Nahrungsergänzungsmittel, Betrug

Nahrungsergänzungsmittel: Zwischen Betrug und Hightech

05.03.2026 - 01:30:31 | boerse-global.de

Während die Branche auf individualisierte Präparate setzt, warnen Verbraucherschützer vor neuen Betrugsmaschen und gesundheitlichen Risiken durch unkontrollierte Einnahme.

Nahrungsergänzungsmittel: Zwischen Betrug und Hightech - Foto: über boerse-global.de
Nahrungsergänzungsmittel: Zwischen Betrug und Hightech - Foto: über boerse-global.de

Während Experten in Fulda über personalisierte Nährstoffe diskutieren, warnen Verbraucherschützer vor neuen Abo-Fallen. Der milliardenschwere Markt zeigt sich gespalten: Hier wissenschaftlicher Fortschritt, dort kriminelle Machenschaften.

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Personalisierte Pillen: Der neue Hype

Die Branche verabschiedet sich vom Einheitspräparat. Beim heute zu Ende gehenden "Vital Nutrients Symposium" in Fulda stand geschlechtsspezifische Nährstoffversorgung im Fokus. Unternehmen wie Alzchem und Kaneka präsentierten Konzepte für Frauen- und Männergesundheit.

Der Trend geht klar in Richtung Individualisierung. Statt nach dem Gießkannenprinzip sollen künftig Produkte spezifische Defizite in verschiedenen Lebensphasen ausgleichen – von der Fruchtbarkeit bis zum gesunden Altern. Die Industrie will Forschungsergebnisse direkt in maßgeschneiderte Produkte übersetzen.

Abo-Fallen treffen vor allem Senioren

Parallel zur Fachmesse schlägt die Verbraucherzentrale Sachsen Alarm. Seit gestern häufen sich Beschwerden über eine neue Betrugsmasche. Vor allem ältere Menschen in Ostsachsen erhalten unaufgefordert Pakete mit Vitaminpräparaten.

Anschließend flattern Rechnungen für nie abgeschlossene Jahresabonnements ins Haus. Wer widerspricht, gerät in ein aggressives Inkasso-Karussell. "Ohne Widerrufsbelehrung laufen keine Fristen", betonen Juristen der Verbraucherzentrale. Doch viele Betroffene zahlen aus Verunsicherung.

Gefährliche Überdosierungen drohen

Die finanziellen Risiken sind nur eine Seite. Gesundheitsexperten warnen vor den physiologischen Gefahren unkontrollierter Einnahme. Nahrungsergänzungsmittel gelten rechtlich als Lebensmittel – sie durchlaufen kein Zulassungsverfahren.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung warnt regelmäßig vor hochdosierten Präparaten. Vor allem bei Vitamin D drohen bei Überdosierung Nierenschäden oder Herz-Kreislauf-Probleme. Eine Schweizer Studie deckte zudem falsch deklarierte oder kontaminierte pflanzliche Mittel auf.

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EU plant endlich Höchstmengen

Bislang gibt es in Deutschland nur unverbindliche Empfehlungen. Viele Hersteller, besonders im Online-Handel, ignorieren diese. Das könnte sich 2026 ändern: Die Europäische Union plant verbindliche Höchstmengen für kritische Nährstoffe wie Selen und Vitamin A.

Verbraucherschützer fordern diese Regulierung seit Jahren. Sie soll extreme Überdosierungen verhindern und für mehr Produktsicherheit sorgen. Doch bis die neuen Regeln greifen, bleibt der Markt eine Grauzone.

Wann sind Pillen wirklich nötig?

Die entscheidende Frage: Braucht es diese Präparate überhaupt? Ernährungswissenschaftler sind sich einig: Bei gesunden Menschen deckt eine ausgewogene Ernährung den Bedarf. Supplementierung ist nur in speziellen Fällen medizinisch sinnvoll.

Schwangeren wird Folsäure empfohlen, Veganer benötigen Vitamin B12. Bei diagnostiziertem Mangel ist gezielte Zufuhr angezeigt. Doch als Wundermittel taugen die Pillen nicht – das zeigte erst kürzlich der Deutsche Krebskongress.

Onkologen fanden keine Evidenz für positive Effekte in der Krebsnachsorge. Frisches Obst und Gemüse bleiben die bessere Wahl. Die Devise lautet: Erst Arzt konsultieren, dann zur Tablette greifen.

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