Nestle, Aktie

Nestle Aktie: Heikle Entscheidungen?

26.01.2026 - 13:45:31

Nestlé hat den Verkauf seiner europäischen Wassersparte mit Marken wie Perrier und Vittel eingeleitet. Der Deal wird von rechtlichen Auseinandersetzungen und einem Umweltskandal in Frankreich überschattet.

Nestlé hat den Verkaufsprozess für sein europäisches Wassergeschäft offiziell gestartet. Die Sparte mit Marken wie Perrier, San Pellegrino und Vittel soll rund 5 Milliarden Euro einbringen – doch der Deal steht unter keinem guten Stern. Ein Skandal in Frankreich und rechtliche Auseinandersetzungen überschatten die Transaktion.

Die wichtigsten Fakten:
– Erstrundengebote werden im Januar erwartet
– Mehrere Private-Equity-Schwergewichte zeigen Interesse
– Französische Klage fordert 1,6 Milliarden Euro Schadensersatz
– Parallelinvestitionen in Schwellenländer laufen weiter

Private Equity zeigt Interesse

PAI Partners, Blackstone, KKR, Bain Capital und Clayton Dubilier & Rice haben laut Informationen Interesse an der Wassersparte signalisiert. Rothschild & Co. begleitet den Prozess als Berater. Banken bereiten derzeit eine Akquisitionsfinanzierung von 2 bis 3 Milliarden Euro vor, aufgeteilt auf Euro- und Dollar-denominierte Leveraged Loans. Bei einem geschätzten EBITDA von rund 500 Millionen Euro entspricht dies einem Verschuldungsgrad von vier bis sechs mal EBITDA.

PAI Partners hat bereits Geschäftsbeziehungen zu Nestlé – der Finanzinvestor unterhält zwei Joint Ventures im Eiscreme- und Pizza-Geschäft des Konzerns.

Französischer Skandal belastet

Die Wassersparte kämpft mit massiven Altlasten. Ein französischer Senatsausschuss stellte im Mai 2025 fest, dass die Regierung illegale Praktiken von Nestlé Waters vertuscht hatte. Der Konzern setzte verbotene Wasseraufbereitungsmethoden ein – darunter UV-Filter und Aktivkohlefilter an den Standorten Vergèze und Vosges. Die französische Betrugsbekämpfungsbehörde bezifferte den wirtschaftlichen Schaden auf über 3 Milliarden Euro. Nestlé zahlte 2024 eine Strafe von 2 Millionen Euro zur Beilegung strafrechtlicher Ermittlungen.

Im Dezember verschärfte sich die Lage: Der französische Wettbewerber Bonneval Emergence reichte Klage ein und fordert 1,6 Milliarden Euro Schadensersatz, einen Verkaufsstopp für Vittel, Contrex und Perrier sowie einen Produktrückruf. Pro Tag Verzögerung droht eine zusätzliche Strafe von 1 Million Euro.

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Gegenbewegungen in Asien

Parallel zum Verkaufsprozess setzt CEO Philipp Navratil auf Wachstum in Schwellenländern. Am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos kündigte der Konzern 60 Millionen Dollar zusätzliche Investitionen in Pakistan an. Das Land soll als regionales Produktions- und Exportzentrum dienen und 26 Länder beliefern.

Probleme bereitet hingegen China. Die Geburtenzahlen 2025 fielen auf den niedrigsten Stand seit 1949 – struktureller Gegenwind für das Babynahrungsgeschäft. Hinzu kommt ein Rückruf von Säuglingsnahrung, für den sich Navratil Mitte Januar per Video öffentlich entschuldigte.

Transformation unter neuem CEO

Die Veräußerung des Wassergeschäfts ist Teil der strategischen Neuausrichtung unter Philipp Navratil, der im September 2025 die Führung übernahm. Nestlé hatte bereits 2021 sein nordamerikanisches Quellwassergeschäft für 4,3 Milliarden Dollar an One Rock Capital Partners verkauft. Analysten bewerten die verbliebenen Premium-Marken grundsätzlich als hochwertig, sehen aber Reputationsrisiken durch Umweltbedenken und die französischen Rechtsstreitigkeiten. Die Größe der zu verkaufenden Beteiligung und der genaue Zeitrahmen stehen noch nicht fest. Die Erstrundengebote werden in den kommenden Wochen erwartet.

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