Nestlé ruft Säuglingsnahrung wegen Bakteriengift zurück
24.01.2026 - 21:30:12Nestlé startet einen umfassenden Rückruf für Babymilch in Deutschland. Betroffen sind bestimmte Chargen der Marken „Beba“ und „Alfamino“. Grund ist eine mögliche Verunreinigung mit dem Bakteriengift Cereulid. Der Konzern handelt vorsorglich, obwohl bislang keine bestätigten Erkrankungsfälle vorliegen. Die Quelle liegt bei einem Zulieferer.
Die Rückrufaktion hat globale Dimensionen angenommen. Sie erstreckt sich über Dutzende Länder und könnte mehr als 800 Produkte aus über zehn Nestlé-Werken betreffen. In Deutschland sind verschiedene Produktlinien betroffen, darunter BEBA expert HA und BEBA supreme.
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Verbraucherschützer kritisieren das Krisenmanagement scharf. Die Organisation foodwatch wirft Nestlé vor, bereits Anfang Dezember von der möglichen Kontamination gewusst zu haben. In einigen europäischen Ländern wie Dänemark gab es demnach Mitte Dezember bereits erste Rückrufe.
In Deutschland soll es Ende Dezember einen „stillen Rückruf“ gegeben haben – Produkte wurden aus den Regalen genommen, ohne die Öffentlichkeit zu warnen. Diese Verzögerung könnte fatale Folgen gehabt haben: Eltern berichten von Kindern mit Symptomen wie Erbrechen im Dezember, die nach einem Nahrungswechsel abklangen.
Globale Lieferketten unter der Lupe
Das Problem ist nicht auf Nestlé beschränkt. Auch Konkurrenten wie Danone und Lactalis riefen Produkte zurück, die die gleiche, potenziell belastete Zutat enthielten. Es handelt sich um ARA-Öl des chinesischen Herstellers Cabio Biotech.
In Frankreich ermittelt die Justiz nach dem Tod zweier Säuglinge, die betroffenes Milchpulver konsumiert hatten. Ein kausaler Zusammenhang ist jedoch nicht nachgewiesen. Der Fall zeigt die Verwundbarkeit globaler Lieferketten und entfacht die Debatte über Transparenz bei Lebensmittelwarnungen neu.
Was betroffene Verbraucher tun sollten
Nestlé fordert Eltern auf, die Chargennummern und Mindesthaltbarkeitsdaten zu prüfen.
* Betroffene Produkte dürfen nicht verfüttert werden.
* Sie können im Handel zurückgegeben werden.
* Der Kaufpreis wird auch ohne Kassenbon erstattet.
Bei gesundheitlichen Bedenken sollte ein Kinderarzt konsultiert werden. Der Vorfall dürfte zu schärferen Kontrollen in der gesamten Branche führen. Für Nestlé geht es nun auch darum, das verlorene Verbrauchervertrauen zurückzugewinnen.


