News Corp (Class B), US65249B2088

News Corp (Class B): Was die unscheinbare Medien-Aktie jetzt spannend macht

19.02.2026 - 17:10:16

News Corp (Class B) läuft unter dem Radar – doch neue Zahlen, KI-Fantasie und stabile Dividende machen die Aktie wieder interessant. Wo stehen Kurs, Bewertung und Chancen für deutsche Anleger wirklich?

Bottom Line: Die News-Corp?Aktie (Class B, ISIN US65249B2088) bleibt ein klassischer Value-Titel – niedrige Bewertung, solide Bilanz, aber begrenztes Wachstum. Für deutsche Anleger ist das Papier vor allem als defensiver Medien- und Daten-Play mit Dividende interessant, weniger als Highflyer.

Gleichzeitig spekuliert der Markt zunehmend darauf, dass News Corp seine reichhaltigen Inhalte und Daten stärker für KI?Modelle lizensiert – ein potenzieller Kurstreiber, falls neue Deals folgen. Was Sie jetzt wissen müssen...

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Analyse: Die Hintergründe des Kursverlaufs

News Corp ist der global agierende Medienkonzern hinter Marken wie Wall Street Journal, Dow Jones, News UK, HarperCollins und einem großen Immobilienanzeigen-Geschäft (u. a. REA Group, Move).

Für deutsche Anleger ist spannend: Die Aktie bietet ein breit diversifiziertes Exposure zu US?Medien, Finanzdaten und Digital Classifieds, das so im DAX oder MDAX kaum zu finden ist.

Die Class?B?Aktien sind stimmrechtsstärker und in der Regel etwas weniger liquide als die Class?A?Papiere, notieren aber wirtschaftlich nahezu identisch. Institutionelle Investoren nutzen die Class?B?Aktien gern, wenn sie gezielt Stimmrechte aufbauen wollen.

Jüngste Geschäftszahlen und Marktreaktion

Zuletzt standen vor allem die Entwicklung im Daten- und Informationsgeschäft (Dow Jones) und die Performance im Buchverlag HarperCollins im Fokus. Das zyklische Werbegeschäft in Zeitungen bleibt strukturell unter Druck, wird aber zunehmend durch digitale Erlöse und Abos kompensiert.

Die Marktreaktion auf die letzten Quartalszahlen fiel gemischt aus: Operativ solide, aber ohne großen Wachstumsimpuls. Entsprechend pendelte der Kurs im Umfeld der üblichen Handelsspanne, größere Ausbrüche blieben aus.

Kennzahl (Konzern) Tendenz Einordnung für Anleger
Umsatzwachstum leicht positiv, aber unspektakulär Solide, eher defensives Profil statt Wachstumsstory
Dow Jones / Finanzdaten stabil wachsend Werttreiber, profitiert von Bedarf an Finanzinformationen
News Media (Zeitungen, TV) struktureller Druck, mehr Digitalumsätze Transformation im Gange, aber kein Wachstumssegment
Book Publishing (HarperCollins) volatil, abhängig von Bestsellern Zyklisch, kann einzelne starke Quartale liefern
Digital Real Estate Services langfristig attraktiv, konjunkturabhängig Hebel auf Immobilien- und Zinszyklus
Verschuldung vergleichsweise moderat gibt Spielraum für Dividenden und Rückkäufe

Warum das für deutsche Anleger relevant ist

Für Investoren aus Deutschland ist News Corp vor allem ein Spiel auf die Stabilität von Medienmarken und Datenabos – ähnlich wie RELX oder Wolters Kluwer, aber mit stärkerem Nachrichten- und Immobilienfokus.

Über gängige Broker und Neobroker mit US?Handel (Xetra?Zertifikate, Tradegate, NYSE?Direkthandel) ist die Aktie problemlos handelbar. Viele deutsche Anleger nutzen sie als Beimischung im Kommunikations- und Medien?Segment, abseits der bekannten deutschen TV?Konzerne.

Ein wichtiger Punkt: Die Erträge sind in US?Dollar. Deutsche Anleger tragen daher neben dem Unternehmensrisiko auch ein Währungsrisiko gegenüber dem Euro – schwächelt der Dollar, kann das selbst bei soliden Ergebnissen auf die Rendite drücken.

Strukturwandel: Print-Werbung raus, Daten und Digital rein

Der zentrale Investment Case liegt im Umbau des Geschäftsmodells. Klassische Print-Werbung und physische Ausgaben verlieren an Bedeutung, während digitale Abos, Online-Anzeigen und datengetriebene Dienste zulegen.

Besonders der Bereich Dow Jones (mit dem Wall Street Journal und professionellen Datendiensten) ist für den deutschen Markt indirekt relevant: Banken, Vermögensverwalter und Corporate-Finance?Berater in Deutschland greifen auf diese Daten zurück – News Corp verdient an dieser Nachfrage global mit.

Für Privatanleger ergibt sich daraus ein Profil als defensiver Qualitätswert mit begrenztem, aber berechenbarem Wachstum. Wer Tech-Momentum sucht, wird hier eher enttäuscht, wer stabile Cashflows schätzt, könnte dagegen Gefallen finden.

KI?Story: Lizenzen für Trainingsdaten als versteckter Hebel

Ein zunehmend diskutiertes Thema an der Wall Street ist die Rolle von News Corp als Daten- und Inhaltslieferant für KI?Modelle. Trainingsdaten für Large Language Models müssen rechtssicher lizensiert werden – und hier sind Medienhäuser mit großen Archiven im Vorteil.

Der Konzern hat in der Vergangenheit bereits Content?Deals mit großen Tech-Konzernen abgeschlossen. Kommen weitere, substanzielle KI?Partnerschaften hinzu, könnte das zu zusätzlichen, margenstarken Erlösströmen führen.

Für deutsche Anleger ist das eine Art Gratis-Option: Der Markt preist aktuell eher das klassische Mediengeschäft ein, nicht aber eine potenzielle KI?Monetarisierung im großen Stil.

Bewertung im Check: Value oder Value Trap?

Im Branchenvergleich wird News Corp oft mit einem Abschlag zu reinrassigen Daten- und Informationsanbietern gehandelt, weil das Portfolio heterogener ist und das zyklische Mediengeschäft bremst.

Typische Bewertungskennziffern wie Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) und EV/EBITDA liegen im Bereich klassischer Value?Titel und deutlich unter den hoch bewerteten Tech?Plattformen. Das spricht für ein asymmetrisches Profil: begrenztes Abwärtsrisiko, aber auch kein Selbstläufer nach oben.

Aspekt Chancen Risiken
Bewertung Discount vs. reinen Datenanbietern könnte berechtigt sein, falls Transformation stockt
Dividende laufender Cashflow für Einkommensinvestoren keine Garantie, abhängig von Profitabilität
KI?Lizenzen Option auf neue, hochmargige Erlöse Verhandlungen mit Big Tech können zäh sein
Werbegeschäft Erholung bei Konjunkturaufschwung struktureller Shift zu Plattformen wie Google/Meta
Immobilienportale Hebel auf Immobilienzyklus sensibel für Zinsen und Rezessionsrisiken
Regulatorik & Politik starke Marken, Einfluss in Kernmärkten politische Kontroversen können Reputationsrisiken bergen

Wie fügt sich News Corp in ein deutsches Depot ein?

Im Kontext eines typischen deutschen Depots mit DAX?Schwergewichten, etwas US?Tech und vielleicht einem ETF?Core bietet News Corp drei Funktionen:

  • Sektor-Diversifikation: Zugang zu globalen Medien, Daten und Online?Immobilien jenseits von ProSiebenSat.1, RTL & Co.
  • Währungsdiversifikation: US?Dollar-Exposure, das als Gegengewicht zum Euro dienen kann.
  • Ertragsprofil: Kombination aus Dividende und begrenztem Wachstum – eher für langfristige, konservative Anleger.

Wer bereit ist, zyklische Schwankungen im Werbe- und Immobiliengeschäft auszuhalten, kann News Corp als Ergänzung in einem breit gestreuten Aktienportfolio sehen, nicht als Kernposition.

Das sagen die Profis (Kursziele)

Die Sell-Side?Analysten in New York und London sehen News Corp überwiegend als Halte- bis moderaten Kaufkandidaten. Der Tenor: Solide Bilanz, interessante Assets, aber begrenzte Wachstumsdynamik im Kerngeschäft.

Große Häuser wie US?Investmentbanken und internationale Broker bewerten vor allem die Entwicklung im Dow?Jones?Segment und bei den Immobilienportalen als zentrale Treiber für künftige Kursziele.

Analystengruppe Grundtendenz Begründung
US?Großbanken neutral bis leicht positiv Value-Charakter, stabile Cashflows, aber kein High-Growth
Europäische Research?Häuser überwiegend Halteempfehlungen Diversifiziertes Portfolio, Währungs- und Strukturwandelrisiken
Langfristige Value?Investoren interessiert an Sum-of-the-Parts?Story Mögliche Unterbewertung einzelner Sparten wie Dow Jones oder Real Estate

Für deutsche Privatanleger sagt das übersetzt: Die Profis sehen aktuell kein klaren Anlass für Panik, aber auch keinen starken Katalysator für eine schnelle Kursverdopplung. Dafür muss entweder das Wachstum in den Kerngeschäften anziehen oder die KI?Story deutlich sichtbarer in den Zahlen ankommen.

Wer einsteigt, tut dies daher sinnvollerweise mit mittelfristigem Horizont und der Erwartung, dass News Corp seinen Umbau konsequent fortsetzt – nicht mit der Hoffnung auf kurzfristige Spekulationsgewinne.

Fazit für Ihr Depot: News Corp (Class B) ist kein gehypter KI?Highflyer, sondern ein robuster, unterbewerteter Medien- und Datenwert mit Dividende und optionaler KI?Fantastie. Für deutsche Anleger, die ihr Portfolio defensiv international diversifizieren wollen, kann sich ein genauer Blick lohnen – vorausgesetzt, Sie sind bereit, den langsamen, aber stetigen Strukturwandel des Konzerns geduldig zu begleiten.

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