Nel ASA Aktie: 11 Millionen EU-Förderung im Q2 2026
24.05.2026 - 11:31:48 | boerse-global.deNel ASA startet in eine wichtige Woche. Der Kurs der Wasserstoffaktie hat sich seit Jahresbeginn mehr als verdoppelt — und steht damit in krassem Widerspruch zu dem, was die Fundamentaldaten hergeben.
Am Freitag schloss die Aktie in Frankfurt bei 0,33 Euro — ein neues 52-Wochen-Hoch. Der 30-Tage-Gewinn beläuft sich auf über 62 Prozent. Kein einziger Analyst empfiehlt den Kauf der Aktie. Sieben raten zum Verkauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei umgerechnet rund 0,19 Euro — also deutlich unter dem aktuellen Niveau.
EU-Förderung als nächster Kurstreiber?
Einen konkreten Katalysator gibt es allerdings. Nel erwartet im zweiten Quartal 2026 die erste Tranche eines EU-Förderprogramms: 11 Millionen Euro aus dem EU-Innovationsfonds. Das Gesamtprogramm umfasst bis zu 135 Millionen Euro und deckt bis zu 60 Prozent der Industrialisierungskosten für Nels druckbasierte Alkali-Elektrolyse ab.
Landet das Geld auf dem Konto, könnte das die Stimmung vor den Halbjahreszahlen am 15. Juli weiter stützen. Ein Befreiungsschlag wäre es nicht — aber ein Signal, dass die EU-Förderbeziehung intakt ist.
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Parallel dazu überarbeitet die Europäische Kommission ihre Wasserstoffstrategie und startet im zweiten Quartal eine Konsultation. Die Forschungsinitiative CETP öffnet am 26. Mai ihre fünfte Jahresausschreibung für saubere Energietechnologien, darunter Elektrolyse. Nel ist Teil einer Branchenallianz — gemeinsam mit ITM Power, Sunfire, Thyssenkrupp Nucera und anderen — die die EU-Politik für zu langsame Umsetzung kritisiert. Die Hersteller haben ihre Kapazitäten seit 2020 von 1 GW auf über 10 GW ausgebaut. Die Nachfrage hält nicht Schritt.
Bilanzrisiko bleibt ungelöst
Das eigentliche Problem sitzt tiefer. Nel prüft derzeit zwei stillgelegte Produktionslinien im norwegischen Herøya. Die Entscheidung — Neustart, Schließung oder Verkauf — steht noch aus. Ein Abschreibungsbedarf ist möglich. Das wäre nach 799 Millionen Kronen an Wertberichtigungen im Jahr 2025 ein weiterer Belastungsposten.
Das Quartalsergebnis für Q1 2026 lieferte wenig Rückenwind. Der Umsatz sank um fünf Prozent auf 148 Millionen Kronen. Das EBITDA blieb mit minus 100 Millionen Kronen negativ. Der Auftragseingang fiel auf 85 Millionen Kronen, der Auftragsbestand schrumpfte im Jahresvergleich um 24 Prozent auf rund 1,1 Milliarden Kronen.
Positiv: Nel hält eine Kassenposition von 1,4 Milliarden Kronen. Das gibt Zeit. CEO Håkon Volldal führt nach eigenen Angaben konkrete Gespräche mit mehreren potenziellen Kunden — für Projekte zwischen 50 und 150 Megawatt in Europa und Nordamerika.
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Unterschriebene Verträge, keine Absichtserklärungen. Solange Nel nur über Pipeline-Gespräche berichten kann, bleibt der Bewertungsaufschlag gegenüber dem Analysten-Konsens schwer zu rechtfertigen.
Am 15. Juli legt Nel die Halbjahreszahlen vor. Bis dahin gilt: Der Kurs hat die Fundamentaldaten längst hinter sich gelassen — die Frage ist, ob die Zahlen im Juli aufholen oder der Kurs zurückkommt.
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