Nahrungsergänzungsmittel, Rückrufwelle

Nahrungsergänzungsmittel: Rückrufwelle zeigt gravierende Risiken

26.02.2026 - 05:40:00 | boerse-global.de

Jüngste Rückrufe von Diätprodukten zeigen illegale Substanzen und Verunreinigungen auf. Verbraucherschützer fordern strengere Kontrollen für den kaum regulierten Milliardenmarkt.

Eine Welle von Produktrückrufen rückt die Gefahren von Nahrungsergänzungsmitteln in den Fokus. Europäische Behörden warnen aktuell vor illegalen Substanzen, Verunreinigungen und irreführenden Gesundheitsversprechen. Die jüngsten Vorfälle belegen erneut die Risiken eines kaum kontrollierten Milliardenmarktes.

Verbotene Substanzen und Salmonellen in Diät-Produkten

Die Ereignisse der letzten Tage sind alarmierend. Französische Behörden riefen am 24. Februar mehrere als Diät-Kaffees und -Tees deklarierte Produkte zurück. Sie wurden über große Online-Plattformen wie Amazon verkauft. Analysen wiesen den illegalen und potenziell lebensgefährlichen Arzneistoff Sibutramin nach.

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Parallel warnen deutsche Verbraucherzentralen. Ein Ballaststoff-Produkt ist mit Salmonellen belastet, ein Gelenk-Präparat weist einen zu hohen Mangangehalt auf. Eine übermäßige Manganaufnahme kann zu Nervenschäden führen. Solche Vorfälle sind keine Einzelfälle: Eine bayerische Untersuchung aus dem Jahr 2025 beanstandete 61 Prozent der geprüften Proben.

Die große Regulierungslücke

Warum gelangen solche Produkte überhaupt in den Handel? Der Hauptgrund ist der rechtliche Status. Nahrungsergänzungsmittel gelten als Lebensmittel, nicht als Arzneimittel. Sie durchlaufen deshalb vor dem Verkauf keine staatliche Zulassung mit strengen Sicherheitsprüfungen.

Hersteller müssen ihre Produkte lediglich beim Bundesamt für Verbraucherschutz anzeigen. Die Sicherheitskontrolle erfolgt erst im Nachhinein durch stichprobenartige Überwachung. Verbraucherschützer kritisieren diese Lücke seit Jahren scharf. Viele Käufer gehen fälschlicherweise von einer behördlichen Prüfung aus.

Leere Versprechen und Social-Media-Hype

Der Markt wird von aggressivem Marketing angetrieben. Versprechen wie "Stärkung des Immunsystems" oder "massive Muskelzunahme" sind allgegenwärtig. Doch viele dieser Health Claims sind wissenschaftlich nicht haltbar. Die EU-Verordnung erlaubt nur noch nachgewiesene Wirkungen.

Trotzdem umgehen Hersteller die Regeln mit blumigen, vagen Formulierungen. Besonders in sozialen Medien bewerben Influencer oft unkritisch Produkte. Eine Studie zeigt: Wer seine Infos vor allem aus Social Media bezieht, nimmt tendenziell mehr Präparate und bewertet sie positiver.

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Wann sind Ergänzungen sinnvoll?

Nahrungsergänzungsmittel sind nicht per se nutzlos. Für bestimmte Gruppen mit ärztlich festgestelltem Mangel können sie sinnvoll sein. Dazu zählt Folsäure bei Kinderwunsch oder Vitamin B12 für Veganer.

Für die breite Bevölkerung deckt eine ausgewogene Ernährung den Nährstoffbedarf jedoch meist ab. Die unkontrollierte Einnahme birgt Gefahren: Überdosierungen, besonders bei fettlöslichen Vitaminen, und Wechselwirkungen mit Medikamenten.

Ruf nach schärferen Kontrollen wird lauter

Angesichts der wachsenden Risiken fordern Verbraucherschützer strengere Regeln. Zentrale Forderungen sind EU-weit einheitliche Höchstmengen für Vitamine und eine Positivliste für pflanzliche Stoffe. Die entscheidende Maßnahme wäre ein verpflichtendes Sicherheitsprüfverfahren vor der Markteinführung.

Bis dahin bleibt Verbrauchern nur, Werbeversprechen kritisch zu hinterfragen. Vor der Einnahme ist eine Beratung in der Apotheke oder beim Arzt ratsam. Bei unerwünschten Wirkungen sollten die Verbraucherzentralen informiert werden.

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