Nebius, Aktie

Nebius Aktie: Nvidia erhöht Beteiligung auf 9,3 Prozent

Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 08:38 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nvidia beteiligt sich mit 9,3% an Nebius, das erste Vera-Rubin-NVL72-Racks in Betrieb nimmt. Analysten reagieren mit Hochstufungen, während Google verstärkt auf externe Rechenzentren setzt.

Nvidia hält 9,3 Prozent an Nebius: Neuer Meilenstein in Finnland
Modernes Rechenzentrum mit leuchtenden Server-Racks als Symbol für Cloud-Infrastruktur und künstliche Intelligenz. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Nvidia hat offengelegt, an Nebius Group eine passive Beteiligung von 9,3 Prozent zu halten. Die Mitteilung fiel zusammen mit einem technischen Meilenstein: Nebius hat am Standort Finnland das erste Nvidia-Rack der neuen Vera-Rubin-NVL72-Generation in Betrieb genommen und mit der Validierung begonnen. Das Unternehmen erhielt dafür zudem Nvidia-Spectrum-6-Switches. Die Vera-Rubin-NVL72-Plattform läuft nach früheren Angaben bereits seit Juni in voller Produktion und wird auch bei Google Cloud, Azure, OCI und CoreWeave eingesetzt.

Nvidia hatte seinen Anteil an Nebius zuvor aufgestockt: Am 13. Juli 2026 kaufte der Chipkonzern gut 21 Millionen zusätzliche Nebius-Aktien zu je 210,51 US-Dollar und hält nun rund 22,26 Millionen Anteile – laut den Angaben rund ein Fünftel des gesamten Nvidia-Aktienportfolios.

Analysten reagieren mit Kurszielerhöhungen

Robert W. Baird stufte Nebius am 23. Juli 2026 auf "Strong-Buy" hoch. Northland Securities hob sein Kursziel auf 410 US-Dollar an. Die durchschnittliche Analystenbewertung liegt bei "Moderate Buy" mit einem Kursziel von 222,15 US-Dollar, verteilt auf drei "Strong Buy"-, neun "Buy"- und fünf "Hold"-Einstufungen. Untermauert wird der Optimismus durch die jüngsten Quartalszahlen: Nebius verzeichnete einen Verlust je Aktie von 0,23 US-Dollar und schlug damit die Konsensschätzung von minus 0,81 US-Dollar deutlich. Der Umsatz stieg auf 399 Millionen US-Dollar, ein Plus von 684 Prozent gegenüber dem Vorjahr, und übertraf ebenfalls die Erwartungen von 375,13 Millionen US-Dollar.

Parallel dazu bewegt sich auch das Konkurrenzunternehmen IREN im Neocloud-Segment, doch Marktbeobachter ziehen Nebius weiterhin vor – mit Verweis auf die Nvidia-Beteiligung und ein Kursziel von 258,13 US-Dollar auf Zwölfmonatssicht. Für das Gesamtjahr 2025 hatte Nebius noch einen Umsatz von 529,8 Millionen US-Dollar bei einem operativen Gewinn von 29 Millionen US-Dollar, unter dem Strich aber einen Nettoverlust von 446,7 Millionen US-Dollar ausgewiesen.

Finanzierung und Nachfragesignale von Google

Erst wenige Tage zuvor hatte Nebius eine besicherte Kreditfazilität über 775 Millionen US-Dollar abgeschlossen, verzinst mit SOFR plus 2,50 Prozent und fällig im Oktober 2030. Ein Bankenkonsortium unter Führung von MUFG mit unter anderem ABN AMRO, Bank of America, Deutsche Bank, HSBC, Citi, Crédit Agricole, ING, Morgan Stanley und Goldman Sachs stellt die Mittel bereit. Besichert ist die Fazilität durch bereits ausgerollte GPU-Infrastruktur sowie durch Zahlungsströme eines Kunden mit Investment-Grade-Rating. Nebius rechnet für 2026 mit Investitionen zwischen 16 und 20 Milliarden US-Dollar und beziffert seine vertraglich gesicherten Erlöse mit Microsoft und Meta auf über 40 Milliarden US-Dollar.

Zusätzlichen Rückenwind lieferte Google: Konzernfinanzchefin Anat Ashkenazi kündigte an, ab dem dritten Quartal 2026 verstärkt auf externe Rechenzentrumskapazität zurückzugreifen. Alphabet hob zugleich seine Investitionsprognose für 2026 von 180 bis 190 Milliarden auf 195 bis 205 Milliarden US-Dollar an – ein Signal, das Anleger als Bestätigung für die Auslastung von Anbietern wie Nebius werteten.

Auf der anderen Seite bewegten sich zuletzt auffällige Insiderverkäufe: Der Firmenchef veräußerte 46.627 Aktien zu 235,45 US-Dollar, der Finanzchef 1.509 Stück zu 276,20 US-Dollar, der Technikchef 16.937 Aktien ebenfalls zu 235,45 US-Dollar. Über die vergangenen drei Monate summierten sich Insiderverkäufe auf 668.405 Aktien im Wert von 140,4 Millionen US-Dollar. Auch der schwedische Pensionsfonds Andra AP fonden reduzierte seine Position im ersten Quartal um 32,1 Prozent auf noch 35.254 Aktien. Die institutionelle Eigentümerquote liegt bei 21,90 Prozent.

Charttechnisches Bild

Der Schlusskurs vom Donnerstag lag bei 194,48 Euro, ein Tagesplus von 1,72 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 261,00 Euro, erreicht Ende Juni 2026, notiert die Aktie damit noch 25,49 Prozent entfernt. Zum gleitenden 50-Tage-Durchschnitt von 199,24 Euro besteht ein Abstand von minus 2,39 Prozent – die Aktie handelt also knapp unterhalb dieser mittelfristigen Trendlinie, trotz der jüngsten Serie positiver Unternehmensnachrichten rund um Nvidia-Beteiligung, Analystenupgrades und Google-Kommentare.

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