, als Nevermind die komplette Rockwelt auf links gedreht hat. In den letzten Jahren hat das Label immer wieder Jubiläums-Editionen rausgebracht – zum Beispiel Super-Deluxe-Versionen von Nevermind und In Utero mit alternativen Mixes, Live-Mitschnitten und bisher unveröffentlichten Demos. Genau diese Strategie setzt sich 2026 fort: weitere Archiv-Releases, Remasters und Dokus laufen sich warm.

Medien in den USA und UK berichten regelmäßig über Pläne aus dem Nirvana-Camp, noch tiefer in die Bänder-Archive zu gehen. Die Rechte-Situation ist kompliziert, weil mehrere Parteien involviert sind – unter anderem die ehemaligen Bandmitglieder und der Nachlass von Kurt Cobain. Trotzdem sickert immer wieder durch, dass noch etliche Studio-Sessions, Proberaum-Aufnahmen und Live-Tapes schlummern. Für Deutschland relevant ist vor allem, dass viele der historischen Nirvana-Gigs auf europäischem Boden stattfanden, darunter Shows in Berlin, München, Hamburg und Frankfurt Anfang der 90er.

Parallel dazu läuft die Doku-Maschinerie: Streamingdienste schieben immer neue Formate nach – mal offiziell mit den Beteiligten abgestimmt, mal eher semi-seriös mit zusammengeklaubten Archivbildern und nacherzählten Anekdoten. Besonders beliebt sind derzeit Formate, die Nirvana im größeren Kontext von Mental Health, Drogen, Medien-Druck und toxischen Männlichkeitsbildern der 90er betrachten. Gerade Gen Z, die mit Themen wie Depression und Burnout sehr offen umgeht, findet in Kurts Geschichte viele Punkte, an denen sie andocken kann.

Für deutsche Fans zeigt sich der Effekt sehr klar in den Streaming-Zahlen: Katalog-Bands wie Nirvana landen regelmäßig in den Top-Playlists von "90s Rock", "Grunge Classics" oder "Rock Essentials", teilweise direkt neben Acts, die 20 oder 30 Jahre jünger sind. Wenn deutsche Radiosender heute Nirvana spielen, ist das nicht mehr reine Nostalgie für Boomer – es ist Soundtrack für eine neue Generation, die den Frust über Leistungsdruck, soziale Unsicherheit und gesellschaftliche Schieflagen in dieser Musik wiedererkennt.

Dazu kommt der Mode-Faktor: Grunge-Ästhetik dominiert Streetwear-Kollektionen, Vintage-Shops berichten in Interviews, dass Nirvana-Shirts zu den meistgefragten Band-Motiven gehören, egal ob Original oder Reprint. Dieser Mix aus Musik, Style und Mythos sorgt dafür, dass jede kleine News-Meldung – sei es eine neu entdeckte Demo, ein seltenes Foto oder ein Kommentar von Dave Grohl in einem Interview – in sozialen Netzwerken sofort Kreise zieht.

Was die Spekulationen rund um mögliche Specials in Europa angeht, kursieren immer wieder Gerüchte über Tribute- oder All-Star-Shows, bei denen verschiedene Sänger*innen die Rolle von Kurt übernehmen. Offiziell bestätigt ist aktuell nichts Konkretes, aber Aussagen von Beteiligten deuten zumindest an, dass man für besondere Anlässe wie runde Jubiläen nicht kategorisch "Nein" sagt. Für Deutschland wären Städte wie Berlin, Hamburg oder Köln logische Optionen, weil dort seit Jahrzehnten eine große Alternative- und Grunge-Community sitzt.

Die Setlist & Show: Was dich erwartet

Auch wenn Nirvana selbst nicht mehr touren, ist die Frage "Wie würde eine Show heute klingen?" ein Dauerbrenner in Fanforen. Einen Eindruck liefern offizielle Live-Veröffentlichungen und die legendären Reunion-Momente, bei denen Dave Grohl und Krist Novoselic gemeinsam auf der Bühne standen – etwa bei Sonderauftritten mit Gast-Sänger*innen. Die Songs, die dabei fast immer auf der Liste stehen, geben einen ziemlich guten Hinweis auf das inoffizielle Nirvana-"Kernrepertoire".

Da wäre ganz vorn natürlich Smells Like Teen Spirit – der Song, der Generationen verbindet und trotzdem nie komplett totgespielt wirkt. Im typischen Ablauf eines Abends würde er wahrscheinlich eher gegen Ende kommen, wenn die Stimmung schon am Kochen ist. Davor würden Klassiker wie In Bloom, Come As You Are und Lithium das Feld aufbauen. Fans beschreiben in Kommentaren immer wieder dieses Gefühl, dass bei den ersten Noten von Come As You Are kollektiv Gänsehaut durch die Menge geht.

Aus In Utero würden Songs wie Heart-Shaped Box, Rape Me, Pennyroyal Tea und All Apologies kaum fehlen. Gerade All Apologies ist in der MTV-Unplugged-Version zu einer Art inoffizieller Abschiedshymne geworden, die viele Fans bei Tribute-Shows als emotionalen Schlusspunkt erleben wollen. Dazu kommen härtere Live-Favoriten wie Breed, Territorial Pissings, School, Aneurysm oder Negative Creep, die bei alten Bootlegs zeigen, wie roh und aggressiv Nirvana wirklich geklungen haben – weit entfernt vom radiotauglichen Eindruck mancher Studio-Versionen.

Ein besonderes Kapitel sind die Akustik-Sets. Das MTV Unplugged in New York-Konzert gehört längst zum Standardunterricht jeder Musikdoku. Songs wie About a Girl, die Cover von The Man Who Sold the World (David Bowie), Where Did You Sleep Last Night (Lead Belly) und Lake of Fire (Meat Puppets) zeigen eine andere, verletzlichere Seite der Band. Viele moderne Tribute-Acts in Deutschland orientieren sich genau daran und bauen ihre Shows zweigeteilt auf: erst ein lautes, schweißtreibendes Grunge-Set, danach ein reduzierter, akustischer Block mit Kerzenlicht-Atmosphäre.

Die typische Stimmung, von der Fans in Europa berichten, wenn sie heute Nirvana-Songs live (in welcher Konstellation auch immer) erleben, ist ein Mix aus Party, Katharsis und Traurigkeit. Menschen schreien sich bei Breed die Seele aus dem Leib, um bei Dumb fast schon andächtig mitzusingen. Viele beschreiben, wie sie sich gleichzeitig extrem lebendig und seltsam melancholisch fühlen – als würde der komplette 90er-Overload für einen Moment zurückkommen, auch wenn die meisten jüngeren Besucher damals noch nicht mal geboren waren.

Setlist-Diskussionen im Netz drehen sich oft darum, ob man selten gespielte Stücke wie Verse Chorus Verse, Sappy, Aneurysm oder You Know You're Right integrieren sollte. Gerade You Know You're Right, der posthum veröffentlichte Song aus den letzten Studio-Sessions, gilt vielen Fans als schmerzhafter Abschlusspunkt – ein Track, der andeutet, wohin die Reise stilistisch hätte gehen können, wenn alles anders gelaufen wäre. In Fan-Entwürfen für Traum-Setlists landet er oft als Opener oder direkt vor dem Finale.

Für deutsche Fans, die sich aktuelle Tribute- oder All-Star-Projekte anschauen, lohnt sich der Blick auf Setlist-Archiven im Netz. Dort sieht man sehr genau, welche Songs sich über die Jahre als unantastbare Klassiker etabliert haben und wo experimentiert wird. So entsteht eine Art inoffizieller Kanon: Wer Nirvana feiert, erwartet bestimmte Stücke – und ist gleichzeitig dankbar, wenn nicht nur die Standard-Hits runtergespult werden.

Die Gerüchteküche: Was Fans vermuten

Wenn du dich auf Reddit, TikTok oder in deutschen Discord-Servern umschaust, merkst du schnell: Nirvana sind längst mehr als "nur" eine alte Grunge-Band. Sie sind Projektionsfläche für Theorien, Wünsche und heiße Debatten. Eines der größten Dauerthemen: Wird es jemals wieder eine offizielle, größere Nirvana-Hommage-Tour mit Dave Grohl und Krist Novoselic geben – vielleicht mit wechselnden Gastsänger*innen?

In US-Fanforen kursieren regelmäßig Screenshots von Interviews, in denen Dave Grohl sagt, dass er die alten Songs liebt, aber gleichzeitig Respekt vor Kurts Vermächtnis hat und nichts "Zirkusartiges" daraus machen will. Viele Fans interpretieren das so, dass punktuelle Special-Auftritte möglich bleiben, eine große, kommerzielle Welttournee unter dem Namen Nirvana aber eher unwahrscheinlich ist. Trotzdem tauchen immer wieder angebliche "Leaks" von angeblichen Tourplänen auf – besonders, wenn ein rundes Jubiläum eines Albums ansteht.

Auf TikTok geht es weniger um Tourgerüchte und mehr um Mood. Da sieht man Clips von Teenagern in deutschen Kleinstädten, die auf dem Schulhof zu Smells Like Teen Spirit pogen, daneben Outfit-Videos im Grunge-Look oder Edits, in denen hochwertige Konzertmitschnitte von 1991/92 mit aktuellen Emo- oder Hyperpop-Tracks gemischt werden. Kommentare darunter lauten oft sowas wie: "Ich bin 16 und wünschte, ich hätte Nirvana live erleben können" oder "Diese Musik klingt, als würde sie endlich sagen, was in meinem Kopf abgeht."

Eine andere Fan-Theorie dreht sich um angeblich noch existierende, komplett unbekannte Songs auf alten Tapes. Jedes Mal, wenn jemand behauptet, ein Insider habe von "mehreren voll produzierten Tracks" aus den letzten Monaten vor Kurts Tod erzählt, bricht eine neue Welle an Spekulationen los. Bisher wurden solche Stories nie sauber belegt. Realistischer sind halbfertige Skizzen, Proberaum-Jams oder verschiedene Mixe bekannter Songs, die für künftige Archiv-Releases interessant sein könnten, aber nicht zwangsläufig völlig neue Hits liefern.

Besonders emotional diskutiert wird die Frage, wie man Nirvana heute überhaupt "richtig" feiern soll: Muss man die Tragik und Kurts psychische Probleme stärker mitdenken? Ist es respektlos, sich einfach nur betrunken zu Breed die Seele rauszuschreien? Viele junge Fans gehen bewusst reflektierter damit um, posten lange Threads zu Themen wie Drogenmissbrauch, Depression, gesellschaftlicher Druck und Queerness in der Rockszene – und verknüpfen das mit Kurts Statements gegen Sexismus, Homophobie und Rassismus aus alten Interviews.

In deutschen Kommentarspalten taucht außerdem immer wieder ein Streitpunkt auf: die Ticketpreise für große Tribute-Shows, Festival-Specials oder Coverbands, die offensiv mit Nirvana-Branding werben. Einige User werfen Veranstaltern vor, aus einer tragischen Geschichte maximal Kapital zu schlagen. Andere argumentieren, dass Livekultur 2026 generell teuer geworden ist und dass professionelle Bands, Technik und Locations nun mal Geld kosten. Zwischen diesen Fronten versuchen viele Fans, einen Mittelweg zu finden – vielleicht statt der größten, teuersten Tribute-Show lieber die kleinere, ehrlichere Clubband um die Ecke zu supporten.

Wie so oft im Netz gilt: Laut sind vor allem die Extreme. Dazwischen sitzt eine riesige Mehrheit an Leuten, die einfach nur die Musik fühlen, den Respekt vor Kurt behalten und sich darüber freuen, dass man 2026 problemlos in jedes Streaming-Abo eintauchen und innerhalb von Sekunden vom bratzigen Bleach-Sound zur warmen MTV-Unplugged-Stille springen kann.

Alle Daten auf einen Blick

Auch ohne aktive Band gibt es jede Menge Fakten, die für Fans spannend sind – von historischen Deutschland-Dates bis zu wichtigen Release-Jahren und Chart-Erfolgen.

KategorieDatum / JahrOrt / ReleaseInfo
Erstes Album1989BleachDebütalbum, ursprünglich auf Sub Pop erschienen, roher Grunge-Sound, noch vor dem großen Durchbruch.
Durchbruch1991NevermindEnthält Hits wie "Smells Like Teen Spirit", "Come As You Are", "Lithium"; löst den globalen Nirvana-Hype aus.
Major-Album1993In UteroDritter und letzter Studio-Longplayer, deutlich kantiger produziert, unter anderem von Steve Albini.
Legendäres Akustik-Set1993MTV Unplugged in New YorkAufnahme erscheint 1994 posthum; gilt als eines der prägendsten Unplugged-Alben überhaupt.
Historischer Deutschland-GigFrühe 90erBerlin, München, Hamburg u.a.Nirvana spielten mehrere Shows in Deutschland; Live-Mitschnitte kursieren als Bootlegs und Archiv-Releases.
Tod von Kurt Cobain1994SeattleMarkiert das offizielle Ende der Band; danach erscheinen zahlreiche Archiv- und Live-Veröffentlichungen.
Posthumer Song2002"You Know You27re Right"Letzte große Studioaufnahme von Nirvana; erscheint auf einer Best-of-Compilation.
Wichtige Compilation2002Nirvana (Best of)Umfasst zentrale Tracks der Bandgeschichte; für viele jüngere Fans der Einstiegspunkt.
Boxset2004With the Lights OutGroßes Archiv-Boxset mit Demos, Live-Versionen und Raritäten – Pflichtprogramm für Hardcore-Fans.
Jubiläums-Edition2021Nevermind 30th AnniversaryErweiterte Editionen mit Live-Mitschnitten und alternativen Mixen; 2026 weiterhin im Katalog präsent.
Offizielle Websitelaufendnirvana.comZentrale Anlaufstelle für News, Merch, Archiv-Infos und offizielle Releases.

Häufige Fragen zu Nirvana

Nirvana umgibt 2026 so viel Mythos, dass dieselben Fragen immer wieder auftauchen – von "Wer war das überhaupt genau?" bis "Warum identifizieren sich heute noch so viele Menschen mit dieser Band?" Hier bekommst du ausführliche Antworten.

Wer waren Nirvana eigentlich genau?
Nirvana waren eine US-amerikanische Rockband aus Aberdeen/Seattle, gegründet Ende der 80er. Die klassische Besetzung bestand aus Kurt Cobain (Gesang, Gitarre), Krist Novoselic (Bass) und Dave Grohl (Schlagzeug). Vor Dave Grohl gab es andere Drummer, aber die meisten kennen die Band in dieser Dreierkonstellation. Musikalisch verband Nirvana schwere Gitarrenriffs, einfache, aber extrem wirkungsvolle Songstrukturen und eine Stimme, die gleichzeitig wütend, verletzlich und melodisch war. Textlich kreiste Kurt um Themen wie Isolation, Selbsthass, gesellschaftliche Erwartungen, aber auch Liebe, Zärtlichkeit und Humor, der oft sehr schwarz ausfiel.

Im Rückblick ist Nirvana mehr als nur eine erfolgreiche Band: Sie stehen für eine komplette Umwälzung im Mainstream-Rock. Vor ihnen dominierten glatt produzierte Hardrock- und Glam-Acts, nach ihnen öffnete sich der Mainstream plötzlich für schmutzigere, ehrlichere Sounds. Viele spätere Alternative-, Emo- und Punkbands berufen sich direkt auf Nirvana als entscheidenden Einfluss.

Warum sprechen 2026 immer noch so viele Leute über Nirvana?
Mehrere Gründe treffen hier aufeinander. Erstens altern gute Songs einfach nicht. Tracks wie "Smells Like Teen Spirit", "Lithium" oder "About a Girl" funktionieren auch dann, wenn du nichts über die 90er weißt. Sie haben starke Hooks, markante Riffs und Melodien, die sofort hängenbleiben. Zweitens passt die Grundstimmung von Nirvanas Musik extrem gut in eine Zeit, in der viele junge Menschen mit psychischem Druck, Zukunftsangst und einem ständigen Überforderungsgefühl kämpfen. Diese Mischung aus Aggression, Müdigkeit und dem Bedürfnis, endlich ehrlich zu sein, steckt in sehr vielen Nirvana-Songs.

Drittens verstärkt der tragische Verlauf von Kurts Leben die Faszination. Menschen neigen dazu, Künstler*innen zu romantisieren, die jung sterben. Das ist problematisch, weil es oft die realen Kämpfe mit Depression, Sucht und Schmerz ausblendet. Gleichzeitig sorgt es aber dafür, dass Medien die Geschichte immer wieder neu erzählen – in Dokus, Biografien, Podcasts. Und je öfter das passiert, desto mehr neue Leute stolpern über die Musik und bleiben hängen.

Kann es jemals eine "richtige" Reunion von Nirvana geben?
In der Form von 1993/94: nein. Kurt Cobain ist 1994 gestorben, und ohne ihn wäre eine Band unter dem Namen Nirvana immer etwas anderes. Was es geben kann – und in Form einzelner Auftritte bereits gab – sind spezielle Konzerte, bei denen Dave Grohl und Krist Novoselic gemeinsam Nirvana-Songs spielen, unterstützt von Gastsänger*innen. Solche Momente sind extrem emotional für Fans, aber sie bleiben Ausnahmen.

In Interviews betonen die Beteiligten immer wieder, dass sie das Erbe respektvoll behandeln wollen. Eine große, dauerhafte Tour unter dem vollen Nirvana-Brand wirkt deshalb eher unwahrscheinlich. Realistischer sind Einzel-Events für besondere Anlässe, Tribute-Konzerte oder Festival-Specials, bei denen einzelne Songs gespielt werden. Für Deutschland heißt das: Falls so etwas passiert, wären Städte mit großer Rocktradition (Berlin, Hamburg, Köln, München) logische Kandidaten – aber solange nichts offiziell angekündigt ist, bleibt das reine Spekulation.

Wie unterscheidet sich Nirvana von anderen Grunge-Bands wie Pearl Jam oder Soundgarden?
Alle drei gehören zur berühmten Seattle-Szene, aber sie hatten sehr unterschiedliche Vibes. Pearl Jam klangen von Anfang an klassischer im Sinne von 70s-Rock, mit starkem Fokus auf Gitarrensoli, politischem Aktivismus und Stadion-Energie. Soundgarden hatten einen deutlich metallischeren Einschlag, experimentierten mit schrägen Taktarten und sehr hohen Gesangslinien von Chris Cornell.

Nirvana wirkten im Vergleich roher und direkter. Die Songs sind oft kürzer, simpler aufgebaut, und Kurts Stimme klingt weniger "perfekt", dafür näher am emotionalen Kern. Viele Leute beschreiben das so: Pearl Jam sind die Band für den langen Roadtrip, Soundgarden für Gitarren-Nerds – Nirvana sind für den Moment, in dem du nachts an die Decke starrst und nicht weißt, wohin mit dir. Natürlich ist das vereinfacht, aber dieser Unterschied in der Grundhaltung erklärt, warum ausgerechnet Nirvana für viele Jugendliche zur Band geworden sind, in der sie sich selbst erkennen.

Welche Releases sollte man sich 2026 unbedingt anhören, wenn man neu einsteigt?
Wenn du ganz frisch dabei bist, kommst du an drei Alben nicht vorbei: Nevermind, In Utero und MTV Unplugged in New York. Mit Nevermind bekommst du die Hits und den Sound, mit dem Nirvana die Charts übernommen haben. In Utero zeigt die härtere, kompromisslosere Seite der Band, die sich bewusst vom zu glatt gewordenen Mainstream distanzieren wollte. Und das Unplugged-Album ist so etwas wie ein intimes Gegenstück – leise, brüchig, unglaublich intensiv.

Wenn du dann tiefer einsteigen willst, lohnt sich ein Blick auf das Debüt Bleach für den ganz frühen, punkigen Sound. Dazu kommen Compilations wie Nirvana (Best of) und das Boxset With the Lights Out, in denen du Demos, alternative Versionen und Raritäten findest. Gerade in den Demos hörst du, wie Songs sich entwickeln – von roh und unfertig zu diesen zeitlosen Tracks, die heute millionenfach gestreamt werden.

Wie stehen deutsche Fans speziell zu Nirvana?
In Deutschland hat Nirvana seit den frühen 90ern einen extrem treuen Kern an Fans. Viele erinnern sich an TV-Auftritte, Magazinberichte und vor allem an die legendären Konzerte, die die Band damals hier gespielt hat. Wer damals dabei war, erzählt noch heute von verschwitzten Hallen, miesen PAs, kaputten Gitarren und dem Gefühl, dass da gerade etwas komplett Neues passiert.

Spannend ist, dass sich seit ein paar Jahren eine neue Welle an jüngeren Fans dazu gesellt, die die Band nur aus dem Internet kennen. In Berliner und Hamburger Clubs laufen Nirvana-Songs regelmäßig auf 90s- oder Alternative-Partys, auf dem Land hört man sie bei Wohnzimmer-Sessions mit Akustikgitarre. Die Art, wie deutsche Fans darüber sprechen, ist oft sehr persönlich: Viele verbinden mit bestimmten Songs ganz konkrete Lebensphasen – die erste große Liebe, die schlimmste Trennung, das Gefühl, im Abi-Jahr komplett durchzudrehen oder im Studium nicht zu wissen, wie es weitergehen soll.

Was ist der beste Weg, 2026 an verlässliche Nirvana-Infos zu kommen?
Weil es so viele Halbwahrheiten, Mythen und Clickbait rund um Nirvana gibt, lohnt es sich, auf ein paar Quellen besonders zu achten. Offizielle Infos zu Releases, Merch und Archiv-Projekten laufen in der Regel über das Label, die offiziellen Social-Media-Accounts und die Website nirvana.com. Dazu kommen seriöse Musikmagazine, die Interviews mit Dave Grohl, Krist Novoselic oder Produzenten wie Butch Vig und Steve Albini auswerten.

Fanforen, Subreddits und TikTok liefern dir zwar die schnellsten Reaktionen und Memes, aber dort musst du Gerüchte klar von bestätigten Fakten trennen. Ein guter Ansatz: Erst feiern, wenn die Quelle stimmt. Bis dahin kannst du die Spekulationen natürlich trotzdem genießen – nur eben mit dem Wissen, dass nicht alles, was gut klingt, auch wirklich stimmt.


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