Nasdaq Composite schließt wöchentlich mit 2% Verlust: Ölpreise und Nahost-Konflikt bremsen Tech-Index
24.03.2026 - 11:11:05 | ad-hoc-news.deDer Nasdaq Composite hat die abgeschlossene Handelswoche mit einem deutlichen Verlust von 2,07 Prozent beendet und schloss am Freitag, den 20. März 2026, bei 21.647,61 Punkten. Dieser Rückgang wurde vor allem durch steigende Ölpreise und anhaltende Spannungen im Nahen Osten ausgelöst, die das Risikosentiment der Investoren belasteten. Im Vergleich zum S&P 500, der 1,89 Prozent einbüßte, und zum Dow Jones Industrial Average mit minus 2,11 Prozent, zeigte der Nasdaq Composite eine überdurchschnittliche Schwäche, was auf die hohe Tech-Gewichtung hinweist.
Stand: Dienstag, 24. März 2026, 11:10 Uhr MEZ
Gründe für den Nasdaq-Rückgang
Die Märkte erlebten eine volatile Woche, geprägt von schnellen Entwicklungen im Nahen Osten. Berichte über Angriffe auf Tanker in der Straße von Hormus und Irans Erklärung von Force Majeure für ausländische Ölfelder trieben die Ölpreise in die Höhe. Dies dämpfte das Investoren-Sentiment, da höhere Energiekosten Inflationsängste schüren und die Fed-Politik beeinflussen könnten. Der Nasdaq Composite, als Index mit starkem Technologieanteil unter den über 3.000 gelisteten Aktien auf der Nasdaq-Börse, reagierte besonders sensibel auf diese Risiken.
Die Federal Reserve hielt in ihrer jüngsten Sitzung die Zinsen stabil, signalisierte jedoch, dass Inflation durch Versorgungsdrucke im Ölsektor länger anhaltend sein könnte. Dies reduzierte Erwartungen an baldige Zinssenkungen und erhöhte die Volatilität. Der VIX, der Angstindex, stieg um 11,3 Prozent auf 26,78 Punkte, was die Unsicherheit unterstreicht.
Unterschiede zu anderen US-Indizes
Im Gegensatz zum breiteren S&P 500, der nur 1,5 Prozent am Freitag verlor und wöchentlich 1,9 Prozent einbüßte, fiel der Nasdaq Composite stärker. Der Dow Jones schloss bei 45.577,47 Punkten nach einem Tagesverlust von 1 Prozent. Während neun von elf Sektoren im S&P 500 rückläufig waren, litten Technologie-ETFs wie der Technology Select Sector SPDR (XLK) mit minus 2,1 Prozent besonders. Utilities und Real Estate fielen mit 4,1 bzw. 3,2 Prozent am stärksten, Financials hingegen stieg leicht um 0,2 Prozent.
Diese Divergenz unterstreicht, dass der Nasdaq Composite nicht mit dem Nasdaq-100 verwechselt werden sollte, der sich auf die 100 größten nicht-finanziellen Aktien konzentriert. Der Composite umfasst alle gängigen Aktien auf der Nasdaq-Börse und ist marktkapitalisierungsgewichtet, was kleinere Tech- und Biotech-Titel einbezieht, die volatiler sind.
Wöchentliche Performance im Detail
Die Woche begann mit einem Rebound, als Ölpreise nachließen und Hoffnungen auf eine Koalition zum Schutz von Tankern aufkamen. Mittwoch setzten sich die Gewinne fort, doch ein unerwartet warmer Wholesale-Inflationsbericht und die Fed-Entscheidung drehten den Trend. Donnerstag bremsten abnehmende Optimismus über die Straße von Hormus die Märkte, bevor ein spätnachmittäglicher Relief-Rally die Verluste begrenzte. Am Freitag öffneten die Indizes niedriger, stabilisierten sich mittags, gaben aber nach Irans Ankündigung nach.
Handelsvolumen lag bei 27,5 Milliarden Aktien, unter dem 20-Tage-Durchschnitt von 20,1 Milliarden. Der S&P 500 notierte 43 neue 52-Wochen-Höchststände und 274 Tiefs, der Nasdaq 29 Höchststände und 218 Tiefs. Dies zeigt eine breite Schwäche, besonders im Tech-Bereich.
Auswirkungen auf Tech-Komponenten
Im Dow fiel IBM um 3,4 Prozent als größter Verlierer, 27 von 30 Komponenten schlossen negativ. Beim Nasdaq Composite trieben Tech-Riesen wie NVIDIA oder AMD die Verluste, obwohl spezifische Zahlen variieren. Der Index' Gewichtung auf Halbleiter und AI-bezogene Aktien macht ihn anfällig für Risikoaversion. Im Gegensatz zu Nasdaq, Inc. als Börsenbetreiber, der eigenständig gehandelt wird, misst der Composite die Performance der gelisteten Aktien.
Europäische Investoren, insbesondere in DACH-Ländern, spüren die Auswirkungen über ETFs wie den iShares Nasdaq Composite UCITS ETF. Steigende Ölpreise belasten globale Lieferketten und könnten Tech-Margen drücken, was den Index weiter belastet.
Makroökonomischer Kontext
Die Fed's Haltung, keine Zinserhöhung vorzunehmen, aber anhaltende Inflation zu erwarten, passt zu Ölpreisdruck. Supply-Side-Drucke durch geopolitische Risiken im Persischen Golf, wo ein Fünftel des globalen Ölexports fließt, überlagern die Zinserwartungen. Dies erklärt, warum der Nasdaq Composite, trotz früherer AI-Boom-Phasen, nun unter Druck gerät.
Verglichen mit Futures: Nasdaq-100-Futures auf der CME dienen als Proxy, spiegeln aber nicht exakt den Composite wider, da sie auf den engeren Nasdaq-100 fokussiert sind. Aktuelle Proxy-Moves deuten auf anhaltende Vorsicht hin.
Ausblick und Risiken
Für die kommende Woche stehen weitere Nahost-Entwicklungen im Fokus. Sollte die Straße von Hormus blockiert bleiben, könnten Ölpreise weiter steigen, was den Nasdaq Composite stärker trifft als value-lastige Indizes. Sektorrotation von Growth zu Value könnte andauern, da Financials widerstandsfähiger waren.
Deutsche Anleger sollten ETFs und ETPs auf den Composite prüfen, die direkte Exposition bieten. Risiken umfassen Volatilität durch VIX-Über-25-Niveau und geopolitische Unsicherheiten. Positive EPS-Überraschungen bei Firmen wie PHUN oder MIST bieten punktuelle Chancen, ändern aber nicht das Index-Bild.
Europäische Perspektive
Aus DACH-Sicht wirken US-Tech-Rückgänge auf lokale Märkte nach, z.B. bei Infineon oder ASML, die Nasdaq-Komponenten sind. Der Euro-Dollar-Wechselkurs könnte durch Fed-Signale beeinflusst werden, was ETF-Performance in Euro verstärkt. Risikoappetit in Europa folgt oft dem Nasdaq, da Tech global vernetzt ist.
Weiterführende Quellen
- Zacks: Stock Market News for Mar 23, 2026
- Azzad: Weekly Market Recap March 23, 2026
- Concord: Weekly Market Insights March 23, 2026
Disclaimer: Keine Anlageberatung. Indizes, ETFs und Finanzinstrumente sind volatil.
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