Nasdaq Composite schließt wöchentlich mit 2% Verlust: Ölpreise und Nahost-Konflikt belasten Tech-Index
24.03.2026 - 11:13:30 | ad-hoc-news.deDer Nasdaq Composite Index hat die abgeschlossene Handelswoche mit einem deutlichen Verlust von rund 2 Prozent beendet. Am Freitag, 20. März 2026, schloss der Index bei 21.647,61 Punkten nach einem Tagesrückgang von 2 Prozent. Dieser Rückgang stand im Kontrast zu breiteren Marktentwicklungen und wurde primär durch steigende Ölpreise und geopolitische Spannungen im Nahen Osten getrieben, die das Risikosentiment eintrübten.
Stand: Dienstag, 24. März 2026, 11:13 Uhr MEZ (Europe/Berlin)
Gründe für den Nasdaq-Rückgang
Die Tech-lastige Zusammensetzung des Nasdaq Composite macht ihn besonders anfällig für Risikoaversion. Während der Woche eskalierten Berichte über Konflikte im Nahen Osten, insbesondere Angriffe auf Tanker in der Straße von Hormus. Dies führte zu einem Anstieg der Ölpreise, der das gesamte Marktsentiment belastete. Investoren reagierten mit Abverkauf in wachstumsorientierten Tech-Titeln, die den Großteil des Index ausmachen. Der Nasdaq Composite fiel damit stärker als der S&P 500, der nur 1,5 Prozent einbüßte und bei 6.506,48 Punkten schloss.
Die Federal Reserve spielte ebenfalls eine Rolle. Die Zentralbank hielt die Leitzinsen stabil, signalisierte jedoch, dass Inflation durch anhaltende Versorgungsengpässe im Energiemarkt länger über dem Ziel bleiben könnte. Erwartungen an weitere Zinserhöhungen nahmen ab, was jedoch zu erhöhter Volatilität führte. Der VIX, der Angstindex, stieg um 11,3 Prozent auf 26,78 Punkte.
Unterschiede zu anderen US-Indizes
Im Vergleich zum Dow Jones Industrial Average, der um 1 Prozent oder 443,96 Punkte auf 45.577,47 fiel, litt der Nasdaq Composite unter stärkerem Druck. Der Dow hat mit 30 Blue-Chip-Werten eine defensivere Struktur, während der Nasdaq Composite über 3.000 Aktien umfasst, darunter viele volatile Tech- und Biotech-Unternehmen. Wöchentlich gesehen verzeichnete der Nasdaq Composite einen Rückgang von über 2 Prozent, ähnlich wie der Dow mit 2,11 Prozent, aber der S&P 500 mit 1,89 Prozent.
Der Nasdaq-100, ein engerer Subindex mit den 100 größten nicht-finanziellen Nasdaq-Aktien, zeigte parallele Bewegungen, ist jedoch nicht identisch mit dem breiteren Composite. Nasdaq-100-Futures an der CME dienen oft als Proxy, spiegeln aber nicht exakt den Composite wider.
Geopolitische Trigger im Detail
Die Woche begann mit einem Rebound, als Ölpreise nachließen und Berichte über eine mögliche Koalition zur Eskortierung von Tankern im Persischen Golf aufkamen. Märkte ignorierten zunächst Angriffe in der Straße von Hormus, durch die ein Fünftel des globalen Ölexports fließt. Doch ein unerwartet warmer Wholesale-Inflationsbericht und Fed-Kommentare drehten den Trend. Am Donnerstag ebbte der Optimismus ab, da die Wiedereröffnung der Straße unwahrscheinlicher wurde. Am Freitag erklärte Iran Force Majeure für ausländische Ölfelder, was zu erneuten Verkäufen führte.
Für europäische Investoren, insbesondere in DACH-Ländern, ist dies relevant: Steigende Energiepreise könnten die Inflation hierzulande anheizen und die EZB-Politik beeinflussen. Viele DACH-Anleger halten Nasdaq-ETFs wie den iShares Nasdaq Composite UCITS ETF, die direkt vom Index-Move betroffen sind.
Sektorische Auswirkungen im Nasdaq Composite
Neun von elf Sektoren im S&P 500 fielen, mit starken Verlusten in Utilities (-4,1 Prozent), Real Estate (-3,2 Prozent) und Technology (-2,1 Prozent). Im Nasdaq Composite, der stark tech-gewichtet ist, verstärkte sich dieser Effekt. Halbleiter und AI-bezogene Titel wie NVIDIA litten unter dem Risikoabzug, obwohl sie zuvor stark performten. Der Index schloss die Woche mit mehr neuen Tiefs (218) als Hochs (29) ab.
Handelsvolumen lag bei 27,5 Milliarden Aktien, unter dem 20-Tage-Durchschnitt von 20,1 Milliarden – ein Zeichen für vorsichtige Positionierung.
Ausblick und Risiken
Der Nasdaq Composite steht nun vor Herausforderungen durch anhaltende Ölpreisvolatilität und Fed-Unsicherheit. Sollte der Konflikt eskalieren, könnten Tech-Werte weiter leiden, da sie hohe Bewertungen und zinsempfindliche Cashflows haben. Eine Deeskalation könnte jedoch zu einem schnellen Rebound führen, gestützt durch starke Fundamentaldaten in Tech.
Europäische Investoren sollten die Spillover-Effekte beobachten: Ein schwächerer Nasdaq belastet globale Tech-ETPs und erhöht die Volatilität in MDAX- oder TecDAX-Titeln mit US-Exposure.
Weiterführende Quellen
- Zacks: Stock Market News for Mar 23, 2026
- Azzad: Weekly Market Recap March 23, 2026
- Concord: Weekly Market Insights March 23, 2026
Disclaimer: Keine Anlageberatung. Indizes, ETFs und Finanzinstrumente sind volatil.
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