Navitas, Aktie

Navitas Aktie: 16,50 Prozent Absturz auf 8,60 Euro

Veröffentlicht am: 28.07.2026 um 20:55 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Navitas Semiconductor verzeichnet starkes KI-Segment, aber ein Sonderposten von 203 Mio. Dollar drückt die Bilanz tief ins Minus.

Navitas Semiconductor: KI-Wachstum verdeckt hohen Quartalsverlust
Abstrakte Darstellung eines fallenden Aktienmarktes mit dunklen, fallenden geometrischen Formen und dramatischem Licht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Navitas Semiconductor vollzieht den harten Schnitt. Während die Erlöse im KI-Segment kräftig anziehen, drückten Altlasten aus der Börsenvergangenheit das Quartalsergebnis massiv ins Minus. Die Reaktion an den Märkten fiel drakonisch aus.

Der Halbleiterspezialist meldete für das zweite Quartal 2026 einen Umsatz von 10,5 Millionen US-Dollar. Das entspricht einem Plus von 22 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Im Jahresvergleich sanken die Erlöse allerdings um 27 Prozent.

Dieser Rückgang hat System. Navitas zieht sich fast vollständig aus dem margenschwachen Geschäft mit Smartphones und einfacher Unterhaltungselektronik zurück. Das Management setzt stattdessen konsequent auf Hochleistungschips für Industrieanwendungen und Rechenzentren.

Hoher Verlust durch Altlasten

Ein massiver Sonderposten verhagelte die Bilanz gründlich. Der Nettoverlust nach GAAP-Standard belief sich auf 228,2 Millionen US-Dollar. Hauptgrund war eine unbare Belastung von rund 203 Millionen US-Dollar. Diese resultiert aus der endgültigen Bewertung von Earn-out-Aktien, die noch mit dem Börsengang im Jahr 2021 zusammenhängen.

Ohne diesen Sondereffekt lag der bereinigte Verlust bei 9,3 Millionen US-Dollar. Damit traf das Unternehmen die Erwartungen der Analysten exakt. Parallel dazu verbesserte sich die bereinigte Bruttomarge leicht auf 39,5 Prozent.

Fokus auf KI-Infrastruktur

Unter dem Schlagwort „Navitas 2.0“ treibt der Konzern die Neuausrichtung voran. Die Nachfrage nach effizienter Stromversorgung in KI-Rechenzentren wächst schnell. Das Segment für Hochleistungsanwendungen legte im Jahresvergleich um mehr als 50 Prozent zu.

Firmenchef Chris Allexandre sieht hier den künftigen Wachstumskern des Geschäfts. Bis Ende 2026 sollen Lösungen für KI-Infrastruktur und Energienetze über ein Drittel des Gesamtumsatzes ausmachen.

Solide Cash-Reserven

Trotz des hohen bilanziellen Verlusts steht das Unternehmen finanziell stabil da. Navitas verfügte zum Quartalsende über rund 557 Millionen US-Dollar an Barmitteln. Zudem ist der Konzern weiterhin schuldenfrei.

Für das dritte Quartal 2026 rechnet die Geschäftsführung mit einer weiteren Beschleunigung des Wachstums. Der Umsatz soll auf etwa 13,5 Millionen US-Dollar steigen. Das entspräche einem Plus von 28 Prozent im Vergleich zum Vorquartal.

Die Aktie verlor am Dienstag dennoch 16,50 Prozent an Wert und schloss bei 8,60 Euro. Mit einem Relative-Stärke-Index (RSI) von 30,8 nähert sich das Papier technisch einer überverkauften Situation an. Das Management erwartet für das kommende Quartal erstmals wieder ein Umsatzwachstum gegenüber dem Vorjahr.

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