NASDAQ 100: Microsoft und Meta berichten heute
Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 14:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Anleger am US-Technologieindex Nasdaq 100 zeigen sich am heutigen Mittwochmorgen zurückhaltend. Vor der anstehenden Zinsentscheidung der US-Notenbank Federal Reserve und wegweisenden Quartalsberichten großer Technologiekonzerne bewegen sich die Futures nur leicht im Plus. Am gestrigen Handelstag gab der Index um 0,99 Prozent nach und schloss bei 27.763,13 Punkten. Die Marktteilnehmer warten nun darauf, ob die US-Notenbank den Leitzins in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent belässt oder auf den anhaltenden Inflationsdruck reagiert.
Marktstimmung zwischen Fed-Sitzung und KI-Sorgen
Die US-Notenbank steht heute im Zentrum der Aufmerksamkeit. Laut Berichten von Reuters und CNBC wird überwiegend damit gerechnet, dass die Währungshüter die Zinsen stabil halten. Dennoch besteht Unsicherheit: CME FedWatch zufolge wird die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung von Marktteilnehmern auf rund 35 Prozent geschätzt. Fed-Chef Kevin Warsh steht unter Druck, da die Inflation im Juni bei 3,5 Prozent lag und geopolitische Spannungen im Nahen Osten die Energiepreise antreiben. Ein Raketenangriff auf US-Truppen im Iran ließ den Ölpreis der Sorte WTI zuletzt deutlich steigen.
Zusätzlich belastet die Sorge um die Rentabilität von Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) die Stimmung im Technologiesektor. Der Nasdaq 100 notiert aktuell 9,75 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch vom Juni. Analysten beobachten mit Argwohn, dass massive Investitionen in die Infrastruktur bisher kaum in entsprechendem Maße zu Umsatzsteigerungen führen. Diese Skepsis wurde zuletzt durch den Quartalsbericht von Alphabet befeuert, woraufhin die Aktie der Google-Mutter deutlich nachgab.
Microsoft und Meta unter Investoren-Beobachtung
Nach Handelsschluss am heutigen Mittwoch werden Microsoft und Meta ihre Zahlen für das zweite Quartal vorlegen. Im Fokus steht dabei vor allem das Investitionsvolumen, der sogenannte Capex-Ausblick. Experten von Goldman Sachs prognostizieren, dass die Investitionen der großen Cloud-Anbieter im Jahr 2026 die Marke von 750 Milliarden US-Dollar erreichen könnten. Bei Meta rechnen Analysten der Bank of America mit einer Anhebung des Budgets auf bis zu 150 Milliarden US-Dollar.
Investoren achten bei Microsoft besonders auf das Wachstum der Cloud-Sparte Azure, das laut Marktberichten bei rund 40 Prozent liegen muss, um die hohen Erwartungen zu erfüllen. Bei Meta liegt das Augenmerk darauf, ob die operative Marge stabil bleibt oder durch die KI-Ausgaben unter Druck gerät. Medienberichten zufolge befindet sich das Unternehmen von Mark Zuckerberg in frühen Gesprächen, Rechenkapazitäten im Wert von 10 Milliarden US-Dollar an das Start-up Anthropic zu vermieten, was als potenziell neue Einnahmequelle gewertet wird.
Chip-Aktien und geopolitische Risiken
Der Halbleitersektor zeigt sich am heutigen Vormittag uneinheitlich. Während Nvidia und Micron in den frühen Handelsstunden leichte Gewinne verzeichneten, standen andere Branchenvertreter unter Druck. Die schwachen Vorgaben aus Asien belasteten: In Südkorea brach der Kospi-Index zeitweise massiv ein, nachdem SK Hynix trotz Rekordgewinnen an der Börse abgestraft wurde. Dies verstärkte die Sorgen vor einem Ende des aktuellen Halbleiterzyklus.
Abseits des Tech-Sektors sorgten einige positive Unternehmensmeldungen für Lichtblicke. Ford konnte die Prognosen übertreffen und hob den Gewinnausblick für das Gesamtjahr an, was die Aktie vorbörslich um fast 5 Prozent steigen ließ. Auch Bloom Energy verzeichnete deutliche Kursgewinne, nachdem das Unternehmen seine Umsatzziele nach oben korrigiert hatte. Dennoch bleibt die Grundstimmung am Nasdaq 100 vorsichtig, da die Kombination aus restriktiver Geldpolitik und hohen KI-Bewertungen die Volatilität hochhält.
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