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Nikkei 225: 2.565-Punkte-Absturz unter 70.000

24.06.2026 - 07:23:26 | boerse-global.de

Nach acht Tagen Rekordjagd bricht der Nikkei 225 ein und fällt unter die 70.000-Punkte-Marke. Tech-Werte erleiden schwere Verluste.

Nikkei 225: Rekordrally endet mit heftigem Kursrutsch
Nikkei - Ein japanisches Candlestick-Chart zeigt einen starken Rückgang, mit roten Kerzen, die einen Marktabsturz symbolisieren, über der Skyline Tokios. 24.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Acht Tage Rausch. Dann kam der Kater.

Nach einer historischen Rallye, die den Nikkei 225 um über 8.100 Punkte nach oben getrieben hatte, folgte am Dienstag die Ernüchterung. Der japanische Leitindex stürzte um 2.565,58 Punkte oder 3,55 Prozent ab – der fünftgrößte Punktverlust der Geschichte. Schlussstand: 69.788,38 Punkte. Damit fällt der Index zurück unter die psychologisch wichtige Marke von 70.000 Zählern, die er seit dem 17. Juni gehalten hatte.

Der Ausverkauf traf vor allem die Tech- und Halbleiterwerte. Genau jene Sektoren, die den Höhenflug zuvor angeführt hatten.

Gewinnmitnahmen mit System

Die Botschaft war eindeutig: Anleger sicherten Gewinne. An nur acht Handelstagen war der Markt nach oben geschossen – eine Rallye, die nicht nachhaltig wirken konnte. Verstärkt wurde der Abverkauf durch eine Ansteckung aus Südkorea. Der KOSPI war dort um zehn Prozent eingebrochen.

Die Stimmung an der Tokioter Börse war verheerend negativ. Auf den Prime Market entfielen 1.154 gefallene Titel, nur 366 konnten sich behaupten. Der Umsatz erreichte 25,41 Milliarden Aktien, der Transaktionswert lag bei 13,73 Billionen Yen.

Korrektur bei Tech-Werten

Die größten Verlierer kamen aus dem KI- und Chip-Sektor. SoftBank Group verlor 10,1 Prozent, Tokyo Electron gab 6,2 Prozent nach. Kioxia Holdings stürzte um 15,1 Prozent ab – kein Einzelfall. Furukawa Electric und Mitsui Kinzoku verloren 15,5 beziehungsweise 12,6 Prozent.

Drei Schwergewichte – SoftBank, Tokyo Electron und Kioxia – drückten den Nikkei um mehr als 1.400 Punkte.

Instabile Gewinner waren defensive Aktien: Fujikura legte 5,3 Prozent zu, Meiji Holdings 3,5 Prozent und Nichirei 3,1 Prozent. Anleger flüchteten in Sicherheit.

Hinter dem Ausverkauf steht eine handfeste Sorge: Halten die KI-Investitionen, was sie versprechen? Der Sektor sei schlicht überfüllt, warnten Händler. Zu viele institutionelle Anleger hätten auf denselben Zug gesetzt.

Technik: Abkühlung mit Ansage

Der schnelle Einbruch kühlte die überhitzten Indikatoren spürbar ab. Der RSI, der am Montag noch bei 73 im überkauften Bereich lag, fiel auf 61,1 zurück – neutrales Terrain.

Der Rücksetzer unter 70.000 Punkte ist ein technisches Signal. Marktteilnehmer beobachten nun, ob sich eine Bodenbildung abzeichnet oder ob weitere Verluste nötig sind, um die Rallye zu verdauen.

Noch ist der Nikkei 225 von den Höhenflügen nicht abgeschnitten. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 72.831 Punkten beträgt lediglich 4,18 Prozent. Der 50-Tage-Durchschnitt bei 63.254 Punkten liegt noch deutlich unter dem aktuellen Niveau.

Ausblick: Zwischen Bullen und Zweifeln

Die Analysten sind gespalten. Bank of America und Citi hatten erst diese Woche ihre optimistische Haltung zu japanischen Aktien bekräftigt. Ihre Argumente: anhaltende KI-Nachfrage und solide Unternehmensbilanzen.

Der Ball liegt jetzt in den USA. Die anstehenden Halbleiterzahlen – allen voran der Bericht von Micron am 25. Juni – werden zeigen, ob der globale Tech-Ausverkauf eine echte Trendwende ist oder nur eine Verschnaufpause für überhitzte Sektoren.

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