Netflix, Aktie

Netflix Aktie: Doppelschlag trifft Kurs

18.04.2026 - 16:48:36 | boerse-global.de

Trotz starker Quartalszahlen und einer Entschädigungszahlung von 2,8 Milliarden Dollar enttäuscht der Ausblick von Netflix. Zusätzlich belastet der angekündigte Abgang von Mitgründer Reed Hastings die Aktie.

Netflix Aktie: Doppelschlag trifft Kurs - Foto: über boerse-global.de
Netflix Aktie: Doppelschlag trifft Kurs - Foto: über boerse-global.de

Rekordgewinn, Mitgliederzahl über 325 Millionen, milliardenschweres Rückkaufprogramm — und trotzdem bricht die Aktie ein. Freitag war kein guter Tag für Netflix-Aktionäre. Zwei Nachrichten trafen gleichzeitig ein und keiner von beiden konnte der Markt etwas abgewinnen.

Starke Zahlen, trüber Ausblick

Das erste Quartal 2026 lief gut. Netflix steigerte den Umsatz auf 12,25 Milliarden Dollar — ein Plus von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr und leicht über der Analystenerwartung. Der Gewinn je Aktie kletterte auf 1,23 Dollar, mehr als doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum.

Allerdings steckt ein Sondereffekt dahinter. Netflix kassierte 2,8 Milliarden Dollar als Entschädigungszahlung, nachdem die geplante Übernahme von Warner Bros. Discovery im Februar geplatzt war. Ohne diesen Einmaleffekt wäre das Bild deutlich nüchterner.

Kein Wunder, dass Anleger genau auf den Ausblick schauten. Und der enttäuschte. Für das zweite Quartal prognostiziert das Management einen Umsatz von 12,57 Milliarden Dollar — Analysten hatten 12,64 Milliarden erwartet. Der Gewinn je Aktie soll bei 0,78 Dollar liegen, die Schätzungen lagen bei 0,84 Dollar. Die Jahresziele für 2026 blieben unverändert bei 50,7 bis 51,7 Milliarden Dollar Umsatz. Eine Anhebung nach dem starken Quartal? Fehlanzeige.

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Hastings verlässt das Unternehmen

Der zweite Belastungsfaktor kam aus der Chefetage. Mitgründer und Verwaltungsratsvorsitzender Reed Hastings gab bekannt, bei der Hauptversammlung am 4. Juni nicht mehr zur Wiederwahl anzutreten. Nach 29 Jahren endet damit seine direkte Verbindung zum Unternehmen.

Co-CEOs Greg Peters und Ted Sarandos führen Netflix bereits seit 2023. Operativ ändert sich wenig. Trotzdem markiert der Abgang des Gründers eine Zäsur — und Märkte mögen Zäsuren nicht.

Bewertung nach dem Kursrutsch

Die Aktie verlor am Freitag 9,72 Prozent und schloss bei 97,31 Dollar. Das Forward-KGV liegt nun bei rund 31. Technische Analysten beobachten die Zone zwischen 96 und 101 Dollar als mögliche Unterstützung.

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Auf der positiven Seite: Netflix will seinen Werbeumsatz 2026 auf rund 3 Milliarden Dollar verdoppeln. Bereits 60 Prozent aller Neuabonnements entfallen auf den werbefinanzierten Tarif. Den freien Cashflow erwartet das Management bei 12,5 Milliarden Dollar für das Gesamtjahr — gestützt durch die Warner-Entschädigungszahlung. Vom Aktienrückkaufprogramm sind noch 6,8 Milliarden Dollar offen. Ob das reicht, um das Vertrauen der Investoren zurückzugewinnen, hängt maßgeblich davon ab, wie das Werbeschäft im zweiten Halbjahr skaliert.

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