Nel ASA Aktie: 85 Millionen NOK Auftragseingang im Q1
21.05.2026 - 17:24:48 | boerse-global.deNel ASA hat die Kosten sichtbar gedrückt. Der Preis dafür ist heikel: Der Wasserstoff-Spezialist hat auch Kapazität verloren, die bei neuen Aufträgen fehlen könnte. Genau darin liegt der Kernkonflikt nach dem ersten Quartal.
Die Aktie hält sich dennoch robust. Seit Jahresanfang liegt sie rund 46 Prozent im Plus, der Kurs notiert bei 0,28 Euro. Vom jüngsten Hoch bei 0,32 Euro bleibt aber ein Abstand von gut einem Zehntel.
Kosten runter, Schlagkraft runter
Nel hat die Belegschaft auf rund 300 Mitarbeiter verkleinert. Das sind 26 Prozent weniger als am Hochpunkt. Gegenüber dem ersten Quartal 2025 beträgt der Rückgang 19 Prozent.
Das hat die Kostenseite entlastet. Die Personalkosten sanken um 21 Prozent. Soweit so gut.
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Der Vorstand verkauft den Einschnitt aber nicht als reinen Erfolg. Die Kürzungen haben auch Fertigungs- und Projektkapazität geschwächt. Wenn die Nachfrage zurückkehrt, könnte Nel weniger schnell hochfahren als früher.
Verluste sinken, Profit bleibt fern
Im ersten Quartal 2026 erzielte Nel mit Kundenverträgen 148 Millionen NOK Umsatz. Das waren 5 Prozent weniger als vor einem Jahr. Der Markt für grünen Wasserstoff bleibt damit zäh.
Das gesamte Umsatz- und Ertragsvolumen lag bei 152 Millionen NOK. Das EBITDA verbesserte sich auf minus 100 Millionen NOK. Gegenüber dem Vorjahresquartal ist das ein Fortschritt um 15 Millionen NOK.
Auch unter dem Strich fiel der Verlust geringer aus. Nel meldete ein Minus von 144 Millionen NOK nach 179 Millionen NOK im Vorjahr. Profitabilität ist damit aber weiter kein nahes Ziel.
Die Sparten liefen auseinander. Das Alkaline-Geschäft steigerte den Umsatz um 6 Prozent und verbesserte das EBITDA um 35 Millionen NOK. Hier zahlt sich die stärkere Kostenkontrolle aus.
Schwächer sah es bei PEM aus. Dort fiel der Umsatz um 14 Prozent, das EBITDA verschlechterte sich um 16 Millionen NOK. Nel verweist dabei auf verzögerte oder gestrichene Fördermittel aus US-Programmen.
Aufträge bleiben der Engpass
Der Auftragseingang fiel auf 85 Millionen NOK. Der Vorstand spricht von einem sinkenden Bestand und sieht noch nicht genug Arbeit für eine gute Werksauslastung im Jahr 2027. Neue Abschlüsse im laufenden Jahr müssen die Lücke schließen.
Einzelne Lichtblicke gibt es trotzdem. In Korea nahm Nel eine erste netzunabhängige Anlage mit 10 Megawatt in Betrieb. Danach folgte ein Wiederholungsauftrag über 7 Millionen Dollar für containerisierte PEM-Ausrüstung.
Auch für das laufende Quartal ist bereits ein Auftrag verbucht. Er liegt bei rund 70 Millionen NOK. Das hilft, ersetzt aber noch keinen breiteren Nachfrageaufschwung.
Cashpolster gibt Zeit
Nel beendete das Quartal mit 1,4 Milliarden NOK an liquiden Mitteln. Der Auftragsbestand lag bei 1,1 Milliarden NOK. Damit hat das Unternehmen Spielraum, obwohl das operative Geschäft weiter Geld verbrennt.
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Hinzu kommt eine erwartete EU-Zahlung über 11 Millionen Euro im zweiten Quartal 2026. Sie hängt mit der Industrialisierung der druckbeaufschlagten Alkaline-Plattform zusammen.
Das Programm ist größer angelegt. Der EU-Innovationsfonds unterstützt es mit bis zu 135 Millionen Euro und deckt bis zu 60 Prozent der förderfähigen Kosten. Für Nel ist das ein wichtiger Hebel, um Technologieausgaben nicht allein stemmen zu müssen.
Bei PEM arbeitet Nel an der nächsten Generation. Ein Prototyp-Stack soll 2026 entstehen und die Stack-Kosten um rund 70 Prozent senken. Kommerziell dürfte der Effekt aber erst später sichtbar werden.
Die Aktie bleibt damit ein Spannungsfeld. Der starke Lauf seit Jahresbeginn trifft auf schwache Aufträge und hohe Volatilität. Der RSI von 15,6 zeigt zudem kurzfristig deutlichen Verkaufsdruck.
Am 15. Juli legt Nel die Halbjahreszahlen vor. Dann zählt vor allem der Auftragseingang. Nur feste Verträge zeigen, ob die neue Alkaline-Plattform aus Interesse auch Umsatz machen kann.
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