NASDAQ 100: 30.125 Punkte nach Fed-Entscheid
18.06.2026 - 05:06:31 | boerse-global.de
Starke Wirtschaftsdaten und geopolitische Entspannung reichten nicht aus. Die US-Notenbank hat den Tech-Optimisten einen Strich durch die Rechnung gemacht. Unter dem neuen Fed-Chef Kevin Warsh rückt die erhoffte Zinswende in weite Ferne. Das drückt massiv auf die Stimmung.
Am Mittwoch schloss der Leitindex knapp ein Prozent tiefer bei 30.125 Punkten. Zuvor hatten Halbleiterwerte und eine diplomatische Lösung in der Straße von Hormus für Gewinne gesorgt. Nach der Zinsentscheidung drehte der Markt abrupt ins Minus.
Die US-Notenbank belässt den Leitzins auf dem aktuellen Niveau. Das eigentliche Problem für Tech-Investoren ist der Ausblick. Die neuen Prognosen signalisieren mindestens eine weitere Zinserhöhung bis Ende 2026. Zinssenkungen verschieben sich voraussichtlich auf das nächste Jahr.
Flucht aus den Tech-Giganten
Die Aussicht auf anhaltend hohe Zinsen belastete besonders die hoch bewerteten Software-Konzerne. Auch die Schwergewichte der "Magnificent Seven" gerieten unter Druck. Die Folge: Investoren schichteten ihr Kapital in defensive Sektoren um. Davon profitierte unter anderem der Biotech-Konzern Gilead Sciences mit einem Kursplus.
Auch Fintechs zeigten Stärke. PayPal legte dank robuster Konsumdaten um fast drei Prozent zu. Der Versorger Constellation Energy verzeichnete ebenfalls deutliche Gewinne. Die starke US-Wirtschaft stützt diese Entwicklung.
Neue Wirtschaftsdaten untermauern den harten Kurs der Fed. Die Einzelhandelsumsätze stiegen im Mai überraschend um 0,9 Prozent. Auch die schwebenden Hausverkäufe legten um fast vier Prozent zu. Diese robuste Wirtschaft liefert der Notenbank keinen Grund für schnelle Zinssenkungen.
Chartbild bleibt robust
Trotz des Rücksetzers steht der NASDAQ 100 auf einem soliden Fundament. Seit Jahresanfang verzeichnet der Index ein Plus von gut 19 Prozent. Der Abstand zum jüngsten Rekordhoch beträgt lediglich zwei Prozent. Die 50-Tage-Linie verläuft bei rund 28.886 Punkten und bietet eine starke Unterstützung.
Am heutigen Donnerstag blicken Händler auf die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe. Weitere starke Arbeitsmarktdaten könnten die Zinssorgen nochmals anheizen. Fällt der Index unter die Marke von 29.180 Punkten, droht ein Test der tieferen Kursregionen.
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