NASDAQ 100 schließt dritte Verlustwoche ab: Iran-Konflikt drückt Tech-Index
15.03.2026 - 19:33:20 | ad-hoc-news.deDer NASDAQ 100 Index hat am Freitag, 13. März 2026, mit einem Verlust von 0,62 Prozent bei 24.380,73 Punkten geschlossen. Dies beendet die dritte aufeinanderfolgende Verlustwoche für den Tech-lastigen Index. Der Auslöser: Eskalierende geopolitische Spannungen im Nahen Osten, insbesondere Drohungen eines 'harten Schlags' gegen den Iran, die die Rohölpreise in die Höhe trieben und Stagflationssorgen auslösten.
Das ist entscheidend für den NASDAQ 100, da der Index von rate-sensitiven Megacaps wie Apple, Microsoft und Nvidia dominiert wird. Steigende Energiepreise heizen Inflationserwartungen an, verzögern erwartete Fed-Zinssenkungen und treiben Treasury-Renditen hoch – ein Giftcocktail für hoch bewertete Wachstumsaktien. Seit Jahresbeginn liegt der Index 3,27 Prozent im Minus, mit einem Jahreshoch bei 26.165,08 Punkten und einem Tief nahe 24.289 Punkten.
Stand: 15. März 2026
Dr. Lukas Meier, Senior Market Analyst für US-Tech-Indizes. Spezialist für geopolitische Risiken und deren Auswirkungen auf Wachstumsmärkte.
Innere Divergenz: Halbleiter widerstehen dem Druck
Trotz des Indexrückgangs zeigten einzelne Komponenten Stärke. Micron Technology stieg um 5,13 Prozent auf 426,13 USD, getrieben von anhaltender AI-Nachfrage. Enphase Energy legte 3,45 Prozent zu auf 44,07 USD, Diamondback Energy 3,03 Prozent auf 182,37 USD. Auch Atlassian (+2,55 Prozent) und Old Dominion Freight Line (+2,56 Prozent) hielten sich gut. Diese Gewinne mildern Verluste in den Megacaps ab, doch der Index bleibt negativ.
Bestätigte Fakten: Der Tagesverlauf war volatil, mit einem Hoch bei 24.786,65 Punkten und Tief bei 24.379,89 Punkten. Wöchentlich verlor der NASDAQ 100 1,26 Prozent. Interpretation: Halbleiter wie Micron profitieren von realen AI-Investitionen, unabhängig von Ölpreisen. Der Index leidet jedoch unter seiner Konzentration auf Tech-Giganten mit über 50 Prozent Gewichtung.
Für DACH-Investoren relevant: Viele halten NASDAQ 100 über ETFs wie den iShares Nasdaq 100 UCITS ETF. Die Rotation zu resilienten Sektoren könnte Chancen bieten, birgt aber Risiken bei anhaltendem Ölpreisdruck. Europäische Tech-Aktien wie ASML spüren ähnliche Effekte durch Halbleiter-Read-through.
Macro-Hintergrund: Ölpreise und Fed-Erwartungen
Die Spannungen um den Iran haben Rohölpreise um über 4 Prozent steigen lassen. Das nährt Inflationsängste und macht Fed-Zinssenkungen unwahrscheinlicher. Treasury-Renditen für 10-jährige US-Anleihen kletterten auf 4,35 Prozent, der US-Dollar indexierte sich stärker. Beides trifft den NASDAQ 100 hart, da exportabhängige Tech-Firmen leiden.
Der Index, mit hohem Anteil an Cloud (Amazon, Microsoft) und Consumer Internet (Meta, Alphabet), reagiert disproportional auf höhere Renditen. Seit dem Jahreshoch ist er um 7 Prozent gefallen – eine typische Korrektur in rate-sensitiven Märkten. Gegenüber dem S&P 500, der nur 0,8 Prozent wöchentlich verlor, underperformt der NASDAQ 100 klar.
Für deutsche, österreichische und schweizer Investoren: Der stärkere Dollar verteuert Importe und belastet den Euro. ECB-Politik kontrastiert mit Fed-Hawishness, was europäische Wachstumsaktien zusätzlich drückt. Spillover auf DAX-Tech wie SAP oder Infineon ist evident.
Vergleich mit anderen Indizes: NASDAQ 100 lagert hinterher
Im Vergleich zum Dow Jones, der wöchentlich nur 0,4 Prozent einbüßte, zeigt der NASDAQ 100 seine Vulnerabilität gegenüber Risikoaversion. Der Russell 2000 Small-Cap-Index gewann sogar leicht, was auf eine Rotation zu Value hinweist. Der S&P 500 fiel moderater, gestützt von Energie- und Finanzgewichten.
Das unterstreicht: Der NASDAQ 100 ist kein breiter Marktproxy, sondern ein reiner Growth-Play. Bei Stagflationssorgen – hohe Energiepreise plus Zinshalt – leidet er am stärksten. Breadth ist eng: Die Top-7-Komponenten machen über 50 Prozent aus, ihre Verluste dominieren.
DACH-Relevanz: Viele Altersvorsorge-Portfolios in der Schweiz oder Österreich haben hohe NASDAQ-100-Allokationen. Die aktuelle Underperformance vs. globaler Value signalisiert Risiken für unbalancierte Portfolios.
Technische Lage und nahe Risiken
Der Index konsolidiert zwischen 24.289 und 26.165 Punkten. Unter 24.300 droht ein Absturz Richtung 23.500, über 24.800 ein Rebound. Die VIX-Volatilität liegt über 20, typisch für Geopolitik. Futures handeln am Wochenende leicht tiefer, spiegeln anhaltende Unsicherheit wider.
Risiken: Weitere Iran-Eskalation könnte Öl über 90 USD/Barrel treiben, Renditen auf 4,5 Prozent heben. Positiv: Deeskalation oder starke AI-Earnings könnten den Druck mildern. Micron's Outperformance deutet auf Sektor-Resilienz hin.
Für DACH: Europäische ETFs wie Lyxor Nasdaq-100 UCITS sehen Abflüsse. Timing ist schwierig – geopolitische Events sind unvorhersehbar.
Ausblick und Positionierungstipps
Prognosen sehen für März 2026 einen Durchschnitt bei 24.504 Punkten, mit Monatsende bei 24.192. Kurzfristig bleibt Druck durch Öl und Renditen. Langfristig dominiert AI-Thema, doch Stagflationsrisiko überlagert.
Strategien: Diversifizieren in Halbleiter-ETFs oder Energy-within-NASDAQ. Hedgen mit VIX-Produkten. DACH-Investoren sollten Euro-Hedging prüfen, da Dollar-Stärke anhält.
Warum jetzt handeln? Die dritte Verlustwoche signalisiert Trendwechsel – Wartepositionen könnten teuer werden, wenn Öl nachlässt.
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