NASDAQ 100 News, Nasdaq heute

NASDAQ 100 verliert dritte Woche in Folge: Iran-Konflikt und Ölpreise drücken Tech-Index

15.03.2026 - 13:53:54 | ad-hoc-news.de

Der NASDAQ 100 schloss am Freitag mit minus 0,62 Prozent bei 24.380 Punkten. Geopolitische Spannungen im Nahen Osten treiben Rohölpreise und Stagflationssorgen in die Höhe. Für Wachstumsaktien ein kritisches Szenario.

NASDAQ 100 News,  Nasdaq heute,  US-Tech-Aktien heute - Foto: THN
NASDAQ 100 News, Nasdaq heute, US-Tech-Aktien heute - Foto: THN

Der NASDAQ 100 Index fiel am Freitag, 13. März 2026, um 0,62 Prozent auf 24.380,73 Punkte und beendete damit die dritte Verlustwoche in Folge. Der unmittelbare Katalysator ist eindeutig: Eskalierende geopolitische Spannungen im Nahen Osten, insbesondere Trumps Drohung eines 'harten Schlags' gegen den Iran, trieben Rohölpreise deutlich nach oben und schürten Stagflationsängste. Für einen Index, der zu über 50 Prozent aus rate-sensitiven Technologiewerten besteht, ist das ein akutes Problem.

Stand: 15. März 2026

Marcus Fiedler, Börsen- und Makroanalyst für US-Tech-Märkte. Geopolitische Risiken und Ölpreise sind für Wachstumsaktien derzeit der dominante Belastungsfaktor.

Drei Wochen Verluste: Das Momentum bricht

Der NASDAQ 100 notiert seit Jahresbeginn 3,44 Prozent im Minus und damit deutlich schwächer als noch vor wenigen Monaten. Das Jahreshoch von 26.165,08 Punkten liegt mittlerweile über 1.750 Punkte entfernt. Für den Wochenabschluss am 13. März verlor der Index wöchentlich 1,26 Prozent. Damit hat sich das Muster bestätigt, das bereits Anfang März sichtbar wurde: Nach dem starken 2025 folgt eine technische und fundamentale Korrektur.

Am Freitag selbst zeigte sich die Volatilität deutlich: Der Index notierte im Intraday zwischen einem Hochpunkt von 24.786,65 Punkten und einem Tiefpunkt von 24.379,89 Punkten, also einer Spanne von über 400 Punkten. Das signalisiert, dass Marktteilnehmer nervös sind und dass der Boden noch nicht gefunden wurde.

Technisch relevant: Der Index notiert unterhalb der 24.600er-Zone. Das Februar-Tief bei 24.218 Punkten bleibt die nächste nennenswerte Unterstützung. Sollte diese fallen, droht ein Test der Jahrestiefs aus dem März-Verlauf bei 22.499 Punkten. Das würde ein Abwärtsrisiko von weiteren 1 bis 2 Prozent bedeuten.

Ölpreise und Inflationsängste: Das wahre Risiko für Growth

Das Kernproblem ist nicht die Iran-Krise als solche, sondern ihre Auswirkung auf die Energiepreise und damit auf Inflationserwartungen. Höhere Ölpreise heizen die Inflationsdynamik an, besonders wenn sie sich in Transportkosten und Lieferketten widerspiegeln. Das wiederum verzögert die geldpolitische Lockerung durch die Federal Reserve.

Für den NASDAQ 100 ist das verheerend, denn der Index wird von Unternehmen dominiert, deren Bewertungen auf niedrige langfristige Zinssätze kalkuliert sind. Apple, Microsoft, Nvidia und die anderen Megacaps profitieren von Zinserwartungen, die nach unten korrigiert werden. Wenn aber steigende Energiepreise die Inflation wieder anfachen, wird die Fed zögern, die Leitzinsen zu senken. Das macht diese Aktien teurer, nicht billiger.

Der NASDAQ 100 ist damit in einem klassischen Stagflations-Szenario gefangen: Wirtschaftswachstum bleibt schwach (Arbeitsmarkt zeigt Risse), aber die Inflation bleibt hartnäckig, weil Energiepreise steigen. Für rate-sensitive Growth-Aktien ist das der schlechteste Fall. Bewertungen sinken, weil die diskontierten zukünftigen Cash-Flows weniger wert sind, und gleichzeitig fehlt das Wachstum, um das zu kompensieren.

Megacaps unter Druck, Halbleiter-Resilienz

Die Marktbreite des NASDAQ 100 war am Freitag eng: Von 100 Werten waren 42 im Plus, 58 im Minus. Das ist eine Rotation, keine breite Erholung. Besonders interessant: Während der Index fiel, zeigten einige Komponenten Stärke. Micron Technology zum Beispiel stieg um 5,13 Prozent auf 426,13 USD, getrieben von anhaltender Künstliche-Intelligenz-Nachfrage im Halbleiterbereich.

Das ist kein Zufall. Halbleiter profitieren weiterhin von der strukturellen AI-Nachfrage, die unabhängig von der kurzfristigen Makrodynamik ist. Unternehmen müssen in Rechenzentrums-Infrastruktur und GPU-Kapazität investieren, egal ob die Notenbank lockert oder nicht. Enphase Energy legte ebenfalls 3,45 Prozent zu. Diese Outperformer kompensieren teilweise die Verluste in den Megacaps, reichen aber nicht aus, um den Index zu stützen.

Das bedeutet: Der NASDAQ 100 spaltet sich auf. Halbleiter und spezialisierte Chip-Designer bleiben relativ resilient, weil sie von AI-Investitionen profitieren. Die breiteren Megacaps wie Apple und Microsoft leiden unter Zinsangsten und Stagflationsrisiken. Für Investoren ist das eine klare Botschaft zur Selektion.

Fed-Entscheidung diese Woche: Das nächste Risiko

Am Dienstag und Mittwoch dieser Woche tagt die Federal Reserve. Das Dilemma ist klar: Ein schwächelnder Arbeitsmarkt würde für Zinssenkungen sprechen, aber hartnäckige Inflation spricht dagegen. Erwartet wird, dass die Notenbank die Leitzinsen unverändert lässt, also im Bereich von 4,25 bis 4,50 Prozent verbleibt.

Für den NASDAQ 100 ist eine neutrale Fed-Entscheidung kein positiver Katalysator. Nur eine explizite Zinssenkung oder deutlich dovish-Signalisierung würde den Druck aus den Bewertungen nehmen. Wenn die Fed stattdessen signalisiert, dass Inflation und geopolitische Risiken eine weitere Abwartenhaltung rechtfertigen, wird das die Verlaufsängste bestätigen.

Zusätzlich steht die nächste Reihe von US-Wirtschaftsdaten bis zum 27. März an. Falls diese schwächer ausfallen, könnte das zwar längerfristig auf Zinssenkungen deuten, würde aber kurzfristig Rezessionsängste schüren und Wachstumsaktien weiter belasten. Der NASDAQ 100 ist damit in einer Phase, in der gute Nachrichten schlecht sind und schlechte Nachrichten auch schlecht sind.

DACH-Perspektive: Europäische Tech-Spillover und Euro-Dynamik

Deutsche, österreichische und Schweizer Anleger sollten verstehen, dass die NASDAQ-100-Schwäche nicht isoliert bleibt. Europäische Technologiewerte folgen oft den US-Trends, aber mit zusätzlichen Faktoren. Ein schwächerer NASDAQ 100 signalisiert weniger globale AI-Investitionen, was europäische Tech-Zulieferer und Software-Unternehmen belastet.

Zusätzlich: Höhere Ölpreise durch geopolitische Spannungen helfen tendenziell dem Euro, weil sie den Dollar unter Druck setzen. Das ist für europäische Exporteure positiv, aber für europäische Importeure von US-Tech-Produkten negativ, falls sich die Dollar-Schwäche verstärkt. Im Moment ist das noch spekulativ, aber es zeigt, wie die NASDAQ-100-Schwäche in das globale Makro-Gefüge eingebunden ist.

Die Europäische Zentralbank bleibt unter anderen Bedingungen als die Federal Reserve. Während die Fed in einem Stagflations-Dilemma steckt, hat die EZB mehr Spielraum für Zinssenkungen, weil die europäische Inflation weniger hartnäckig ist. Das könnte Europäische Zinsträger begünstigen und Wachstumsaktien relativ belasten, auch in Europa. Für DACH-Anleger bedeutet das: Diversifikation in Europa ist sinnvoll, um NASDAQ-100-Risiken zu reduzieren.

Nächste Unterstützungen und Resistenzen

Die technische Situation ist klar: Der NASDAQ 100 steht unter Verkaufsdruck. Das erste Ziel nach unten ist das Februar-Tief bei 24.218 Punkten, danach folgen die März-Tiefs bei 22.499 Punkten. Ein Bruch unterhalb dieser Level würde ein Test des Jahrestiefs bedeuten und würde signalisieren, dass die Korrektur deutlich schwerer ausfallen könnte als derzeit erwartet.

Nach oben ist die nächste nennenswerte Resistance bei 24.600 bis 24.800 Punkten. Ein nachhaltiger Bruch über diese Zone würde entlasten. Das Jahreshoch liegt deutlich höher bei 26.165 Punkten, ist aber in der aktuellen Konstellation aus Ölpreisen und Stagflationssorgen unrealistisch.

Die Prognosen für Ende März deuten auf einen Index-Stand von etwa 24.192 Punkten hin, also noch etwas unterhalb des aktuellen Niveaus. Das impliziert ein weiteres Abwärtsrisiko von 0,5 bis 1 Prozent bis Monatsende. Für April werden sogar Szenarien mit Abschlägen von 4,2 bis 6,4 Prozent durchgespielt, falls sich die Stagflations-Risiken verschärfen.

Ausblick: Rotation statt Erholung

Der NASDAQ 100 steht vor einer klassischen Testphase. Die Frage lautet nicht, ob es einen Bounce gibt, sondern ob dieser nachhaltig ist. Kursfristig könnte die Fed-Entscheidung oder überraschend schwache Arbeitsmarktdaten einen Erholungssprung auslösen. Strukturell aber bleibt der Druck auf Wachstumsaktien, bis die Stagflations-Risiken nachlassen oder bis klar wird, dass die Federal Reserve doch früher lockert, als derzeit erwartet.

Halbleiter-Resilienz deutet an, dass eine Rotation in spezialisiertere Tech-Segmente stattfindet. Das ist gesund für den Index, weil es neue Käuferschichten aktiviert. Aber es ersetzt nicht die Breite, die der NASDAQ 100 braucht, um ein starkes Kaufsignal zu geben. Solange die Marktbreite schwach bleibt und Ölpreise volatil sind, sollten Investoren mit Vorsicht agieren.

Für DACH-Anleger gilt: Ein schwacher NASDAQ 100 ist in diesem Marktumfeld keine automatische Kaufgelegenheit. Stattdessen lohnt sich ein selektiver Ansatz, der AI-getriebene Halbleiter und spezialisierte Software-Unternehmen bevorzugt und generelle Megacap-Tech-Übergewichtung reduziert. Die nächsten zwei Wochen – Fed-Entscheidung, Arbeitsmarktdaten, Öl-Entwicklungen – werden zeigen, ob die Korrektur ein struktureller Wendepunkt ist oder nur eine technische Bereinigung.

Disclaimer: Keine Anlageberatung. Indizes, Aktien und andere Finanzinstrumente sind volatil.

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