Nebius Aktie: 40 Milliarden Dollar Auftragsbestand sichert Wachstum
Veröffentlicht am: 19.07.2026 um 18:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nebius Group hat sich zum ersten Mal Geld über einen besicherten Kredit geholt. Rund 775 Millionen Dollar fließen dem KI-Cloud-Anbieter damit zu. Der Schritt kommt zur rechten Zeit: Die Aktie stand zuletzt unter Druck, auch wegen offener Fragen zur Finanzierung der ehrgeizigen Wachstumspläne.
Der Kredit läuft bis zum 31. Oktober 2030. Als Sicherheit dienen bereits installierte GPU-Infrastruktur und vertraglich zugesicherte Zahlungsströme eines Kunden mit Investment-Grade-Rating. Nach eigenen Angaben deckt Nebius damit zusammen mit bestehenden Kundenverträgen die kompletten Investitionskosten für den Aufbau dieser GPU-Kapazitäten ab – und noch etwas mehr.
Ein Modell für weiteres Wachstum
Für Nebius ist das mehr als nur eine einmalige Finanzspritze. Das Unternehmen schafft sich damit ein wiederholbares Muster: Künftig lassen sich weitere Vermögenswerte auf Basis des Auftragsbestands finanzieren. Und dieser Bestand ist beträchtlich – über 40 Milliarden Dollar an Verträgen mit Investment-Grade-Kunden wie Microsoft und Meta stehen in den Büchern.
Erst kürzlich bestätigte Nebius, eine geplante Kapazitätstranche an Microsoft ausgeliefert zu haben. Die vertraglichen Verpflichtungen laufen also planmäßig. Der neue Kredit erlaubt es dem Unternehmen, operative Infrastruktur direkt in frisches Wachstumskapital umzuwandeln – ohne dafür neue Aktien ausgeben zu müssen.
Genau das dürfte der Markt goldrichtig gelesen haben. Die Sorge vor einer Verwässerung durch neue Aktienemissionen hatte den Kurs zuletzt belastet. Mit der Kreditfinanzierung im Rücken verschwindet dieses Risiko zumindest teilweise vom Tisch.
Kurs erholt sich, bleibt aber unter Druck
Am Freitag reagierten Anleger positiv: Die Aktie schloss bei 155,52 Euro, ein Plus von 3,62 Prozent. Der Erholungsschritt kann die vorangegangene Talfahrt aber nicht überdecken. Auf Sicht von 30 Tagen steht bei Nebius immer noch ein Minus von 36,35 Prozent zu Buche.
Vom bisherigen Jahreshoch bei 261,00 Euro, erreicht am 22. Juni 2026, trennen die Aktie mittlerweile über 40 Prozent. Der RSI von 37,4 signalisiert eine überverkaufte Situation – ein Hinweis darauf, dass der jüngste Ausverkauf möglicherweise übertrieben war.
Die nächsten Quartalszahlen dürften zwischen Ende Juli und Ende August anstehen. Bis dahin wird sich zeigen, ob die neue Finanzierungsstruktur tatsächlich als Blaupause für weiteres Wachstum taugt – oder ob der Wettbewerb um Kapital in der KI-Cloud-Branche noch kreativere Lösungen erzwingt.
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