Nan, Goldin

Nan Goldin: Radikale Fotos, harter Aktivismus – und Sammler drehen durch

07.02.2026 - 12:54:23

Nan Goldin sprengt mit schonungslos privaten Bildern alle Grenzen – und sorgt gleichzeitig für Kunst-Hype, Skandale und Rekordpreise. Warum diese Fotokunst gerade wieder ganz oben auf deiner Must-See-Liste stehen sollte.

Alle reden wieder über Nan Goldin – aber bist du wirklich ready für diese Bilder? Das ist kein hübscher Filter, das ist Leben ohne Sicherheitsgurt: Sex, Drogen, Gewalt, Queerness, Reha, Protest. Goldin zeigt alles – und genau das macht sie zur Ikone.

Während andere noch an ihrem Insta-Feed feilen, hat Nan Goldin längst die visuelle Sprache geschaffen, aus der ganze Generationen von Fotokünstler:innen, Filmemacher:innen und Influencer:innen klauen. Radikal persönlich, brutal ehrlich, null Glättung.

Das Netz staunt: Nan Goldin auf TikTok & Co.

Goldins Fotos sehen aus wie Screenshots aus einem sehr intensiven, sehr gefährlichen Leben: verrauchte Wohnungen, blaue Flecken, Clubs, Hotelzimmer, Liebeskummer, Wahlfamilie statt Bio-Familie. Zeug, das du eigentlich nie posten würdest – sie hat es ausgestellt.

Seit ihrem gefeierten Doku-Film „All the Beauty and the Bloodshed“ ist sie endgültig wieder im Mainstream angekommen: Protestaktionen in Museen, Anti-Pharma-Aktivismus, Standing Ovations auf Festivals, Meme-Potenzial ohne Ende. Auf Social Media feiert man sie als Godmother des Real-Talk-Fotos.

Willst du sehen, was die Leute sagen? Hier geht's zu den echten Meinungen:

Meisterwerke & Skandale: Das musst du kennen

Wenn du bei Nan Goldin mitreden willst, kommst du an diesen Arbeiten nicht vorbei:

  • „The Ballad of Sexual Dependency“
    Goldins legendärer Fotozyklus – ursprünglich als Diashow mit Musik gezeigt. Party, Liebe, Gewalt, Drogen, Queer-Community: ein visuelles Tagebuch ihrer Wahlfamilie in New York. Heute Kult in Museen weltweit, immer noch so roh wie damals. Ohne dieses Werk gäbe es die aktuelle „Diary-Ästhetik“ in Fotografie, Fashion und Musikvideos so nicht.
  • „Nan one month after being battered“
    Ein Selbstporträt mit blau geschlagenem Gesicht, geschwollenem Auge, rotem Lippenstift – ikonisch, schmerzhaft, radikal. Kein Glamour, kein Weichzeichner: häusliche Gewalt als schonungslose Realität. Dieses Bild ist in Ausstellungen und Katalogen omnipräsent und gehört zu den bekanntesten Fotos der 80er Jahre überhaupt.
  • „All the Beauty and the Bloodshed“ (Projekt & Film)
    Nicht „nur“ ein Film, sondern ein gesamtes Langzeitprojekt: Goldin zeigt ihr Leben, ihre Freunde, ihre Abhängigkeit von Schmerzmitteln – und startet die Aktivist:innen-Gruppe PAIN gegen die mächtige Familie Sackler, verantwortlich für das OxyContin-Opioid-Desaster in den USA. Ergebnis: Protest-Aktionen in Museen, die jahrelang Sackler-Geld genommen haben. Goldin hat mit Kunst und Aktivismus real Machtstrukturen ins Wanken gebracht.

Dazu kommen ikonische Serien wie ihre Aufnahmen der New Yorker Queer- und Drag-Szene, intime Schlafzimmer-Fotos, Szenen aus Reha-Kliniken und Clubs. Alles wirkt wie ein Leak aus einem extrem privaten Camera Roll – nur dass diese Bilder die Kunstgeschichte verändert haben.

Rekord-Preise: So viel ist die Kunst wert

Nan Goldin ist längst Blue-Chip – also in der obersten Liga des Kunstmarkts. Ihre Fotos hängen in Top-Museen wie MoMA, Tate, Centre Pompidou. Und auf Auktionen? Da wird es teuer.

Recherchen bei internationalen Auktionshäusern wie Christie’s und Sotheby’s zeigen: mehrteilige Fotoarbeiten und frühe Vintage-Prints von Nan Goldin erzielen seit Jahren starke Ergebnisse. Ein bekanntes Highlight: Ein großformatiges Exemplar aus „The Ballad of Sexual Dependency“ ging im sechsstelligen Dollar-Bereich über den Tisch – ein klarer Millionen-Hammer in Euro-Nähe, wenn man Aufgeld und Währungsschwankungen mitdenkt.

Auch Schlüsselbilder wie „Nan one month after being battered“ oder frühe Porträts aus ihrem New-York-Umfeld tauchen immer wieder in Katalogen auf und knacken regelmäßig hohe fünfstellige bis sechsstellige Beträge, besonders wenn es sich um seltene, frühe Abzüge handelt. Edition, Zustand und Provenienz sind hier entscheidend – normale spätere Prints liegen deutlich darunter.

Wichtig: Es gibt auch günstigere Editionen und kleinere Prints, die für deutlich weniger Geld gehandelt werden. Wenn du auf Investment schielst, gilt: Frühe, signierte Vintage-Prints und ikonische Motive sind die sichere Bank. Für konkrete Zahlen und aktuelle Ergebnisse musst du in die Datenbanken von Artnet, Christie’s, Sotheby’s & Co. schauen – dort werden die Auktionsergebnisse laufend aktualisiert.

Karriere-technisch ist Goldin längst Legende: Aufgewachsen in der US-Suburbia, früh nach Boston und New York, tief drin in der Punk-, Queer- und Clubszene. In den 80ern wird sie mit ihren Dia-Shows und der „Ballad“ zur Underground-Ikone, in den 90ern und 2000ern zur festen Größe im Museumskanon. Ihr Spätwerk verbindet persönliche Geschichte, Erinnerungskultur, Drogenkrise und politische Wut – eine Biografie im Dauerclash mit der Realität.

Live erleben: Hier kannst du die Kunst sehen

Du willst nicht nur scrollen, sondern diese Bilder wirklich im Raum sehen? Gute Idee – Goldins Werke wirken live noch intensiver als auf deinem Screen.

Aktuell bekannte Stationen und Möglichkeiten (Stand laut öffentlicher Online-Recherche):

  • Große Museumspräsenz
    Werke von Nan Goldin befinden sich in den Sammlungen zahlreicher Top-Museen weltweit (u. a. in New York, London, Paris, Berlin). Viele Häuser zeigen ihre Arbeiten in wechselnden Sammlungspräsentationen – aber nicht immer dauerhaft. Konkrete Termine können sich schnell ändern, deshalb: vor dem Besuch unbedingt die Website des jeweiligen Museums checken.
    Hinweis: Zu ganz konkreten neuen Ausstellungsterminen war in den aktuell zugänglichen Online-Quellen nichts verlässlich Datiertes zu finden. Aktuell keine Ausstellungen bekannt, die verbindlich und mit öffentlichen Daten angekündigt sind.
  • Galerien & Markt
    Eine der wichtigsten Adressen für Goldins Werk ist die renommierte Galerie Marian Goodman Gallery. Dort findest du Infos zu vergangenen und aktuellen Projekten, Ausstellungen und verfügbaren Arbeiten im Primärmarkt.
  • Offizielle Infos
    Aktuelle News, Projekte und teilweise auch Ausstellungshinweise findest du direkt über die offiziellen Kanäle von Nan Goldin oder ihren Galerien. Für detaillierte Updates und professionelle Anfragen: Infos gibt's direkt beim Künstler:innen-Umfeld bzw. der offiziellen Seite.

Kleiner Tipp: Wenn dein Museum vor Ort eine größere Foto- oder Queer-Art-Schau plant, lohnt es sich zu checken, ob Nan-Goldin-Werke in der Werkliste stehen – ihre Bilder sind oft Leihgaben in solchen Themenausstellungen.

Fazit: Hype gerechtfertigt?

Bei manchen Hypes fragt man sich: „Kann ein Kind das nicht auch?“ Bei Nan Goldin ist die Antwort klar: nein. Ihre Fotos sehen spontan aus, aber dahinter steckt ein ganzes Leben zwischen Selbstzerstörung, Community, Beobachtungsgabe und künstlerischer Konsequenz.

Sie war mit der Kamera dort, wo andere nicht mal mit Worten ehrlich sind: in toxischen Beziehungen, in der Drogensucht, im queeren Underground der 80er, in den stillen Momenten nach der Party. Goldin dokumentiert nicht – sie lebt mit. Und genau das spürst du in jedem Bild.

Für dich heißt das:

  • Als Fan von Fotografie & Subkultur: absolute Must-See-Künstlerin. Wenn irgendwo eine Goldin-Schau läuft: hingehen.
  • Als Sammler:in: Blue-Chip, klar. Top-Werke sind teuer, aber stabil gefragt. Für Einstieg lieber mit kleineren Editionen oder Prints von seriösen Galerien starten.
  • Als Social-Media-Mensch: Goldins Bilder liefern dir eine ganz andere Bildsprache als der übliche Content-Overload – rough, verletzlich, ungeschönt. Inspiration für alle, die mehr wollen als hübsche Selfies.

Unterm Strich: Ja, der Hype ist gerechtfertigt. Nan Goldin ist nicht einfach nur ein Name im Museum, sondern eine der radikalsten Erzählerinnen unserer Zeit – mit der Kamera als Waffe gegen Vergessen, Verdrängung und Fake-Perfektion.

@ ad-hoc-news.de