Netflix, Aktie

Netflix Aktie: M&A-Risiken

23.01.2026 - 08:54:33

Netflix übertrifft Quartalserwartungen, doch der geplante Milliardenkauf von Warner Bros. Discovery und ein verhaltener Ausblick drücken die Aktie. Analysten senken Kursziele.

Netflix hat mit starken Zahlen für das vierte Quartal 2025 geliefert, gleichzeitig aber mit seinem Ausblick und der Mega-Übernahme von Warner Bros. Discovery (WBD) deutliche Fragezeichen ausgelöst. Die Aktie geriet gestern unter Druck und schloss bei 83,54 US‑Dollar, ein Minus von 2,13 %. Auffällig war vor allem das hohe Handelsvolumen von rund 67 Millionen Papieren, deutlich über dem Drei-Monats-Schnitt.

  • Q4 2025 über den Erwartungen bei Umsatz und Gewinn je Aktie
  • Wachstumsausblick 2026 verhaltener als bisher
  • Großdeal mit Warner Bros. Discovery sorgt für finanzielle und regulatorische Unsicherheit
  • Analysten senken Kursziele teils deutlich

Starke Q4-Zahlen, aber gebremster Ausblick

Im vierten Quartal 2025 erzielte Netflix einen Umsatz von 12,05 Milliarden US‑Dollar, ein Plus von 18 % im Jahresvergleich. Damit lag das Unternehmen leicht über der Konsensschätzung von 11,97 Milliarden US‑Dollar. Der Gewinn je Aktie erreichte 0,56 US‑Dollar und übertraf die erwarteten 0,55 US‑Dollar knapp.

Die Zahl der Abonnenten stieg auf über 325 Millionen und untermauert die starke Marktposition des Konzerns im Streaming-Geschäft. Ein wesentlicher Wachstumstreiber war das Werbegeschäft: 2025 erzielte Netflix hier mehr als 1,5 Milliarden US‑Dollar Umsatz. Das Management peilt für 2026 eine Verdopplung auf rund 3 Milliarden US‑Dollar an.

Für Skepsis sorgte allerdings der Ausblick. Für das Gesamtjahr 2026 stellt Netflix ein Umsatzwachstum von 12 bis 14 % in Aussicht. Damit läge das Wachstum spürbar unter den rund 16 % aus 2025 und unter früheren Erwartungen.

In der Folge reagierten mehrere Analystenhäuser mit teils deutlichen Kurszielsenkungen:
– Bernstein Research bestätigte zwar „Outperform“, reduzierte das Kursziel aber von 125 auf 115 US‑Dollar und verwies auf Margenrisiken.
– Argus senkte von 141 auf 110 US‑Dollar.
– New Street Research zog das Kursziel auf 96 US‑Dollar zurück.

Warner-Deal als Belastungsfaktor

Am stärksten lastet derzeit die geplante Übernahme zentraler Studio- und Streaming-Assets von Warner Bros. Discovery auf der Aktie. Netflix hat das Fusionsabkommen zuletzt angepasst und bietet nun 27,75 US‑Dollar je WBD‑Aktie in bar. Der Deal hätte damit ein Volumen von rund 82,7 Milliarden US‑Dollar. Mit der Umstellung auf ein reines Barangebot will das Management die Unsicherheit um aktienbasierte Komponenten für WBD‑Aktionäre ausräumen.

Parallel bleibt jedoch der konkurrierende Bieter Paramount Skydance im Rennen. Deren feindliches Übernahmeangebot liegt bei 30 US‑Dollar je WBD‑Aktie, was einem Unternehmenswert von 108,4 Milliarden US‑Dollar entspricht, und wurde bis zum 20. Februar 2026 verlängert. Die Konstellation verschärft den Bieterwettbewerb und erhöht den Druck auf Netflix, ohne dass klar ist, zu welchen Konditionen der Deal am Ende zustande kommen kann.

Kontext: Hohe Bewertung und Konsolidierungskosten

Die aktuelle Schwäche des Papiers erfolgt vor dem Hintergrund einer bereits spürbaren Korrektur. Gegenüber dem Rekordhoch von 133,91 US‑Dollar im Juni 2025 notiert die Aktie derzeit rund 38 % tiefer. Operativ bleibt das Geschäft jedoch solide: Für 2026 stellt Netflix eine operative Marge von 31,5 % in Aussicht.

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Der geplante Zukauf von WBD verändert allerdings die finanzielle Lage deutlich. Zur Finanzierung des knapp 83 Milliarden US‑Dollar schweren Deals hat Netflix sein Aktienrückkaufprogramm ausgesetzt. Damit entfällt ein wichtiger stützender Faktor für den Kurs.

Hinzu kommt der politische Widerstand. Bestätigt wurde gestern, dass Co‑CEO Ted Sarandos im Februar vor einem Unterausschuss des US‑Senats zur kartellrechtlichen Dimension der Transaktion aussagen soll. Senatoren wie Mike Lee und Elizabeth Warren haben den Zusammenschluss öffentlich als mögliches „Anti-Monopol-Albtraum“-Szenario bezeichnet. Der regulatorische Druck verstärkt damit die wahrgenommenen Risiken.

Im Vergleich zu WBD bringt Netflix mit 325 Millionen Abonnenten zwar ein deutlich größeres Kundenfundament mit, WBD steuert jedoch eine umfangreiche Studiostruktur und eine erhebliche Schuldenlast bei. Die Integration dieser Strukturen ist komplex – in einem Markt, der sich von reinem Nutzerwachstum hin zu Profitabilität und Konsolidierung verlagert. Netflix verfolgt mit dem Deal das Ziel, sich bei langformatierten Inhalten noch klarer gegenüber Plattformen wie YouTube und TikTok zu positionieren.

Ausblick: Wichtige Termine im Februar

Die nächsten Wochen dürften stark von zwei Terminen geprägt sein. Zum einen steht im Februar die Anhörung von Ted Sarandos im US‑Senat an, bei der Aussagen zum Wettbewerb und zur Marktstruktur Hinweise auf die regulatorische Einschätzung des Deals liefern dürften. Zum anderen markiert der 20. Februar 2026 mit dem Ablauf der Paramount‑Skydance‑Offerte für WBD einen entscheidenden Punkt im Bieterprozess.

Trotz der Kurszielkürzungen bleibt das Analystenbild insgesamt verhalten positiv: Der Konsens liegt bei einer Einstufung „Moderate Buy“ und einem durchschnittlichen Kursziel von rund 119 US‑Dollar – was im Erfolgsfall der Transaktion und bei beherrschbaren Risiken spürendes Aufwärtspotenzial signalisieren würde. Charttechnisch testet die Aktie derzeit eine Unterstützungszone um 83 US‑Dollar; ein Bruch dieser Marke könnte weiteren Druck nach sich ziehen, während Fortschritte bei Regulierung und M&A‑Prozess Voraussetzung für eine nachhaltige Gegenbewegung bleiben.

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