Hitzeschutz-Standards, Küchensicherheit

Neue Hitzeschutz-Standards verändern Küchensicherheit 2026

07.01.2026 - 22:51:12

Ab sofort gelten in deutschen Großküchen verschärfte Regeln für Schutzausrüstung und Gefährdungsbeurteilungen. Grund sind aktualisierte DGUV-Vorschriften und neue Zertifizierungsnormen für Hitzeschutzkleidung, die seit Jahresbeginn 2026 in Kraft sind.

Die überarbeitete DGUV Vorschrift 2 bringt grundlegende Änderungen für die betriebsärztliche und sicherheitstechnische Betreuung. Besonders kleine und mittlere Gastronomiebetriebe stehen vor neuen Herausforderungen. Die aktualisierte Verordnung verlangt eine dynamischere Gefährdungsbeurteilung, die bei jeder Änderung der Arbeitsbedingungen sofort angepasst werden muss – etwa bei neuen Geräten oder veränderten Schichten während Hitzewellen.

Für Küchenleiter bedeutet das: Sie müssen jetzt lückenlos dokumentieren, wie sie Hitzebelastungen reduzieren. Dabei muss nachgewiesen werden, dass die verwendete Schutzausrüstung dem aktuellen Stand der Technik entspricht. Alte, nicht konforme Ausrüstung lässt sich unter der verschärften Aufsicht der Berufsgenossenschaften kaum noch rechtfertigen.

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Zertifizierungsnormen fordern mehr Schutz

Herzstück der Neuerungen sind die überarbeiteten Normen DIN EN ISO 11612 für Schutzkleidung und DIN EN 407 für Schutzhandschuhe. Die 2026er-Version legt besonderen Wert auf Schutz vor Kontaktwärme und Flüssigkeitsspritzern – zwei der häufigsten Gefahren in Profiküchen.

Die neuen Kriterien verlangen von Schutztextilien nicht nur verbesserte Widerstandsfähigkeit gegen Hitze, sondern auch klarere Kennzeichnung der Leistungslevel. Fachleute betonen: Die “2026er-Norm” verlangt, dass Materialien nicht nur schwer entflammbar sind, sondern auch nach wiederholter Industriereinigung ihre Schutzfunktion behalten. Ein bekannter Schwachpunkt älterer Ausrüstung.

Für Küchen bedeutet das: Herkömmliche Kochjacken oder einfache Schürzen reichen an Arbeitsplätzen mit Fritteusen, Kombidämpfern oder offenen Flammen nicht mehr aus. Es sei denn, sie tragen die spezifischen ISO-11612-Zertifizierungen, die zum jeweiligen Risikoprofil passen.

Hitzeschutz wird zur Chef-Sache

Der regulatorische Push kommt nicht von ungefähr. Der Rekordsommer 2025 hat das Thema Hitzeschutz in den Fokus gerückt. In Küchenumgebungen, in denen die Raumtemperatur auch ohne äußere Hitze regelmäßig über 30 Grad steigt, ist der Schutz der Mitarbeiter zur Priorität geworden.

Interessanterweise adressieren die neuen Normen auch Atmungsaktivität und Ergonomie. Moderne zertifizierte Hitzeschutzkleidung verwendet fortschrittliche Faser-Mischungen, die hohen thermischen Widerstand bei geringem Gewicht bieten. Eine wichtige Entwicklung, denn Hitzestress entsteht nicht nur durch Verbrennungsgefahr, sondern auch durch kardiovaskuläre Belastung durch unatmungsbare Schutzschichten.

Praktische Herausforderungen für Küchenleiter

Das erste Quartal 2026 wird für viele Betriebe zur Audit- und Beschaffungsphase. Die Checklisten umfassen:

  • Bestandsaufnahme: Überprüfung aller Hitzeschutz-Handschuhe und Schürzen auf gültige CE-Kennzeichnung und aktuelle DIN/ISO-Referenzen
  • Gefährdungsbeurteilung: Anpassung an die neuen DGUV-Anforderungen, speziell bei thermischen Gefahren
  • Schulungen: Mitarbeiter müssen über die Grenzen ihrer Schutzausrüstung informiert werden – etwa dass ein “Level 1”-Hitzehandschuh für 250 Grad heiße Bratpfannen ungeeignet ist

Der Markt reagiert bereits: Spezialanbieter melden steigende Nachfrage und erste Lieferengpässe bei zertifizierter Berufskleidung.

Mehr Kontrollen erwartet

Mit Beginn des Inspektionszyklus 2026 rechnen Verbände mit verstärkten Stichproben der Berufsgenossenschaften. Besonderes Augenmerk dürfte auf Hochrisiko-Bereichen wie Frittier- und Grillstationen liegen.

Zukunftsmusik sind bereits “Smart Textiles” in Schutzausrüstung – Prototypen, die Körpertemperatur überwachen können, wurden auf Fachmessen gezeigt. Doch für die meisten deutschen Großküchen steht zunächst ein klareres Ziel im Vordergrund: der Übergang zu den neuen Standards für rechtssicheren Betrieb und den Schutz ihrer Mitarbeiter.

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