Grundsicherung, Vermieter

Neue Grundsicherung: Vermieter fürchten Mietausfälle

04.02.2026 - 12:13:11

Die geplante Sozialreform mit strengen Sanktionen für Leistungsempfänger könnte zu Zahlungsausfällen führen. Die Wohnungswirtschaft fordert eine automatische Direktzahlung der Miete.

Die geplante Sozialreform der Bundesregierung lässt Vermieter zittern. Ab Juli 2026 drohen bei der „Neuen Grundsicherung“ harte Sanktionen – und die Wohnungswirtschaft warnt vor einer Welle von Zahlungsausfällen.

Harte Sanktionen, unklare Folgen

Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) will das Bürgergeld durch die „Neue Grundsicherung“ ersetzen. Ein Kernpunkt: Wer zumutbare Jobangebote beharrlich ablehnt, dem kann der komplette Regelsatz gestrichen werden. Nur die Wohnkosten sollen im „Härtefall“ geschützt bleiben.

Doch genau hier liegt das Problem. Die Verbände GdW und Haus & Grund schlagen Alarm. Ihre Befürchtung: Wenn das Geld für Lebensmittel fehlt, werden betroffene Mieter das Wohngeld für den Supermarktbesuch nutzen – und nicht für die Miete.

Wer trägt das Risiko?

Für Vermieter wird das schnell existenziell. „Der Staat darf sein soziales Risiko nicht auf private Dritte abwälzen“, warnt Kai Warnecke, Präsident von Haus & Grund. Bleibt die Miete aus, laufen für den Eigentümer weiterhin alle Kosten:
* Betriebskosten
* Instandhaltung
* Kredittilgungen

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Bis eine Räumungsklage durch ist, können Monate vergehen. Die aufgelaufenen Mietschulden bleiben oft uneinbringlich. Besonders private Kleinvermieter, die auf die monatlichen Einnahmen angewiesen sind, fürchten den Dominoeffekt.

Die Forderung: Direktzahlung als Sicherheit

Die Branche fordert eine klare Gesetzesanpassung vor dem Start im Juli. Die zentrale Lösung: eine obligatorische Direktzahlung der Miete vom Jobcenter an den Vermieter, sobald Sanktionen verhängt werden.

Bisher ist dieser Automatismus oft nur auf Antrag möglich. „Bei einer Null-Sanktion muss das sofort greifen, um Obdachlosigkeit und Ausfälle zu verhindern“, argumentiert die Wohnungswirtschaft. Ohne diese Sicherheit, so die Warnung, werden Vermieter künftig noch seltener an Leistungsempfänger vermieten.

Neuer Stress für den angespannten Wohnungsmarkt

Die Debatte trifft einen ohnehin überhitzten Markt. In Großstädten wie Berlin oder München ist bezahlbarer Wohnraum bereits jetzt Mangelware. Könnte der Bezug der neuen Grundsicherung zum Vermieter-Risiko werden?

Marktbeobachter sehen die Gefahr einer Stigmatisierung. Die Folge: Empfänger der Leistung haben kaum noch Chancen auf dem freien Markt. Der Druck auf den sozialen Wohnungsbau würde sich weiter erhöhen, während private Anbieter sich zurückziehen.

Die kommenden Wochen bis zur finalen Verabschiedung werden entscheidend sein. Bleibt es bei den harten Sanktionen ohne automatischen Mietenschutz, prophezeien Experten einen deutlichen Anstieg von Räumungsklagen ab der zweiten Jahreshälfte 2026.

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