New-Delhi-Erklärung, Nationen

New-Delhi-Erklärung: 88 Nationen einigen sich auf globale KI-Regeln

22.02.2026 - 03:00:12 | boerse-global.de

Indien hat mit der New-Delhi-Erklärung einen Meilenstein in der globalen KI-Governance gesetzt. 88 Nationen und Organisationen verabschiedeten auf dem AI Impact Summit 2026 einen gemeinsamen Rahmen für künstliche Intelligenz. Das nicht-bindende Abkommen priorisiert gerechten Zugang und verantwortungsvolle Entwicklung.

Der fünftägige Gipfel in der indischen Hauptstadt war der erste seiner Art im Globalen Süden. Er verschob das Zentrum der Debatte bewusst dorthin, wo die Prioritäten oft andere sind: auf gerechte Verteilung der KI-Vorteile und Überwindung der digitalen Kluft. Die erklärte Vision lautet „KI für alle„.

Die Erklärung ruht auf sieben Grundpfeilern, die einen umfassenden Fahrplan bilden. Ein zentrales Ziel ist die Demokratisierung von KI-Ressourcen, um auch kleineren Nationen und Startups bezahlbaren Zugang zu den Werkzeugen der Innovation zu ermöglichen.

Weitere Säulen umfassen den Einsatz von KI für Wirtschaftswachstum und sozialen Nutzen, den Aufbau sicherer Systeme, die Privatsphäre und Menschenrechte achten, sowie Investitionen in Qualifizierung. Angesichts des enormen Energiebedarfes von Rechenzentren fordert die Erklärung zudem die Entwicklung nachhaltiger und effizienter KI-Systeme.

Symbolischer Gipfelort mit großer Wirkung

Die Wahl Neu-Delhis als Austragungsort war hochsymbolisch. Indien gelang es, zwischen den unterschiedlichen Regulierungsphilosophien der USA, der EU und Chinas zu vermitteln – alle unterstützten die finale Erklärung. Der Gipfel zog Hunderttausende Teilnehmer an, darunter Staatschefs und KI-Konzernelenker.

Parallel zum Gipfel wurden mehrere globale Initiativen gestartet, um die Prinzipien mit Leben zu füllen. Dazu gehören eine Charta für die demokratische Verbreitung von KI und eine globale Wissensplattform, die „Global AI Impact Commons„.

Indien geht mit strengen nationalen Regeln voran

Die internationale Konsensbildung fällt mit einer Verschärfung der nationalen Digitalregeln Indiens zusammen. Seit dem 20. Februar gelten neue IT-Vorschriften: Soziale Medien müssen rechtswidrige Inhalte – einschließlich schädlicher KI-Generate wie Deepfakes – nicht mehr binnen 36, sondern bereits innerhalb von drei Stunden nach Meldung entfernen.

Zudem muss KI-generierter Content klar gekennzeichnet werden. „Das Ziel ist, Nutzer zu befähigen, indem klar wird, wann Inhalte synthetisch erzeugt sind“, so IT-Minister Ashwini Vaishnaw. Diese Doppelstrategie aus festen nationalen Regeln und internationaler Führungsrolle unterstreicht Indiens umfassenden Ansatz.

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Ein freiwilliger Rahmen mit großer Reichweite

Die Erklärung ist nicht bindend. Ihr Erfolg hängt vom anhaltenden Willen der Unterzeichner ab. Doch sie zeigt starken politischen Konsens für Kooperation. Der Fokus auf gemeinsame Prinzipien und Initiativen gilt als pragmatischer Schritt, um Vertrauen zwischen Nationen mit unterschiedlichen Interessen aufzubauen.

Die internationale Gemeinschaft wird nun beobachten, wie die sieben Säulen in konkrete Politik und grenzüberschreitende Projekte übersetzt werden. Die Vereinigten Arabischen Emirate wurden als Gastgeber für einen großen KI-Gipfel 2028 bekanntgegeben, die Schweiz richtet 2027 ein Folgetreffen aus. Der Schwung aus Neu-Delhi soll so erhalten bleiben.

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