NASDAQ 100, Nahost-Krise

NASDAQ 100 mit 2% Einbruch: Nahost-Krise treibt Ölpreise und dämpft Tech-Werte

22.03.2026 - 15:06:56 | ad-hoc-news.de

Der NASDAQ 100 Index fiel Freitag um 2,08 Prozent auf 23.848 Punkte. Eskalierende Spannungen um die Straße von Hormus schieben Ölpreise über 110 Dollar, schüren Inflationsängste und mindern Fed-Zinssenkungschancen – ein Schlag für techlastige Wachstumsaktien.

NASDAQ 100,  Nahost-Krise,  Tech-Aktien - Foto: THN
NASDAQ 100, Nahost-Krise, Tech-Aktien - Foto: THN

Der NASDAQ 100 Index hat am Freitag, 20. März 2026, einen scharfen Einbruch von 2,08 Prozent erlitten und schloss bei 23.848,68 Punkten. Dieser Rückgang wird direkt durch eskalierende geopolitische Spannungen im Nahen Osten verursacht, insbesondere um die Straße von Hormus, wo Druck auf Iran die Brent-Ölpreise über 110 US-Dollar trieb. Für den techdominierten Index bedeutet das eine Kompression hoher Bewertungen, da Zinssenkungs-Erwartungen schwinden und Treasury-Renditen steigen.

Stand: 22. März 2026

Dr. Markus Lehmann, Senior Market Analyst für US-Tech und Makro. Spezialist für geopolitische Risiken im Tech-Sektor.

Bestätigte Fakten: Der NASDAQ 100 fiel von 24.355 Punkten am Donnerstag auf 23.848,68 Punkte – ein Verlust von 506 Punkten. Das Handelsvolumen stieg signifikant auf 2,26 Milliarden Einheiten, was panikartigen Verkaufsdruck signalisiert. Dies markiert den vierten wöchentlichen Verlust in Folge mit minus 2,18 Prozent in der Woche und seit Jahresbeginn nun 5,55 Prozent im Minus.

Geopolitischer Trigger: Straße von Hormus unter Druck

Die Eskalation im Nahen Osten hat Ölpreise explodieren lassen. Brent-Rohöl durchbrach die 110-Dollar-Marke, getrieben durch Ängste vor Störungen in der Straße von Hormus, durch die 20 Prozent des globalen Öls fließen. Iran steht unter zunehmendem Druck, was Lieferkettenrisiken für US-Tech-Unternehmen erhöht. Für den NASDAQ 100 ist das relevant, da höhere Energiekosten Inputpreise für Halbleiterproduktion und Logistik steigen lassen und Konsumentenausgaben dämpfen.

Dieser Faktor schlägt direkt in Wachstumsaktien ein, die 50 Prozent des Index ausmachen. Im Gegensatz zu Energie-Sektoren, die profitierten, litten Tech-Titel. Der Einbruch ist geopolitik-induziert, nicht durch Earnings oder Sektorspezifika – Q1-Zahlen starten erst im April.

Technischer Bruch des Aufwärtstrends

Intraday um 14 Uhr brach der NASDAQ 100 den mittelfristigen Aufwärtstrendkanal. Nächste Unterstützung liegt bei 23.500 Punkten, darunter 23.293 Punkte als potenzielles Ziel mit weiteren 3 Prozent Downside. Der RSI nähert sich 35, einem oversold-Niveau, das bei anhaltendem Ölpreisdruck ignoriert werden könnte.

Vom Hoch am 17. März bei 24.780 Punkten sind das über 3,7 Prozent Verlust in drei Tagen. Der Fünf-Tage-Chart zeigt einen klaren Abwärtstrend. Der Bruch des 50-Tage-Durchschnitts bei 24.200 verstärkt das bärische Signal. Nasdaq-100-Futures notieren nachbörslich mit minus 0,72 Prozent, was eine niedrigere Eröffnung am Montag andeutet.

Sektor-Rotation: Halbleiter und Tech unter Druck

Im NASDAQ 100 dominierten Verlierer aus dem Tech-Sektor. Halbleiter-Aktien verloren bis zu 11 Prozent: ASML fiel um 4,22 Prozent auf 1.317 Dollar, Intel um 4,65 Prozent, Micron um 5,32 Prozent. Software- und KI-Titel folgten mit Verlusten von 5 bis 8 Prozent. Nur wenige Gewinner wie Workday (+1,93 Prozent) und Arm Holdings (+2,25 Prozent) hoben sich ab.

70 von 100 Komponenten schlossen im Minus. Dies deutet auf eine Rotation weg von Growth hin zu Value und Energie. Der Megacap-Effekt verstärkte den Rückgang: Die Magnificent Seven trugen den Großteil des Verlusts, da sie 45 Prozent des Indexgewichts stellen. US-Tech-Aktien heute litten besonders, da der Sektor 50 Prozent des Index ausmacht.

Vergleich zu anderen Indizes: NASDAQ 100 underperformt

Der NASDAQ 100 fiel stärker als der S&P 500 (-1,39 Prozent) und vergleichbar mit dem Dow Jones (-2,11 Prozent wöchentlich). Der Russell 2000 trat in Korrektur-Territorium ein (minus 10 Prozent vom Hoch). Grund: Höheres Tech-Gewicht macht den NASDAQ anfälliger für Zinsschocks und Risk-off-Moves.

Im Vergleich zum S&P 500 zeigt der NASDAQ 100 breitere tech-spezifische Schwäche. Breadth war schwach: Nur 22 von 100 Komponenten positiv. Der Index als Risk-Proxy leidet zuerst unter geopolitischem Stress.

Treasury-Renditen und Fed-Erwartungen im Fokus

US-Treasury-Renditen kletterten: 10-Jahres auf 4,45 Prozent, 2-Jahres nahe 4,60 Prozent. Höhere Ölpreise füttern Core-PCE-Erwartungen, Fed-Modelle prognostizieren nun stabiles Leitzinsplateau bis Q3. Fed-Watchtools zeigen nur noch 60 Prozent Chance auf einen Cut im Juni, gegenüber 85 Prozent vor der Krise.

Für NASDAQ 100-Growth-Stocks bedeutet das eine Discount-Rate-Erhöhung: Ein P/E-Multiple-Squeeze von 32 auf potenziell 28. Der Index mit durchschnittlichem KGV über 35 leidet stärker als value-lastige Benchmarks. Steigende Renditen machen zukünftige Cashflows weniger attraktiv.

Auswirkungen auf DACH-Investoren

Für Investoren in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist der Einbruch relevant. Viele halten NASDAQ 100 ETFs oder Einzelaktien über Broker wie Consorsbank oder Swissquote. Der Euro-Dollar-Kurs könnte durch höhere US-Renditen und Ölpreise leiden, was Renditen in Euro mindert.

Europäische Tech wie ASML (im NASDAQ 100) zeigt Read-across: Der Titel fiel stark und betrifft deutsche Lieferanten. ECB-Politik divergiert von der Fed – Zinssenkungen in Europa könnten Kapitalabflüsse in US-Tech verstärken, sobald der Druck nachlässt. Globale Risk-off-Stimmung traf auch DAX (-2,01 Prozent) und TecDAX (-1,48 Prozent).

Swiss-Investoren mit Fokus auf Halbleiter (STMicroelectronics-Ähnliche) sehen ähnliche Drücke. Der Spillover in europäische Märkte unterstreicht die Abhängigkeit von US-Tech-Sentiment.

Ausblick: Montag und kommende Katalysatoren

Nasdaq-100-Futures deuten auf eine niedrigere Eröffnung hin. Wichtige Katalysatoren: Neue Nahost-Entwicklungen, Wochenend-News zu Iran oder Ölpreis-Updates. Potenzielle Rebound, wenn Deeskalation eintritt, aber anhaltender Druck könnte 23.000 Punkte testen.

Der NASDAQ 100 steht vor einer Korrekturphase. Investoren sollten Positionen prüfen, besonders in hoch bewerteten Tech-Titeln. Der Fokus liegt auf Breadth-Verbesserung und Fed-Signalen.

Disclaimer: Keine Anlageberatung. Indizes, Aktien und andere Finanzinstrumente sind volatil.

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