AKTIEN, FOKUS

AKTIEN IM FOKUS: Kursrutsche bei Ionos und 1&1 belasten auch United Internet

10.02.2026 - 11:55:35

Negative Analystenaussagen der UBS haben am Dienstag die Aktien aus dem Konzernumfeld von United Internet DE0005089031 belastet.

Die Schweizer Großbank hatte die Kaufempfehlungen für die beiden Töchter des Mobilfunk- und Internetkonzerns gestrichen, was die Titel von Ionos DE000A3E00M1 mit acht Prozent belastete und jene von 1&1 DE0005545503 mit 4,4 Prozent. In der Folge büßten die Aktien des Mutterkonzerns 4,6 Prozent an Wert ein.

Bei 1&1 und United Internet sah die Bilanz der Kursentwicklung in den vergangenen Monaten besser aus, was die etwas geringeren Abgaben am Dienstag mit erklärt. Die Titel der Webhosting-Tochter Ionos sind derzeit im Konzern das Sorgenkind der Anleger, indem sie ihre Talfahrt mit einem Tief seit fast einem Jahr fortsetzten. Die Aktien haben seit ihrem August-Hoch schon mehr als 40 Prozent an Wert verloren, was der UBS-Experte Polo Tang am Dienstag mit Sorgen vor störendem Einfluss durch Lösungen der Künstlichen Intelligenz begründete.

Mit Blick auf Ionos rechnet Tang "kurzfristig nicht mit einem beruhigenden Trend". Die Ziele für 2026 signalisierten zwar ein beschleunigtes Wachstum, doch dies werde die derzeit vorhandenen Befürchtungen, dass das Unternehmen im KI-Bereich hinterherhinkt, kaum zerstreuen. Viele Anleger befürchteten, dass der Aufstieg von KI-gestützten Tools die Lösungen von Ionos überflüssig machen könnte.

Getrieben vom eingedampften Ausbau des eigenen Mobilfunknetzes waren 1&1 zuletzt auf einem Hoch seit 2021 angekommen, was der Experte jetzt zur Abstufung auf "Neutral" nutzte. Ein Zusammenschluss mit einem anderen deutschen Netzbetreiber sei zwar eine Option, liege derzeit aber nicht auf der Hand. Eine weitere Einschränkung der Mittel für den Netzausbau wäre bei 1&1 zwar positiv für den Barmittelfluss, stehe aber auch nicht unmittelbar bevor.

Analyst Tang behielt in seinen Studien zu den drei Konzernaktien am Dienstag einzig für United Internet seine Kaufempfehlung bei, da die Mutter im Konzerngebilde der günstigste Weg für Anleger sei. Der Wert von Ionos und 1&1 impliziere einen negativen Eigenkapitalwert für den Rest des Unternehmens, argumentierte der Experte. Das Ende der Fahnenstange sieht er daher nicht erreicht, auch wenn die United-Aktien im Januar mit 1&1-Rückenwind auf ein Hoch seit 2022 gestiegen waren.

@ dpa.de

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