Neurotechnologie, Heilung

Neurotechnologie: Heilung und Risiko fürs Gehirn

13.02.2026 - 22:39:12

Ein zweites BCI-Implantat in den USA zeigt medizinischen Fortschritt, während Studien die negativen Auswirkungen von KI-Chatbots und Social-Media-Algorithmen auf Gedächtnis und Aufmerksamkeit belegen.

Ein zweiter Patient in den USA erhielt eine fortschrittliche Gehirn-Computer-Schnittstelle. Gleichzeitig warnen Forscher vor den kognitiven Risiken von KI und sozialen Medien. Die Woche zeigt die zwei Gesichter des technologischen Fortschritts für unser Gehirn.

BCI-Implantat: Hoffnung für Schlaganfallpatienten

Am Harborview Medical Center in Seattle implantierten Ärzte diese Woche einem Schlaganfallpatienten ein vollständig implantierbares Brain-Computer-Interface (BCI). Das System des deutschen Herstellers CorTec zeichnet kontinuierlich die Gehirnaktivität auf und gibt gezielte elektrische Impulse ab. Ziel ist es, die Neuroplastizität – die Anpassungsfähigkeit des Gehirns – zu nutzen, um verlorene motorische Fähigkeiten wiederzuerlernen.

Die Studie ist von der US-Arzneimittelbehörde FDA genehmigt und wird von den National Institutes of Health gefördert. Die ermutigenden Ergebnisse des ersten Patienten ebneten den Weg für diese Erweiterung. Experten sehen in solchen Neurotechnologien einen Meilenstein für die Behandlung schwerer neurologischer Erkrankungen.

KI-Chatbots dämpfen kognitive Aktivität

Während Mediziner gezielt heilen, wächst die Sorge um unbeabsichtigte Schäden. Eine Studie des Massachusetts Institute of Technology (MIT) liefert alarmierende Daten: Der Einsatz von KI-Chatbots wie ChatGPT kann die neuronale Aktivität messbar senken.

Die Forscher beobachteten bei Studierenden, die KI zum Schreiben nutzten, eine schlechtere Erinnerungsleistung an die eigenen Texte. Dieses „kognitive Off-Loading“ – das Auslagern von Denkprozessen – könnte langfristig Kreativität und kritisches Denken schwächen. Die Befürchtung: Wie einst bei Taschenrechnern gewöhnt sich das Gehirn ab, selbst zu arbeiten.

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Social Media: Algorithmen im Visier der EU

Besonders im Fokus steht die Wirkung auf junge Gehirne. Die Europäische Kommission übt scharfe Kritik an TikTok und fordert Änderungen an „süchtig machenden“ Funktionen. Konkret gemeint sind:
* Das unendliche Scrollen
* Hochgradig personalisierte Empfehlungsalgorithmen
* Autoplay-Funktionen

Diese Mechanismen sollen die Nutzerbindung maximieren. Studien verbinden intensive Social-Media-Nutzung jedoch mit kürzerer Aufmerksamkeitsspanne, schlechterem Arbeitsgedächtnis und erhöhter Impulsivität. Die ständige Stimulation verändert die Belohnungssysteme im Gehirn in einer sensiblen Entwicklungsphase.

Die Zukunft: Balance zwischen Nutzen und Kontrolle

Die Neuroplastizität ist der Schlüssel zu beiden Entwicklungen: Sie ermöglicht Heilung durch BCIs, macht das Gehirn aber auch anfällig für negative Prägung durch digitale Reizüberflutung.

Die Zukunft verläuft auf zwei Schienen:
1. Medizinischer Fortschritt: Die BCI-Studie wird ausgeweitet. Revolutionäre Konzepte wie Biocomputer – eine Kombination aus menschlichen Gehirnzellen und Silizium – stehen in den Startlöchern.
2. Regulatorischer Druck: Die EU-Untersuchung gegen TikTok könnte Algorithmen grundlegend verändern.

Langfristig wird alles von der digitalen Kompetenz abhängen. Die Fähigkeit, Technologie bewusst zu steuern, anstatt von ihr gesteuert zu werden, wird zur Überlebensfrage für unsere geistige Gesundheit.

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