Nestlé Aktie: Kontaminationskrise eskaliert
22.01.2026 - 10:18:33Der Säuglingsnahrung-Rückruf des Schweizer Konzerns weitet sich zum branchenweiten Problem aus. Auch Danone und Lactalis ziehen nun Chargen zurück. Die gemeinsame Ursache: ein kontaminierter Zulieferer aus China. Während die Nestlé-Aktie bereits 4% seit Rückrufbeginn verloren hat, stellt sich die Frage nach dem Ausmaß der Reputationsschäden – besonders im lukrativen China-Geschäft.
Die wichtigsten Fakten:
– Rückruf erfasst mindestens 53 Länder auf vier Kontinenten
– Danone und Lactalis mittlerweile ebenfalls betroffen
– Ursache: Arachidonsäure-Öl eines niederländischen Lieferanten mit chinesischer Herkunft
– Säuglingsnahrung macht 5% des Nestlé-Umsatzes aus
– Bisher keine bestätigten Krankheitsfälle gemeldet
Vom Einzelfall zur Branchenkrise
Was Anfang Januar als Nestlé-spezifisches Problem begann, erfasst nun die gesamte Säuglingsnahrungsbranche. Am Mittwoch bestätigte Lactalis den Rückruf seiner Picot-Milch in 18 Ländern. Die Singapore Food Agency hatte bereits am Wochenende Chargen von Danones Dumex Dulac 1 und Nestlés NAN HA1 SupremePro vom Markt genommen – in allen Fällen wurde das Bakteriengift Cereulid nachgewiesen.
Die Spur führt zu einem gemeinsamen Nenner: kontaminiertes ARA-Öl eines niederländischen Lieferanten, dessen Rohstoff aus China stammt. Nestlé hatte die Qualitätsprobleme bereits im Dezember in einer niederländischen Fabrik identifiziert und die Zusammenarbeit mit dem Zulieferer ausgesetzt. Die Produktion läuft mittlerweile mit alternativen Lieferanten wieder.
Ungleiche Betroffenheit
Die Marktreaktionen fallen unterschiedlich aus. Während Danones Aktie am Mittwoch um 8,3% einbrach, zeigt sich Nestlé mit einem Minus von 4% seit Rückrufbeginn vergleichsweise stabil. JPMorgan-Analysten bezeichneten die Danone-Reaktion als übertrieben und verwiesen auf Hochtemperatur-Verfahren in der Produktion, die Bakterien abtöten.
Der strukturelle Unterschied liegt im Geschäftsmix: Säuglingsnahrung macht bei Nestlé etwa 5% des Umsatzes aus, bei Danone sind es 21%. Dennoch bleibt für Nestlé ein kritischer Faktor: der chinesische Markt. Das hochprofitable Segment könnte durch Reputationsschäden nachhaltig leiden – zumal die Kontaminationsquelle aus China stammt.
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Krise zur Unzeit
Der Rückruf trifft Nestlé in einer heiklen Phase. CEO Philipp Navratil, seit September 2025 im Amt, treibt einen umfassenden Konzernumbau voran. Im Oktober kündigte das Unternehmen den Abbau von 16.000 Stellen über zwei Jahre an. Die Portfolio-Überprüfung läuft auf Hochtouren.
In einer Videobotschaft vom 14. Januar entschuldigte sich Navratil für die „Sorgen und Störungen” bei Eltern und Betreuern. Bernstein bestätigte am Mittwoch die Neutral-Einstufung für die Aktie, die derzeit bei 72,98 Franken notiert.
Jahresergebnisse im Fokus
Am 19. Februar präsentiert Nestlé die Zahlen für 2025. Die Kontaminationskrise wird sich in den Daten noch nicht vollständig widerspiegeln, dürfte aber den Ausblick belasten. Der Analystenkonsens zeigt sich mit einem durchschnittlichen Kursziel von 88,38 Franken (Spanne: 71,71 bis 101,85 Franken) vorsichtig optimistisch. Ob diese Erwartungen nach den jüngsten Entwicklungen Bestand haben, wird die kommende Berichtssaison zeigen.
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