Nationale, Digitaloffensive

Nationale Digitaloffensive soll Deutschlands Behörden vereinheitlichen

22.01.2026 - 09:31:12

Bund, Bayern und Hessen treiben mit der 'Nationalen Digitaloffensive' die Verwaltungsdigitalisierung voran. Ziel ist der flächendeckende Einsatz standardisierter Lösungen nach dem 'Einer-für-Alle'-Prinzip.

Die Bundesregierung startet mit Bayern und Hessen eine Offensive, um den Flickenteppich der Verwaltungsdigitalisierung endlich zu überwinden. Ziel ist ein flächendeckender Rollout standardisierter Lösungen für alle 11.000 Kommunen.

Berlin – Nach Jahren der Pilotprojekte und Insellösungen soll 2026 das Jahr des digitalen Durchbruchs für Deutschlands Behörden werden. Bund, Bayern und Hessen haben eine gemeinsame „Nationale Digitaloffensive“ gestartet. Der Plan: Erfolgreiche digitale Dienste aus einem Bundesland sollen künftig nach dem „Einer-für-Alle“-Prinzip (EfA) von allen anderen übernommen werden können. „Wir treiben die Verwaltungsdigitalisierung spürbar voran“, sagte Digitalminister Dr. Karsten Wildberger bei der Vorstellung.

Pakt der Vorreiter: Bayern und Hessen geben Tempo vor

Im Fokus der Offensive stehen vor allem kleinere Gemeinden, denen oft die IT-Ressourcen für eigene Entwicklungen fehlen. Bayern, das bereits über 1.400 Online-Dienste verfügt, und Hessen haben eine verbindliche Roadmap vereinbart. Sie wollen als Blaupause für andere Länder dienen. Die zentrale Frage: Kann dieser neue Ansatz den berüchtigten „Umsetzungsstau“ auf kommunaler Ebene endlich lösen?

Während die Ministerien die Strategie abstimmen, zeigen Großstädte bereits konkrete Fortschritte. München hat sein Serviceportal um Mehrsprachigkeit erweitert – ein klares Signal an internationale Fachkräfte. In Stuttgart können Bürger seit dieser Woche online die aktuellen Wartezeiten in den Bürgerbüros via „Echtzeit-Ampelsystem“ einsehen. Die Anmeldung des Wohnsitzes oder die Beantragung eines Führungszeugnisses sind dort bereits vollständig online möglich.

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Städtetag warnt vor teurem Digital-Flickenteppich

Trotz der Fortschritte meldet sich Kritik zu Wort. Burkhard Jung, Präsident des Deutschen Städtetags, fordert eine „Digitalisierung der Behörden, die diesen Namen auch verdient“. Sein Vorwurf: Im föderalen System werde dieselbe Softwarelösung 16-mal entwickelt, getestet und eingeführt. „Das ist ineffizient und kostspielig“, so Jung. Stattdessen brauche es endlich standardisierte und interoperable Software für alle Kommunen.

Diese Forderung wird durch Daten des Digitalverbands Bitkom untermauert. Zwar habe der Bund über 50 Prozent seiner Digitalprojekte angestoßen oder abgeschlossen. Die Wirkung komme aber oft nicht in den Rathäusern an, wo Bürger den Staat erleben. Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst sieht im geplanten „Deutschland-Stack“ eine notwendige technische Grundlage für ein echtes Ökosystem.

Vorbild Weißenburg: Kleine Kommune, große Digitalstrategie

Der Weg zur digitalen Verwaltung führt nicht nur über die Metropolen. Die mittelfränkische Stadt Weißenburg zeigt, wie es gehen kann. Mit einer klaren Priorisierung hat die Kommune ein umfassendes Dokumentenmanagementsystem (DMS) und eine Stadt-App eingeführt. Selbst der Posteingang wird digitalisiert. Damit legt Weißenburg genau die Grundlagen, die in vielen größeren, trägeren Verwaltungen noch fehlen.

Das große Ziel bleibt die Europäische Digital-Identität (EUDI-Wallet), die bis 2027 voll nutzbar sein soll. Für 2026 ist die Devise jedoch eindeutig: Die Skalierung funktionierender Lösungen. Die Städte sind bereit für die Transformation. Sie brauchen nun ein System, das sie unterstützt – statt zu behindern.

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