Nebius: Q1-Bilanz am 29. April entscheidend
28.04.2026 - 10:52:47 | boerse-global.deMorgen legt Nebius Group seine ersten Quartalszahlen für 2026 vor — und der Druck könnte kaum größer sein. Die Aktie hat sich in den vergangenen zwölf Monaten fast versiebenfacht, die Wachstumsziele für das Gesamtjahr sind ambitioniert, und die Analysten sind tief gespalten. Was am 29. April präsentiert wird, entscheidet darüber, ob die aktuelle Bewertung Substanz hat.
Hohe Erwartungen, klaffende Lücken
Wall Street rechnet für das erste Quartal mit einem Verlust von 0,77 Dollar je Aktie bei einem Umsatz von 375 Millionen Dollar. Das ist eine deutliche Steigerung gegenüber dem Q4 2025, als Nebius 228 Millionen Dollar Umsatz meldete — ein Plus von 547 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Den Jahresabschluss 2025 hatte das Unternehmen mit einem annualisierten Wiederkehrumsatz von 1,2 Milliarden Dollar oberhalb der eigenen Prognose abgeschlossen.
Für 2026 peilt das Management einen annualisierten ARR von 7 bis 9 Milliarden Dollar zum Jahresende an, dazu einen Gesamtumsatz von 3,0 bis 3,4 Milliarden Dollar und eine bereinigte EBITDA-Marge von rund 40 Prozent. Um dieses Ziel zu erreichen, plant Nebius Investitionen von 16 bis 20 Milliarden Dollar — neun neue Rechenzentren in den USA und Europa, insgesamt 800 Megawatt bis zu einem Gigawatt neue Kapazität, mit bereits über zwei Gigawatt unter Vertrag.
Das Problem: Bei einem geschätzten Capex von 18 Milliarden Dollar und verfügbarer Liquidität von rund 10 Milliarden Dollar klafft eine Finanzierungslücke von etwa 7,2 Milliarden Dollar. Wie Nebius diese schließen will, bleibt eine offene Frage.
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Analysten zwischen Euphorie und Skepsis
Von 27 Analysten, die die Aktie beobachten, empfehlen die meisten den Kauf. Goldman Sachs hob das Kursziel nach dem Großauftrag von Meta auf 205 Dollar an — zuvor waren es 155 Dollar. Das obere Ende der Kurszielspanne liegt bei 211 Dollar.
Allerdings gibt es auch deutlich vorsichtigere Stimmen. Wolfe Research nahm die Aktie Mitte April mit einer neutralen Einstufung auf und setzte eine faire Bewertungsspanne von 80 bis 170 Dollar an — abgeleitet aus dem vier- bis achtfachen des geschätzten EBITDA für 2027. Die Analysten erkennen die starke Nachfrage an, betonen aber erhebliche Ausführungsrisiken beim Aufbau neuer Infrastruktur.
Das Rechenmodell dahinter ist anspruchsvoll: Um die aktuelle Bewertung zu rechtfertigen, muss Nebius über acht Jahre einen jährlichen Umsatzzuwachs von rund 45 Prozent liefern.
Software-Ambitionen und Insider-Verkäufe
Nebius bewegt sich strategisch in Richtung höhermargiger Softwareumsätze. Die angekündigte Übernahme des israelischen Startups Tavily für bis zu 400 Millionen Dollar sowie laufende Verhandlungen über den Kauf von AI21 Labs — zuletzt mit 1,4 Milliarden Dollar bewertet — deuten auf den Aufbau einer vollständigen KI-Agenten-Plattform hin. AI21 Labs beschäftigt rund 200 Forscher und erzielt geschätzte 50 Millionen Dollar Jahresumsatz.
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Ein anderes Signal gibt dagegen zu denken. In den vergangenen sechs Monaten haben Insider die Aktie neunmal gehandelt — ausnahmslos Verkäufe, kein einziger Kauf. Chief Infrastructure Officer Andrey Korolenko trennte sich von Anteilen im Wert von rund 6,15 Millionen Dollar, CEO Arkadiy Volozh von Papieren im Wert von etwa 3,46 Millionen Dollar. Das muss kein Alarmsignal sein — kann aber als Hinweis gelesen werden, dass auch intern nicht alle von der aktuellen Bewertung überzeugt sind.
Was morgen zählt
Der Quartalsbericht ist der erste große Datenpunkt seit dem Meta-Deal. Entscheidend wird sein, ob der wiederkehrende Umsatz die gestiegenen Erwartungen erfüllt und ob das Management Klarheit über den Baufortschritt der neuen Rechenzentren liefert. Die geplante Einführung von Nvidias nächster GPU-Generation Vera Rubin NVL72 ist für die zweite Jahreshälfte 2026 vorgesehen — ob der Zeitplan hält, werden die Kommentare des Managements morgen zeigen.
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