NASDAQ 100, Iran-Konflikt

NASDAQ 100 schließt dritte Verlustwoche ab: Iran-Konflikt treibt Ölpreise und belastet Tech-Giganten

15.03.2026 - 09:11:20 | ad-hoc-news.de

Der NASDAQ 100 Index fiel am Freitag um 0,62 Prozent auf 24.380,73 Punkte und markiert die dritte Verlustwoche in Folge. Geopolitische Spannungen um den Iran und steigende Rohölpreise schüren Inflationsängste und drücken Wachstumsaktien.

NASDAQ 100,  Iran-Konflikt,  Tech-Aktien - Foto: THN
NASDAQ 100, Iran-Konflikt, Tech-Aktien - Foto: THN

Der NASDAQ 100 Index hat am Freitag, den 13. März 2026, mit einem Verlust von 0,62 Prozent bei 24.380,73 Punkten geschlossen. Dies beendet die dritte consecutive Verlustwoche für den Tech-Schwerpunkt-Index. Der unmittelbare Trigger: Eskalierende geopolitische Spannungen im Nahen Osten, insbesondere Trumps Drohung eines 'harten Schlags' gegen den Iran, die Rohölpreise in die Höhe trieb und Stagflationssorgen schürte.

Warum das jetzt für den NASDAQ 100 entscheidend ist: Der Index, dominiert von rate-sensitiven Megacaps wie Apple, Microsoft und Nvidia, reagiert besonders empfindlich auf steigende Energiepreise. Diese heizen Inflationserwartungen an, verzögern Fed-Zinssenkungen und erhöhen Treasury-Renditen – ein toxisches Gemisch für hoch bewertete Wachstumsaktien. Seit Jahresbeginn 2026 notiert der Index 3,27 Prozent im Minus, mit einem Jahreshoch bei 26.165,08 Punkten und einem Tief bei 24.289,23 Punkten. Die aktuelle Position nahe dem Jahrestief signalisiert anhaltende Schwäche.

Stand: 15. März 2026

Dr. Lukas Meier, Senior Market Analyst für US-Tech-Indizes. Spezialist für geopolitische Risiken und deren Auswirkungen auf Wachstumsmärkte.

Innere Divergenz: Halbleiter zeigen Stärke trotz Indexdruck

Trotz des Gesamtrückgangs gab es im NASDAQ 100 klare Outperformer. Micron Technology stieg um 5,13 Prozent auf 426,13 USD, getrieben von anhaltender AI-Nachfrage im Halbleitersegment. Enphase Energy legte 3,45 Prozent zu auf 44,07 USD, während Diamondback Energy um 3,03 Prozent auf 182,37 USD zulegte. Auch Atlassian (+2,55 Prozent auf 75,21 USD) und Old Dominion Freight Line (+2,56 Prozent) zeigten Resilienz. Diese Gewinne kompensieren teilweise Verluste in den Megacaps, doch der Index bleibt breit negativ.

Bestätigte Fakten: Der Tagesverlauf war volatil, mit einem Hoch bei 24.786,65 Punkten und einem Tief bei 24.379,89 Punkten. Wöchentlich verliert der NASDAQ 100 1,26 Prozent. Interpretation: Die Stärke in Halbleitern und Energie deutet auf eine Rotation von purem Growth zu Sektoren mit realen Cashflows hin. Micron profitiert direkt von AI-Investitionen, unabhängig von Ölpreisen. Für den Index als Ganzes bleibt die Konzentration auf Tech-Giganten (über 50 Prozent Gewichtung) ein Risikofaktor.

Für DACH-Investoren relevant: Viele halten NASDAQ 100 über ETFs wie den iShares Nasdaq 100 UCITS ETF. Die aktuelle Range nahe dem Tief bietet Einstiegschancen für Langfristler, birgt aber Kurzfrist-Risiken durch geopolitische Unsicherheit.

Geopolitischer Trigger: Iran-Konflikt und Ölpreis als Stagflationsdrohung

Der dominante Auslöser ist der Iran-Konflikt. Trumps Rhetorik hat Rohölpreise spürbar anheizen lassen, was Wall Street belastet. Der S&P 500 fiel wöchentlich um 1,6 Prozent, der Dow Jones um 1,98 Prozent – der NASDAQ 100 underperforms hier nicht massiv, leidet aber stärker unter Inflationsängsten. Öl über 90 USD pro Barrel schürt Befürchtungen vor Stagflation: Höhere Energiekosten dämpfen Konsum und Wachstum, während die Fed Zinssenkungen aufschiebt.

Macro-Kontext: Treasury-Renditen klettern, der US-Dollar stärkt sich. Beides trifft exportabhängige Tech-Firmen. Der NASDAQ 100, mit hohem Anteil an consumer internet und cloud (Meta, Alphabet, Amazon), reagiert disproportional. Seit dem Jahreshoch ist der Index um rund 7 Prozent gefallen – eine klassische Korrektur in rate-sensitiven Märkten.

Aus DACH-Sicht: Europäische Tech-Aktien wie ASML oder Infineon leiden unter gleichem Spillover. Der starke Dollar belastet Euro-Investoren zusätzlich, da Renditen in USD umgerechnet sinken. Schweizer Anleger mit CHF-Positionen sehen ähnliche Effekte durch Währungsturbulenzen.

Vergleich zu anderen Indizes: NASDAQ 100 underperformt breite Märkte

Im Vergleich zum S&P 500, der diversifizierter ist, zeigt der NASDAQ 100 schwächere Performance. Während der Dow Jones durch Value-Schwerpunkt etwas resistenter wirkt, leidet der Tech-Index unter der Konzentration: Die 'Magnificent Seven' machen über 40 Prozent aus. Wöchentliche Verluste im NASDAQ 100 (1,26 Prozent) übertreffen die des Russell 2000 (Small Caps), was auf Risk-off in Growth hinweist.

Technische Analyse: Der Index konsolidiert in einer Range von 24.289 bis 26.165 Punkten. Unter 24.300 Punkten droht ein Breakout nach unten, über 24.800 ein Rebound-Signal. Volatilität ist erhöht, VIX über 20 – typisch für geopolitische Events.

Für deutsche Investoren: Der DAX40 fiel parallel um 1,1 Prozent, beeinflusst von gleichem Öl-Risiko. NASDAQ 100-ETFs in Depot (z.B. ISIN IE00B53SZB19) sehen Depotwertminderung, doch Jahr-zu-Jahr +27 Prozent mildert den Schmerz.

Halbleiter und AI: Lichtblicke inmitten der Schwäche

Micron's Rallye unterstreicht anhaltende AI-Momentum. Trotz Macro-Druck wächst der Speicherchip-Markt durch Datenzentren. Ähnlich Enphase in Renewables – Sektoren mit tailwinds unabhängig von Öl. Nvidia und Co. litten hingegen unter Bewertungsdruck.

Sektor-Breiten: Halbleiter (ca. 20 Prozent Indexgewicht) outperformen, Software und Internet underperformen. Dies signalisiert interne Rotation, kein totaler Zusammenbruch. Earnings-Saison naht – starke Zahlen von Broadcom oder AMD könnten den Index stützen.

DACH-Relevanz: ASML (nicht im NASDAQ 100) profitiert von US-Halbleiter-Boom, doch Iran-Risiken treffen Lieferketten. Österreichische und Schweizer Family Offices mit Tech-Fokus sollten Halbleiter-Overweights prüfen.

Risiken und Chancen: Was kommt als Nächstes für den NASDAQ 100?

Risiken: Eskalation im Iran-Konflikt könnte Öl über 100 USD treiben, Fed-Senkungen verhindern und NASDAQ 100 unter 24.000 Punkte drücken. Chancen: Deeskalation oder starke Tech-Earnings (z.B. NVIDIA nächste Woche) triggern Rebound. Futures handeln Sonntagabend – ein Gap-up möglich bei positiven News.

Fed-Kontext: Keine Daten am Freitag, aber kommende Woche CPI und Retail Sales entscheidend. Höhere Inflation bestätigt Öl-Effekt, senkt Rate-Cut-Wahrscheinlichkeit von 60 auf 40 Prozent.

Positioning für DACH: Defensive ETFs mit Value-Tilt (z.B. equal-weight NASDAQ 100) reduzieren Megacap-Risiko. Cash-Reserven für Dips nutzen – historische Korrekturen boten +20 Prozent Einstiege.

Disclaimer: Keine Anlageberatung. Indizes, Aktien und andere Finanzinstrumente sind volatil.

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