Nebius Aktie: Nvidia hält 9,3 Prozent
Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 02:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nebius Group sorgt Ende Juli 2026 gleich mit zwei Nachrichten für Aufsehen: Nvidia hat eine Beteiligung von 9,3 Prozent offengelegt, kurz darauf startete das Analysehaus Baird die Coverage mit einer Kaufempfehlung. Die Kombination aus prominentem Großinvestor und frischem Analystenlob hat die Aktie in Bewegung gebracht – auch wenn sich Insider zuletzt in großem Stil von eigenen Anteilen trennten.
Nvidia sorgt für Kurssprung
Auslöser der jüngsten Rally war die Offenlegung, dass Nvidia inzwischen 9,3 Prozent an Nebius hält – umgerechnet 22,25 Millionen Aktien. Davon befinden sich 1,19 Millionen Aktien in direktem Besitz, der Rest entfällt auf Optionsscheine aus einer im März getätigten Investition über 2 Milliarden US-Dollar. Die Optionsscheine bleiben bis zum 11. September 2026 gesperrt. Die Nachricht ließ den Kurs an einem einzelnen Handelstag um rund 18,78 Prozent nach oben schießen. Am Mittwoch setzt sich die Bewegung fort: Die Aktie legt um 2,16 Prozent zu und notiert bei 194,60 Euro, nach einem Schlusskurs von 190,48 Euro am Vortag.
Baird sieht deutliches Aufwärtspotenzial
Nur wenige Tage nach der Nvidia-Meldung nahm Baird die Coverage für Nebius auf – mit dem Rating Outperform und einem Kursziel von 250 US-Dollar. Zuvor hatte bereits Northland Securities sein Kursziel auf 410 US-Dollar angehoben, während Freedom Capital die Aktie von Hold auf Buy hochstufte und das Kursziel von 159 auf 200 US-Dollar erhöhte. Von den Analysten, die die Aktie beobachten, votiert die Mehrheit für eine Kaufempfehlung. Bei der Bewertung mahnt Baird allerdings zur Vorsicht: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis von Nebius liegt bei 71,26 – deutlich über dem Fünf-Jahres-Median von 27,81.
Wachstum trifft auf Insiderverkäufe
Fundamental untermauert wird die Kaufempfehlung durch die jüngsten Zahlen. Im ersten Quartal 2026 erzielte Nebius einen Umsatz von 399 Millionen US-Dollar und übertraf damit die Konsensschätzung von 375,13 Millionen – ein Plus von 684 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert. Auch der Verlust je Aktie fiel mit minus 0,23 US-Dollar deutlich geringer aus als die erwarteten minus 0,81 US-Dollar. Parallel sicherte sich das Unternehmen eine Fremdkapitalfinanzierung über 775 Millionen US-Dollar und unterzeichnete einen Langfristvertrag mit Meta im Volumen von bis zu 27 Milliarden US-Dollar.
Auf der anderen Seite trennten sich Führungskräfte in den vergangenen drei Monaten von Aktien im Wert von 140,4 Millionen US-Dollar – insgesamt 668.405 Stück. Firmenchef Arkadiy Volozh verkaufte 46.627 Aktien für 10,98 Millionen US-Dollar, Technikchef Shtan trennte sich von 16.937 Aktien im Wert von 3,99 Millionen US-Dollar, und Marketingchef Boroditsky veräußerte Anteile für 2,98 Millionen US-Dollar. Gegenläufig bewegten sich institutionelle Anleger: Die Schweizerische Nationalbank stockte ihre Position im ersten Quartal um 27,6 Prozent auf 739.190 Aktien im Wert von 76,7 Millionen US-Dollar auf, während Telligent Fund LP im selben Zeitraum 9.000 Aktien im Gegenwert von rund 934.000 US-Dollar erwarb. Institutionelle Investoren halten insgesamt 21,9 Prozent der Anteile.
Kursbild bleibt volatil
Trotz der jüngsten Erholung bleibt die Aktie deutlich von ihrem bisherigen Jahreshoch entfernt: Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 261,00 Euro, erreicht am 22. Juni 2026, beträgt aktuell 25,44 Prozent. Über die vergangenen 30 Tage hat die Aktie 21,66 Prozent verloren – ein Hinweis darauf, dass die Rally rund um die Nvidia-Meldung nur einen Teil des vorangegangenen Rückschlags wettmachen konnte. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von 164,76 Prozent zu Buche, über zwölf Monate summiert sich der Gewinn auf 348,39 Prozent. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 117,40 Prozent unterstreicht, wie stark der Titel weiterhin schwankt – Nvidias Einstieg und die frische Analystenunterstützung haben daran wenig geändert.
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