NASDAQ 100, Nahost-Krise

NASDAQ 100 rutscht um 2% ab: Nahost-Krise treibt Ölpreise und Inflationsängste

21.03.2026 - 16:26:10 | ad-hoc-news.de

Der NASDAQ 100 Index schloss Freitag mit einem Verlust von 2,08 Prozent bei 23.848 Punkten. Eskalierende Spannungen um die Straße von Hormus schieben Ölpreise über 110 Dollar und dämpfen Fed-Zinssenkungschancen – ein direkter Schlag für techlastige Wachstumswerte.

NASDAQ 100,  Nahost-Krise,  Tech-Aktien - Foto: THN
NASDAQ 100, Nahost-Krise, Tech-Aktien - Foto: THN

Der NASDAQ 100 Index hat am Freitag, 20. März 2026, einen markanten Einbruch erlitten und schloss bei 23.848,68 Punkten mit einem Tagesverlust von 2,08 Prozent. Dieser Rückgang resultiert aus eskalierenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten, insbesondere um die Straße von Hormus, wo Druck auf Iran wächst und Rohölpreise Brent über 110 Dollar trieb. Für den techdominierten Index bedeutet das eine Kompression hoher Bewertungen, da Inflationsängste Zinssenkungs-Erwartungen an der Fed eindämmen.

Stand: 21. März 2026

Dr. Markus Lehmann, Chefanalyst US-Tech-Märkte. Spezialist für Wachstumsindizes und geopolitische Risiken im Aktienmarkt.

Bestätigte Fakten: Der Einbruch im Detail

Der NASDAQ 100 fiel von 24.355 Punkten am Donnerstag auf 23.848 am Freitag – ein Minus von 457 Punkten. Das Handelsvolumen lag bei rund 696 Millionen Einheiten, was auf erhöhte Verkaufsdruck hinweist. Dies markiert den vierten wöchentlichen Verlust in Folge, mit einem Fünf-Tage-Rückgang von 2,18 Prozent. Seit Jahresbeginn notiert der Index nun 5,55 Prozent im Minus. Die Schlusstände variieren leicht je nach Quelle zwischen 23.848 und 23.898 Punkten, bestätigen aber einheitlich den starken Abverkauf.

Im Vergleich: Der S&P 500 verlor wöchentlich 1,89 Prozent, der Dow Jones 2,11 Prozent. Der NASDAQ 100 underperformt damit klar, bedingt durch sein hohes Tech-Gewicht von etwa 50 Prozent. Der Russell 2000 trat in eine Korrektur ein (minus 10 Prozent vom Hoch), signalisiert aber breiteres Risk-off, wobei Growth-Titel stärker leiden.

Trigger: Nahost-Spannungen und Ölpreis-Schub

Die unmittelbare Ursache sind Berichte über iranische Aktivitäten an der Straße von Hormus, einem kritischen Engpass für 20 Prozent des globalen Öls. Brent-Rohöl stieg auf über 110 Dollar, ein Anstieg von mehr als 2 Prozent allein am Freitag. Dies schürt Inflationsängste, da höhere Energiekosten durch die Lieferkette wirken. Wall Street reagierte mit breiten Verlusten: S&P 500 minus 1,39 Prozent intraday, Dow und Small Caps folgten.

Für den NASDAQ 100 ist das relevant, weil steigende Ölpreise Treasury-Renditen nach oben treiben und den US-Dollar stärken. Beides belastet hoch bewertete Tech-Aktien, deren Fair Value von niedrigen Zinsen abhängt. Fed-Erwartungen kippen: Märkte preisen nun weniger Zinssenkungen ein, was Growth-Sektoren direkt trifft.

Auswirkungen auf Tech- und Growth-Sektoren

Innerhalb des NASDAQ 100 dominierten Verluste: Top-Flops zeigten Rückgänge bis minus 11,31 Prozent, insbesondere Halbleiter- und Software-Titel (z. B. minus 5,76 Prozent bis 7,46 Prozent). Stärkste Anstiege blieben bei plus 1,98 Prozent – ein klares Bild breiter Rotation weg von US-Tech-Aktien heute. Der Druck ist nicht auf wenige Megacaps beschränkt, sondern breit aufgestellt, was auf sektorale Vulnerabilität hinweist.

Halbleiteraktien litten besonders, da sie von AI-Hype abhängen, der bei höheren Renditen bricht. Software und Cloud-Titel folgten, während Value-Anteile defensiver wirkten. Dies unterstreicht: Der Index ist anfällig für Risikoaversion, im Gegensatz zu diversifizierteren Benchmarks wie dem S&P 500.

Technische Analyse: Bruch des Trendkanals

Der NASDAQ 100 brach den mittelfristigen Aufwärtstrendkanal nach unten, intraday am Freitag um 14 Uhr. Nächste Unterstützung bei 23.500 Punkten, darunter 23.293 als Ziel mit 3 Prozent Downside-Potenzial. Der RSI nähert sich oversold-Niveau, könnte aber bei anhaltendem Ölpreisdruck ignoriert werden. Fünf-Tage-Chart: Klarer Abwärtstrend von 24.780 (17. März) auf 23.848.

Futures auf den NASDAQ 100 notieren samstags leicht nach, deuten aber auf Fortsetzung des Drucks hin. Wöchentliche Closes unter 24.000 signalisieren Schwäche; ein Rebound bräuchte Deeskalation im Nahen Osten oder schwächere US-Daten.

Warum DACH-Investoren betroffen sind

Für Investoren in Deutschland, Österreich und der Schweiz wiegt der Einbruch schwer: Viele halten NASDAQ 100 ETFs oder Zertifikate (ISIN US6311011026). Der schwächere Euro verstärkt Verluste in CHF oder EUR gerechnet – Euro-Dollar-Druck durch starken USD addiert 1-2 Prozent Schmerz. Europäische Tech-Aktien (DAX-40 Tech) korrelieren hoch und fielen nach.

ECB vs. Fed: Während die EZB Zinssenkungen signalisiert, hemmt US-Inflation durch Öl globale Risikoappetite. DACH-Portfolios mit 20-30 Prozent US-Tech-Exposition spüren das direkt. Halbleiter-Read-across belastet ASML oder Infineon; globale Lieferketten leiden unter Energiekosten.

Risiken und nahe Katalysatoren

Kurze Frist: Wochenend-Nachrichten aus dem Nahen Osten dominieren. Neue Iran-Entwicklungen könnten Öl weiter pushen, Renditen auf 4,5 Prozent (10Y Treasury) treiben und Nasdaq 100 Futures unter 23.500 drücken. Positiv: US-Dienstleistungs-PMI Montag könnte Zinshoffnungen stützen, wenn schwach.

Mittelfristig: Der Index testet nun die 200-Tage-Linie bei 23.200. Bei Bruch droht Korrektur auf 22.500 (Oktober-Tief). Rotation zu Value (Russell 2000) persistiert, solange Inflationsängste währen. ETF-Flüsse: Outflows aus Tech-ETFs in den letzten Tagen beschleunigen Druck.

Sentiment: Social Media zeigt Risk-off, mit Fokus auf Öl und Fed. Breite Underperformance vs. S&P unterstreicht: NASDAQ 100 aktuell ist kein Safe Haven in Geopolitik.

Disclaimer: Keine Anlageberatung. Indizes, Aktien und andere Finanzinstrumente sind volatil.

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