Nexaro-Roboter reinigen Dresdens Stadtforum autonom
14.01.2026 - 10:13:12Dresden setzt als Vorreiter auf eine vollautomatisierte Roboterflotte für die Gebäudereinigung – ein Modell für smarte Kommunalverwaltungen.
Seit heute reinigen 25 autonome Roboter nachts das Dresdner Stadtforum. Die vollständige Inbetriebnahme der Flotte markiert einen wichtigen Schritt in der Automatisierung öffentlicher Gebäude. Die Roboter übernehmen die Reinigung von rund 5.000 Quadratmetern Teppichboden und entlasten so das Personal.
Digitaler Wandel in der kommunalen Infrastruktur
Hinter dem Projekt stehen der Wuppertaler Technologieanbieter Nexaro, ein Vorwerk-Spin-off, und die städtische Wohnungsgesellschaft Kommunale Immobilien Dresden (KID). Die Zusammenarbeit wurde bereits im Dezember 2025 angekündigt. Nachts, wenn das Verwaltungsgebäude leer steht, fahren die Nexaro NR 1500-Roboter ihre Routen autonom ab. Bis zum Morgen ist die gesamte Fläche gereinigt.
Dieser „kobotische“ Ansatz – also die Zusammenarbeit von Mensch und Roboter – soll das Reinigungspersonal von monotonen Flächenarbeiten befreien. Es kann sich stattdessen tagsüber anspruchsvolleren Aufgaben widmen. Eine Win-Win-Situation also?
Technik mit Datenschutz-Fokus
Die Integration der Roboter verlief reibungslos, weil sie von Anfang an mitgeplant war. „Ladestationen, Stromanschlüsse und Fahrrouten waren bereits im Bauplan berücksichtigt“, erklärt Julius Butze von der mitwirkenden Firma Dr. Butze GmbH. So wird der Betriebsablauf im Amt nicht gestört.
Ein zentrales Thema in einem öffentlichen Gebäude ist der Datenschutz. Die eingesetzten Roboter navigieren nicht mit Kameras, sondern mit Lasersensoren und KI-gestützter Kartierung. Diese Technik erfüllt die strengen DSGVO-Vorgaben, da keine personenbezogenen Daten oder Bilder erfasst werden. Ein entscheidender Vorteil für sensible Verwaltungsstandorte.
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Mehr Effizienz, weniger Personalmangel
Die ersten Betriebsdaten zeigen deutliche Effizienzgewinne. Durch die Automatisierung der Bodenreinigung werden rein rechnerisch bis zu zwei Vollzeitstellen frei. Diese Kapazitäten können für andere Instandhaltungsarbeiten genutzt werden – eine willkommene Entlastung angesichts des anhaltenden Fachkräftemangels im Facility Management.
Gesteuert wird die gesamte Flotte zentral über die cloudbasierte Plattform Nexaro HUB. Von dort aus überwachen Hausmeister den Status aller 25 Roboter, planen Reinigungszyklen und verfolgen Leistungskennzahlen in Echtzeit. So bleibt die Qualität stets kontrollierbar und nachweisbar.
Vorbild für den deutschen Robotermarkt
In Dresden kommt das Kompaktmodell NR 1500 zum Einsatz, das speziell für sicheren Betrieb in Büroumgebungen entwickelt wurde. Es war der erste Roboter seiner Art, der die internationale Sicherheitsnorm IEC 63327 für gewerbliche Reinigungsroboter erfüllte.
Das Unternehmen hat sein Portfolio stetig erweitert. Im Februar 2025 stellte Nexaro das größere Modell NR 1700 vor. Es ist mit Langstrecken-Lasersensoren ausgestattet und für komplexe Umgebungen wie Hotellobbys konzipiert. Der Markt für gewerbliche Reinigungsroboter wächst dynamisch.
Branchenbeobachter sehen im Dresdner Projekt einen wichtigen Praxistest für das „Smart Building“. Die erfolgreiche Integration einer so großen Flotte in einem kommunalen Gebäude könnte Schule machen. Andere Städte, die ihre Verwaltungsinfrastruktur modernisieren und Betriebskosten senken wollen, dürften genau hinschauen.
Modell für die Zukunft der Gebäudebewirtschaftung
Das Projekt ist mehr als ein Technologie-Experiment. Es zeigt, wie Automatisierung von Anfang an in die Planung einbezogen werden kann. Nexaro-Geschäftsführer Dr. Henning Hayn betont stets, dass die Technologie Reinigungskräfte unterstützen, nicht ersetzen soll.
Das Dresdner Modell – mit früher Planung, DSGVO-konformer Technik und hybriden Arbeitsabläufen – könnte zum Vorbild für künftige Ausschreibungen im öffentlichen Sektor in ganz Europa werden. Angesichts des Drucks, nachhaltiger und digitaler zu wirtschaften, ist der Weg vorgezeichnet. Die Roboter in Dresden haben ihn bereits aufgenommen.
PS: KI und Robotik unterliegen inzwischen neuen EU‑Regeln. Die EU‑KI‑Verordnung (AI‑Act) ist in Kraft und stellt Anforderungen an Kennzeichnung, Risikoklassen und Dokumentation für KI‑gestützte Systeme wie die hier eingesetzten Kartierungs‑Algorithmen. Unser kostenloser Umsetzungsleitfaden fasst die Pflichten praxisnah zusammen und hilft Verantwortlichen bei der schnellen Compliance‑Umsetzung. Jetzt kostenlosen KI‑Leitfaden anfordern


