Nikkei 225: 57.000 US-Stellen drehen den Markt
05.07.2026 - 02:28:18 | boerse-global.de
Ein Einbruch um über 1.100 Punkte am Freitagmorgen. Die Folge: ein gigantischer Rebound am Nachmittag. Schwache Arbeitsmarktdaten aus den USA haben dem Nikkei 225 zum Wochenschluss eine unerwartete Erleichterungsrally beschert.
Der japanische Leitindex beendete die Sitzung bei 69.744 Punkten. Das entspricht einem Tagesgewinn von knapp 1,5 Prozent. Auf Jahressicht verzeichnet das Barometer damit ein massives Plus von gut 75 Prozent. Die Ursache für den plötzlichen Stimmungsumschwung lag in Washington.
Im Juni entstanden in den USA lediglich 57.000 neue Stellen. Ökonomen hatten fast doppelt so viele erwartet. Diese schwachen Zahlen dämpfen die Angst vor restriktiven Zinsentscheidungen der Federal Reserve. Davon profitierte der techniklastige Tokioter Markt am Freitag enorm.
Halbleiterwerte treiben den Markt
Die anfängliche Nervosität war hoch. Der Volatilitätsindex des Nikkei sprang zeitweise um knapp 38 Prozent nach oben. Nach den US-Daten griffen Investoren dann jedoch gezielt bei Chip- und Elektronikwerten zu. Kioxia Holdings meldete die Auslieferung neuer Speicherprodukte. Das lieferte der gesamten Branche zusätzlichen Rückenwind.
Diese Werte führten die Erholung an:
* Kokusai Electric: +15,05 Prozent
* Rohm: +14,18 Prozent
* SUMCO: +11,30 Prozent
* Kioxia Holdings: +9,23 Prozent
* Taiyo Yuden: +8,30 Prozent
Konsumwerte blieben im schwungvollen Marktumfeld auf der Strecke. Takashimaya brach um rund neun Prozent ein. Dabei hatte der Einzelhändler die Umsatzerwartungen im zweiten Quartal sogar leicht übertroffen. Auch J. Front Retailing und Otsuka Holdings gaben nach. Schwergewichte wie SoftBank Group oder Nintendo beendeten den Handel ebenfalls im Minus.
70.000-Punkte-Marke als Barriere
Charttechnisch bleibt der langfristige Aufwärtstrend absolut intakt. Der Nikkei notiert deutlich über seiner 200-Tage-Linie. Diese verläuft aktuell bei rund 55.377 Punkten. Die psychologisch wichtige Marke von 70.000 Zählern bildet nun den nächsten massiven Widerstand.
Der Yen erholte sich nach den US-Daten minimal auf einen Kurs von 161,25 zum US-Dollar. Das nimmt der Bank of Japan vorerst den Druck für unmittelbare Währungsinterventionen. Parallel dazu kletterte die Rendite der zehnjährigen japanischen Staatsanleihen auf 2,81 Prozent. Ein solches Zinsniveau gab es in Japan seit 30 Jahren nicht mehr.
Die neue Handelswoche bringt gewaltigen Verkaufsdruck aus dem ETF-Sektor mit sich. Um fällige Dividenden auszuschütten, müssen Fonds in den kommenden Tagen massiv Positionen liquidieren. Am Mittwoch fließen dadurch voraussichtlich 600 Milliarden Yen aus dem japanischen Aktienmarkt. Am Freitag folgen weitere 900 Milliarden Yen. Die anstehenden Vorab-Quartalszahlen von Samsung am Dienstag treffen in Tokio somit auf ein charttechnisch äußerst sensibles Marktumfeld.
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