National Grid, GB00BDR05C01

National Grid Viking Link HVDC System - Europas längste Strombrücke

02.07.2026 - 18:06:26 | ad-hoc-news.de

National Grid Viking Link HVDC System verbindet seit Ende 2023 über 1.400 Kilometer Gleichstrom-Infrastruktur das britische und dänische Stromnetz. Wer National Grid Aktien (ISIN GB00BDR05C01) hält, sollte dieses Produkt kennen.

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Verantwortlich: Nora Steinfeld, ad hoc news Fachredaktion Software & Services. Geprueft am 02.07.2026, 18:05 Uhr. Details im Impressum.

National Grid Viking Link HVDC System wirkt im Kontrollraum zuerst ganz unscheinbar: ein leises Summen der Klimageräte, Monitore mit grünen und blauen Linien, in denen sich der Energiefluss zwischen Großbritannien und Dänemark abbildet. Projektleiterin Clare Spottiswoode wischt sich den Staub von der Warnweste, während im Hintergrund ein Techniker die Kabeltrassen auf dem letzten Abschnitt der 1.400 Kilometer langen Verbindung überprüft.

Was Viking Link technisch leistet

Viking Link ist ein Hochspannungs-Gleichstrom-System (HVDC), das eine Leitungskapazität von bis zu 1.400 Megawatt zwischen Lincolnshire in England und Revsing in Dänemark bereitstellt. Die Verbindung nutzt eine Spannung von 525 Kilovolt und ist für einen bidirektionalen Energiefluss ausgelegt, der Strom je nach Bedarf von Großbritannien nach Dänemark und umgekehrt übertragen kann. Die Gesamtstrecke von rund 765 Kilometern Seekabel plus Landkabel macht Viking Link zum längsten subsea-Stromkabel der Welt, wobei rund 620 Kilometer davon auf dem Meeresboden der Nordsee verlegt sind.

Das System besteht aus zwei Konverterstationen, einer in Bicker Fen im englischen Lincolnshire, betrieben von National Grid, und einer in Revsing, im dänischen Jütland, betrieben von Energinet. Beide Stationen arbeiten mit modularen Multilevel-Konvertern, die Wechselstrom aus den nationalen Netzen in Gleichstrom wandeln und umgekehrt. Die technische Auslegung zielt darauf ab, Verluste über die lange Distanz zu minimieren und gleichzeitig Netzstabilität sowie Frequenzunterstützung zu bieten. Die Projektkosten werden mit rund 2 Milliarden Euro beziffert, wobei National Grid und Energinet sich die Investition teilen.

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Rolle im europäischen Strommarkt

Mit Viking Link erschließen sich für National Grid zusätzliche Kapazitäten im europäischen Stromhandel. Die Leitung ermöglicht es, britische Offshore-Windparks im Nordatlantik stärker mit dänischen Verbrauchszentren zu verknüpfen und umgekehrt Windstrom aus Dänemark bei hoher Produktion nach Großbritannien zu exportieren. Durch diese Flexibilität können Preisspitzen abgefedert und erneuerbare Energien besser ausbalanciert werden.

Für den Markt spielt die Verbindung eine strategische Rolle, weil sie Teil eines wachsenden Netzes von Interkonnektoren ist. National Grid betreibt bereits andere HVDC-Links, etwa nach Frankreich und Norwegen, die zusammen mit Viking Link die britische Stromversorgung robuster machen. Energieökonomin Ana González von einem Londoner Analysehaus beschreibt Viking Link als "wichtige Kapazitätsreserve, die die britische Netzstabilität verbessert und zusätzliche Erlösströme aus grenzüberschreitendem Handel generiert".

Nachhaltigkeit und CO?-Effekt

Aus Nachhaltigkeitssicht dient Viking Link ausdrücklich dazu, die Integration erneuerbarer Energien in Europa zu stärken. National Grid und Energinet betonen in ihren Projektunterlagen, dass der Interkonnektor dazu beitragen soll, bis zu mehr als eine Million Haushalte mit grünerem Strom zu versorgen, wenn er unter Volllast läuft. Laut Unternehmensangaben können durch den optimierten Austausch von Wind- und Solarstrom jährlich mehrere Millionen Tonnen CO? eingespart werden, weil fossile Kraftwerke seltener hochgefahren werden müssen.

Für National Grid ist Viking Link Teil einer breiteren Dekarbonisierungsstrategie, die auch andere HVDC-Projekte und Netzverstärkungen umfasst. Das Unternehmen investiert parallel in digitale Netzsteuerung, Lastmanagement und Projekte zur Anbindung weiterer Offshore-Windparks. Im Alltag wird diese Nachhaltigkeit konkret: Wenn in Dänemark kräftiger Wind bläst und die Rotoren der Nordseeparks in langen Reihen aufleuchten, zeigt der Kontrollraum in Bicker Fen steigende Importwerte, während Kohle- und Gaskraftwerke in beiden Ländern ihre Leistung senken.

Projektentwicklung und Zeitplan

Viking Link wurde nach einer mehrjährigen Genehmigungs- und Planungsphase im Jahr 2019 offiziell gestartet. Der eigentliche Kabelbau begann kurz darauf mit der Verlegung der ersten Landsektion in Lincolnshire und dem Ausheben der Trassen für die Konverterstationen. Die Hauptbauphase für die subsea-Kabel lief über mehrere Jahre, in denen Spezialschiffe die schweren Kabeltrommeln Stück für Stück im Meeresboden der Nordsee versenkten.

Im Laufe des Jahres 2023 wurden umfangreiche Testläufe durchgeführt, um die Netzstabilität, die Schutzsysteme und das Zusammenspiel der Konverterstationen zu überprüfen. Ende 2023 konnte Viking Link nach Angaben der beteiligten Unternehmen in den kommerziellen Betrieb übergehen. Projektmanager Jens Hansen von Energinet berichtete zum Start, wie die Teams Sprünge im Netzzustand nach Stellbefehlen der Konverter live auf den Bildschirmen verfolgten und die Parameter feinjustierten, damit die Leitung unter realen Marktbedingungen stabil läuft.

Technische Komponenten im Detail

Ein HVDC-System wie Viking Link besteht aus mehreren Schlüsselkomponenten: den Konverterstationen, den Hochspannungs-Kabeln, den Schutz- und Steuerungssystemen sowie der Netzintegration über Transformatoren. National Grid hat für die britische Seite Lieferanten wie Siemens Energy und Prysmian eingebunden, um Konvertertechnik und Kabel bereitzustellen. Die modularen Multilevel-Konverter bieten Vorteile bei Effizienz und Netzstabilität, da sie Spannungspegel feiner steuern und Oberschwingungen besser filtern können.

Die Kabel selbst sind als massenisolierte Hochspannungs-Gleichstromkabel ausgeführt, die für die Bedingungen im Meeresboden der Nordsee konzipiert wurden. Dazu gehören robuste Ummantelungen gegen mechanische Belastung, Schutz gegen Korrosion und eine Isolierung, die hohen Spannungen und Wassertiefen standhält. Auf Landseite verlaufen die Kabel überwiegend als unterirdische Leitungen, um Eingriffe ins Landschaftsbild zu begrenzen.

Betrieb, Wartung und Risiken

Im laufenden Betrieb überwacht National Grid das Viking Link System rund um die Uhr aus einem zentralen Leitstand. Die Kontrollsoftware zeigt in Echtzeit, wie viel Energieflüsse über die Leitung laufen, welche Spannung anliegt und ob Anomalien auftreten. Bei Starkstürmen oder technischen Ereignissen können die Ingenieurinnen und Ingenieure die Leistung schnell reduzieren oder den Fluss stoppen, um Schäden an Kabeln und Konvertern zu vermeiden.

Wartung ist bei einer derart langen Verbindung anspruchsvoll. Regelmäßige Inspektionen von Landstrecken, Konverterstationen und kritischen subsea-Abschnitten sind Teil des Wartungsplans. Die Kabel auf dem Meeresboden sind potenziell Gefahren durch Schiffsanker, Fischerei oder geologische Veränderungen ausgesetzt, weswegen ein Teil der Strecke eingegraben oder mit Schutzstrukturen versehen wurde. National Grid arbeitet hier eng mit Energinet und Spezialdienstleistern zusammen, um frühzeitig Schäden zu erkennen, bevor sie den Betrieb beeinflussen.

Regulatorische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die wirtschaftliche Logik eines HVDC-Interkonnektors basiert auf Differenzen in Strompreisen und Netzbedingungen zwischen den beteiligten Ländern. National Grid erzielt Einnahmen unter anderem durch Nutzungsentgelte und den Handel von Übertragungskapazitäten am Strommarkt. Die regulatorischen Grundlagen in Großbritannien liegen bei der Energieaufsichtsbehörde Ofgem, während in Dänemark entsprechende Rahmen von der dänischen Energieaufsicht gesteuert werden.

Weil Viking Link als grenzüberschreitende Infrastruktur klassifiziert wird, greift auch europäische Regulierung zu Netzanschlüssen und Energiebinnenmarkt. Angesichts der langfristigen Investitionszyklen kalkuliert National Grid mit stabilen Einnahmen aus der Nutzung dieses Systems über Jahrzehnte hinweg. Marktexperten verweisen darauf, dass HVDC-Systeme wie Viking Link tendenziell weniger laufende Kosten verursachen als konventionelle Kraftwerke, weil sie hauptsächlich Infrastruktur bereitstellen, statt Brennstoff zu verbrauchen.

Viking Link im Portfolio von National Grid

Im Gesamtkontext von National Grid ist Viking Link eines von mehreren großen Infrastrukturprojekten der letzten Jahre. Das Unternehmen betreibt Hochspannungsnetze vor allem in Großbritannien, teils auch in Teilen der USA, und arbeitet an einer Reihe neuer Interkonnektoren und Netzverstärkungen. Viking Link unterscheidet sich von klassischen Übertragungsleitungen dadurch, dass es nicht nur nationale Netzteile verbindet, sondern zwei unterschiedliche nationale Stromsysteme mit jeweils eigener Regulierung und Marktlogik.

Für Konzernchefin John Pettigrew und sein Managementteam ist Viking Link ein Baustein in der Strategie, National Grid als moderner Netzbetreiber im europäischen Kontext zu positionieren. Zusätzlich zu physischen Leitungen investiert das Unternehmen in intelligente Netztechnologien, Datenplattformen und Lösungen zur Integration von Elektromobilität und Wärmepumpen. Viking Link zeigt exemplarisch, wie sich physische Infrastruktur mit digitalen Steuerungsmechanismen verbindet, um den europäischen Stromhandel effizienter zu machen.

Marktreaktion und Bedeutung für Anleger

Für Anleger der National Grid Aktien ist Viking Link vor allem ein Infrastrukturprojekt mit planbaren Cashflows. Die Leitung fügt dem Geschäftsmodell eine weitere Quelle für regulierte und marktorientierte Einnahmen hinzu, deren Entwicklung sich in den kommenden Jahren in den Finanzberichten ablesen lassen dürfte. Analysten sehen HVDC-Interkonnektoren generell als Instrumente, mit denen Netzbetreiber zusätzliche Erlöse aus dem Energiebinnenmarkt sichern können.

An der London Stock Exchange wird die National Grid Aktie in Pfund gehandelt, wobei Investoren neben Viking Link auch andere Projekte in ihre Bewertung einbeziehen. Einzelne Kursbewegungen lassen sich nie monokausal auf ein Projekt zurückführen, aber der Ausbau von Interkonnektoren und erneuerbarer Integration wird vom Kapitalmarkt in der Tendenz als Beitrag zur langfristigen Stabilität des Geschäftsmodells gesehen.

Fakten zum Viking Link HVDC System

  • Produkt: National Grid Viking Link HVDC System
  • Hersteller: National Grid plc
  • Kategorie: Software/Service/Abo (Netzservice HVDC)
  • Markteinfuehrung: kommerzieller Betrieb seit Ende 2023
  • UVP / Preis: Projektvolumen rund 2 Milliarden Euro
  • Verfuegbarkeit: dauerhaft im Betrieb fu?r britisch-da?nische Netzbetreiber und Strommärkte
  • Zielgruppe: Energieversorger, Stromhändler, Industriesektoren mit hohem Energiebedarf
  • Besonderheit / USP: längstes subsea-HVDC-Kabel der Welt mit 1.400 MW Kapazität

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Dieser Artikel wurde a.i.-gestuetzt erstellt und redaktionell geprueft. Produktinformationen ohne Gewaehr; Preise und Verfuegbarkeit koennen sich kurzfristig aendern. Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Boersengeschaefte sind mit Risiken bis zum Totalverlust verbunden.

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