Nahrungsergänzungsmittel: Neue Rückrufe entfachen Sicherheitsdebatte
26.02.2026 - 01:39:13 | boerse-global.deEine Serie dringender Produktrückrufe in Europa schürt erneut die Debatte um die Sicherheit von Nahrungsergänzungsmitteln. Französische Behörden zogen kürzlich mehrere über Amazon vertriebene Diät- und Detox-Produkte vom Markt. Der Grund: Sie enthielten den illegalen und potenziell lebensgefährlichen Arzneistoff Sibutramin.
Diese Vorfälle beleuchten die Risiken in einem boomenden Markt. In Deutschland greift etwa ein Drittel der Erwachsenen regelmäßig zu Vitaminen, Mineralstoffen oder pflanzlichen Extrakten. Der Markt hat ein Volumen von über vier Milliarden Euro erreicht. Doch der Nutzen ist für die meisten Menschen fraglich – die Gefahren dagegen sind real.
Bevor Sie zu teuren Präparaten greifen, sollten Sie wissen, welche Werte in Ihrem Körper tatsächlich Unterstützung benötigen. Dieser kostenlose Ratgeber erklärt verständlich die wichtigsten Blutparameter und hilft Ihnen, Fehldiagnosen sowie unnötige Supplementierung zu vermeiden. Gratis-Report: Blutwerte richtig deuten und verstehen
Verbotene Substanzen und mangelnde Kontrollen
Die aktuelle Rückrufwelle ist alarmierend. In Frankreich betraf sie Produkte wie „GLOX Diet Bromelain Coffee“ oder „FOR X5 Chocolate“. Sie alle enthielten den nicht deklarierten Wirkstoff Sibutramin, der weltweit wegen schwerer Herz-Kreislauf-Nebenwirkungen verboten ist. Parallel warnte Belgien vor einem Gelenkpräparat mit nervenschädigendem Mangangehalt. Eine deutsche Firma rief zudem Flohsamenschalen wegen Salmonellen zurück.
Diese Fälle sind keine Seltenheit. Viele Verbraucher glauben fälschlicherweise, Nahrungsergänzungsmittel würden wie Arzneimittel staatlich auf Sicherheit geprüft. Tatsächlich liegt die Verantwortung allein beim Hersteller. Eine Zulassung vor dem Verkauf gibt es nicht. Die Lebensmittelüberwachung kontrolliert nur stichprobenartig – und das erst, wenn die Produkte längst im Regal stehen.
Für wen sind Pillen und Pulver sinnvoll?
Trotz der Risiken können Nahrungsergänzungsmittel für bestimmte Gruppen sinnvoll sein. Fachgesellschaften empfehlen sie bei einem ärztlich festgestellten Mangel. Klassische Beispiele sind Folsäure für Schwangere, Vitamin D in sonnenarmen Monaten oder Vitamin B12 für Veganer.
Für den Großteil der Bevölkerung, die sich ausgewogen ernährt, sind die meisten Präparate jedoch überflüssig. Eine repräsentative Umfrage zeigt: Viele Menschen glauben an eine allgemeine gesundheitsfördernde Wirkung, die wissenschaftlich oft nicht belegt ist. Die unkontrollierte Einnahme hochdosierter Produkte birgt stattdessen die Gefahr einer Überdosierung.
Oft lassen sich Vitalstoff-Mängel und gesundheitliche Risiken frühzeitig erkennen, wenn man die eigenen Laborergebnisse richtig liest. Erfahren Sie in diesem kostenlosen 25-seitigen Leitfaden von Experten, welche 10 Vitalstoff-Werte wirklich zählen und wann Spezial-Tests sinnvoll sind. Jetzt kostenlosen Laborwerte-Selbstcheck anfordern
Irreführendes Marketing und neue Gesetze
Ein Kernproblem ist die Verbrauchertäuschung. Fast die Hälfte der Befragten glaubt, die Produkte würden staatlich geprüft. 24 Prozent halten sie für eine Art „natürliches Arzneimittel“. Aggressives Marketing und irreführende Gesundheitsversprechen, besonders online, befeuern diese Fehleinschätzung.
Verbraucherschützer fordern daher seit langem strengere Gesetze. Ein wichtiger Schritt steht bevor: Voraussichtlich ab diesem Jahr sollen EU-weit verbindliche Höchstmengen für Vitamine wie A und D oder Mineralstoffe wie Eisen eingeführt werden. Bisher gab es in Deutschland nur unverbindliche Empfehlungen, die viele Hersteller ignorierten.
Was Verbraucher jetzt beachten sollten
Die neuen EU-Höchstmengen gelten als wichtiger Schritt für mehr Sicherheit. Sie sollen das Risiko von Überdosierungen durch hochkonzentrierte Online-Produkte senken. Bis die Regelungen vollständig greifen, raten Experten zur Vorsicht.
Nahrungsergänzungsmittel sollten nicht ohne ärztlichen Rat oder nachgewiesene Notwendigkeit eingenommen werden. Die beste Grundlage bleibt eine ausgewogene Ernährung. Wer dennoch supplementiert, sollte zu Produkten aus Apotheken oder bekannten Drogeriemärkten greifen und die Dosierung genau beachten. Die aktuellen Rückrufe zeigen: Besondere Skepsis ist bei online gekauften „Wundermitteln“ zur Gewichtsabnahme angebracht.
Hol dir den Wissensvorsprung der Aktien-Profis.
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Trading-Empfehlungen - Dreimal die Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt kostenlos anmelden
Jetzt abonnieren.


