Nestlé Aktie: Doppelschlag
16.01.2026 - 11:27:33Der weltgrößte Nahrungsmittelkonzern steht vor einer heiklen Gemengelage: Während ein globaler Rückruf von Säuglingsnahrung das Vertrauen erschüttert, formiert sich im lukrativen Kaffeegeschäft ein neuer Großkonkurrent. CEO Philipp Navratil, erst wenige Monate im Amt, muss sein erstes Krisenmanagement bewältigen – ausgerechnet in China, wo Verbraucher bei Babynahrung besonders sensibel reagieren.
Die wichtigsten Fakten im Überblick:
- 53 Länder haben Gesundheitswarnungen für Nestlé-Säuglingsnahrung ausgegeben
- Betroffen sind die Marken SMA, BEBA, NAN und Alfamino
- Grund: Mögliche Kontamination mit dem Toxin Cereulide
- Parallel startet Keurig Dr Pepper 18-Milliarden-Dollar-Übernahme von JDE Peet’s
- Neuer Kaffee-Riese soll Nestlé als Marktführer herausfordern
Krisenreaktion mit Video-Entschuldigung
Am 14. Januar veröffentlichte Navratil eine persönliche Stellungnahme per Video. Der Auslöser: kontaminiertes Arachidonsäure-Öl eines externen Lieferanten, das Übelkeit und Erbrechen auslösen kann. Nestlé hat die Zusammenarbeit mit dem Zulieferer ausgesetzt.
Besonders brisant ist die Lage in China. Die dortige Marktaufsichtsbehörde forderte den Konzern auf, die “unternehmerische Verantwortung zu erfüllen”. Barclays-Analysten bezeichnen die Situation als “ziemlich schädlich” für das China-Geschäft. Der chinesische Markt für Säuglingsnahrung hat ein Volumen von 185 Milliarden Yuan (26,5 Milliarden Dollar). Nach früheren Milchskandalen anderer Hersteller ist das Vertrauen der Verbraucher dort besonders fragil.
Kaffee-Konkurrenz wächst zusammen
Die zweite Herausforderung kommt aus dem Kerngeschäft. Keurig Dr Pepper hat am 15. Januar offiziell sein Übernahmeangebot für JDE Peet’s gestartet – 31,85 Euro je Aktie, insgesamt 18 Milliarden Dollar. 69 Prozent der JDE-Aktionäre haben bereits zugestimmt, alle kartellrechtlichen Genehmigungen liegen vor. Der Abschluss wird im zweiten Quartal 2026 erwartet.
Nach der Transaktion plant Keurig Dr Pepper eine Aufspaltung: Ein reines Kaffee- und Teeunternehmen mit Marken wie Peet’s, L’OR, Jacobs und Douwe Egberts soll in über 100 Ländern operieren. Das zweite Unternehmen bündelt das Erfrischungsgetränke-Geschäft mit Dr Pepper und 7UP.
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Der Zeitpunkt der Konsolidierung ist bemerkenswert. Arabica- und Robusta-Preise haben durch Dürren in Brasilien und Vietnam Rekordstände erreicht. US-Importzölle unter Präsident Trump erhöhen die Volatilität zusätzlich.
Markt wartet auf Klarheit
Analysten sehen die Aktie im Schnitt bei 87,40 CHF – ein theoretisches Aufwärtspotenzial von 16 Prozent. Die Spanne der Einschätzungen reicht allerdings von 71 bis 104 CHF, was auf unterschiedliche Bewertungen der aktuellen Risiken hindeutet. Die Dividendenrendite liegt bei 4,06 Prozent, das KGV bei 18,80.
Am 19. Februar folgen die Quartalszahlen. Bis dahin dürfte die Rückruf-Thematik die Stimmung belasten. Entscheidend wird sein, wie stark das China-Geschäft mit Säuglingsnahrung tatsächlich leidet – und wie schnell Nestlé das Vertrauen wiederherstellen kann.
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