Neolix, Millionen

Neolix: 100 Millionen Kilometer autonom – Europa im Fokus

20.02.2026 - 04:12:12 | boerse-global.de

Der chinesische Roboterpionier Neolix plant den Einsatz von 10.000 autonomen Fahrzeugen in Europa. Neue EU-Regulierungen ebnen den Weg für den Wettlauf um die Logistik der letzten Meile.

Autonome Lieferroboter erreichen mit über 100 Millionen gefahrenen Kilometern die Schwelle zur Massentauglichkeit. Der chinesische Technologieführer Neolix nutzt diesen Meilenstein für eine Offensive auf dem europäischen Markt. Zugleich schafft die Politik die rechtlichen Grundlagen für den Durchbruch.

Neolix, ein führender Anbieter von autonomen Lieferfahrzeugen, hat diese Woche einen entscheidenden operativen Meilenstein bekannt gegeben: Seine globale Flotte von mehr als 16.000 Fahrzeugen hat in 15 Ländern über 100 Millionen Kilometer auf öffentlichen Straßen zurückgelegt. Damit ist das Unternehmen der erste Anbieter im sogenannten RoboVan-Segment, der diese Marke erreicht. Diese umfangreiche Praxiserfahrung soll nun den Einstieg in Europa beschleunigen.

Bis Ende 2026 plant Neolix, über 10.000 autonome Fahrzeuge in Europa einzusetzen und in mindestens drei neuen Ländern den Betrieb aufzunehmen. Ein entscheidender technologischer Vorteil ist dabei die kartenlose Navigation. Das System kommt ohne aufwendig vorab erstellte HD-Karten aus, was die Einführung in neuen Städten deutlich vereinfacht und beschleunigt.

Europa schafft den Rechtsrahmen

Der Vorstoß der Unternehmen fällt mit einer klaren Regulierung auf EU-Ebene zusammen. Auf einem Gipfel in Wien skizzierte die Internationale Straßentransportunion (IRU) Mitte Februar die drei Säulen der EU-Strategie: harmonisierte technische Vorgaben, strukturierte Zusammenarbeit mit Behörden und die Ausrichtung an gesellschaftlichen Zielen wie mehr Sicherheit und weniger Staus.

Parallel dazu werden neue UNECE-Technikvorschriften für höhere Automatisierungsstufen erwartet, die 2026 in Kraft treten und direkt in EU-Recht übernommen werden sollen. Auch der KI-Gesetz der EU, dessen Vollzug ab August 2026 beginnt, wird die Zulassung AI-gesteuerter Fahrzeuge beeinflussen. Im Vereinigten Königreich schafft der bereits 2024 verabschiedete Automated Vehicles Act die Grundlage für den Betrieb selbstfahrender Dienstleistungen ab diesem Jahr.

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Der Wettlauf um Europas Straßen ist eröffnet

Neolix betritt einen hochdynamischen Markt. Der Wettbewerb um die autonome Logistik der „letzten Meile“ heizt sich europaweit spürbar an:

  • Starship Technologies geht eine globale Partnerschaft mit Uber Eats ein und startet mit Einsätzen in Großbritannien.
  • In London planen Waymo, Baidu und Wayve für 2026 Pilotprogramme.
  • Im gewerblichen Bereich testen Stellantis und Pony.ai autonome Peugeot e-Traveller in Luxemburg, mit dem Ziel, ab diesem Jahr Level-4-Dienste in weiteren Städten anzubieten.
  • In Belgien hat WeRide mit seinem Robobus bereits die erste bundesweite Testgenehmigung für einen autonomen Shuttledienst in Löwen erhalten.

Wachstumsmarkt mit Herausforderungen

Experten sehen 2026 als Wendepunkt für die autonome Zustellung in Europa. Die Phase kleiner Pilotprojekte geht zu Ende, skalierbare kommerzielle Dienste rücken in greifbare Nähe. Getrieben wird dieser Trend von der Nachfrage nach effizienteren, nachhaltigeren und kostengünstigeren Lösungen für die letzte Meile. Analysten schätzen, dass autonome Systeme die Betriebskosten im Vergleich zu traditionellen Methoden um bis zu 40 Prozent senken können.

Der europäische Markt für autonome Lieferdienste, der 2024 ein Volumen von über 580 Millionen US-Dollar hatte, soll bis 2030 mit einer jährlichen Wachstumsrate von über 25 Prozent expandieren. Diese Entwicklung wird von staatlichen Förderprogrammen für Smart Cities und nachhaltige Stadtlogistik unterstützt.

Doch der Weg zur flächendeckenden Einführung ist noch mit Investitionen verbunden. Der Aufbau der notwendigen Infrastruktur – von Hochgeschwindigkeits-Ladenetzwerken bis zu Rechenzentren für die gewaltigen Datenmengen – erfordert erhebliche Mittel. Letztlich wird der Erfolg der Unternehmen nicht nur von Technologie und Genehmigungen abhängen, sondern auch davon, ob sie das Vertrauen der Bevölkerung gewinnen und sich nahtlos in den städtischen Alltag einfügen können.

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